HamRadio 2day
Text Audio

HamRadio 2day

Ausgabe 201 / 2005 vom 02.10.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL: FUNKAMATEURE AUFGEPASST!

(wvg) HamRadio 2day Nummer 201 bedeutet "200 Ausgaben sind Geschichte"; sie haben Spuren im Meinungsbild der Funkamateure hinterlassen, vielleicht sogar das Meinungsbild geprägt. Aussagen zu aktuellen, den Amateurfunkdienst betreffenden Themen, teilweise sogar zu ihn bedrohenden Themen wurden allsonntäglich zum Diskussionsstoff in der Ham-Gemeinde. Mit dem Inkrafttreten der novellierten Amateurfunkverordnung haben die Themen an Gewicht verloren. Der Alltag ist eingekehrt. Und wie immer steckt der Teufel im Detail.

Wird der Amateurfunkdienst mit Hilfe des Nachbarschaftsrechtes ausgehebelt? Vorgänge, deren Tragweite nicht zu unterschätzen ist. Personen und öffentliche Entscheidungsträger nehmen Ihre Aufgaben nach ganz anderen Gesichtspunkten wahr, als wir es bisher gewohnt waren.

Was bringt uns Europa? Haben wir noch die Kraft, uns im Dschungel der europäischen Gesetzgebungsverfahren Gehör zu verschaffen? Es wäre bedauerlich, wenn wir auf dem "heimischen Markt" unsere Vorstellungen verwirklichen konnten, aber in Europa auf der Strecke blieben.

Aber hier geht es nicht um Selbstmitleid, hier geht es um massive Unterstützung der Arbeit der Interessenvertreter, als die sich auch die AGZ sieht. Wo sind die hilfreichen Kritiker geblieben, die uns mit fundiertem Wissen und geschliffenen Worten gefordert und auch gefördert haben?

Ich kann nur sagen: "Funkamateure aufgepasst und mitgemacht!"

vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


EINEN ZWISCHENBESCHEID

(rps) schickte das für den Amateurfunk zuständige und wieder einmal frisch umbenannte Referat VII B 2 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit bereits Mitte September an die AGZ. Es geht um die dringend erforderliche Erweiterung des 40-Meterbandes. Dr. Alexander Tettenborn erwartet dazu zunächst eine Stellungnahme der Bundesnetzagentur – und daran anschließend sicherte er uns eine "wohlwollende Prüfung" unserer Anregung zur Freigabe des Frequenzbereichs 7100 bis 7200 kHz zu. Übrigens – nach einer Meldung des russischen Amateurfunkverbands SRR ist der Club der "40-Meter-Erweiterten" Ende September gewaltig angewachsen: Russland hat im Rahmen von neuen Amateurfunkbestimmungen ebenfalls die Freigabe beschlossen.


NEUER FREQUENZNUTZUNGSPLAN

(rps) Bereits ziemlich genau 52 Arbeitswochen, nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit mittels einer neuen Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung Änderungen vornahm, zog die Bundesnetzagentur Ende September nach: Sie legte einen Entwurf für einen aktualisierten, darauf aufbauenden Frequenznutzungsplan vor und beteiligt damit die Öffentlichkeit gemäß einer Vorschrift aus Paragraf 54 des Telekommunikationsgesetzes. Herunter laden können Sie den etwa 21 Megabyte großen Entwurf im Internet unter

http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/3365.pdf

In gedruckter Form können Sie das Dokument kostenlos anfordern unter der Adresse

Bundesnetzagentur
Dienststelle 214a
Tulpenfeld 4
53113 Bonn
Telefax: 0228-14-6125

oder per Email bei Wolfgang.Becker@bnetza.de. Stellungnahmen werden an dieselben Adressen erbeten – und zwar bis zum 21. November. Ab dem 22. November werden diese Texte dann für einen Monat öffentlich auf die Website der Behörde gestellt.

Für den Amateurfunkdienst in Deutschland ändert sich nichts: Die bereits in der neuen Amateurfunkverordnung enthaltenen erweiterten Frequenznutzungsrechte finden sich nun auch im Entwurf des Frequenznutzungsplans, bei 50 MHz wird weiterhin eine "besondere Zuteilung" der Bundesnetzagentur verlangt – und die 40-Meterbanderweiterung ist natürlich noch nicht drin.


LESERBRIEF

(hfs) Wir bringen Leserbriefe wie immer ungekürzt. Sie geben die Meinung des Autors wieder – nicht die der Redaktion. OM Martin, DG9KS, schreibt uns:

"Lieber Herrmann!

Nachdem das offizielle Mitteilungsorgan und DARC-Mitgliedermagazin CQ DL den Abdruck meines Leserbriefes verweigert hat (typisch für DARC-kritische Leserbriefe ...!), bitte ich Sie, meinen folgenden Leserbrief ungekürzt im nächsten AGZ-Rundspruch zu veröffentlichen.

Betrifft: Beitragserhöhung für DARC-Mitglieder

Mit großem Befremden musste ich dem DL-Rundspruch und der CQ DL entnehmen, dass der DARC für seine Mitglieder eine 'Beitragsanpassung' beschlossen hat. Auch wenn es sehr lobenswert ist, dass über zehn Jahre nun schon der Mitgliederbeitrag konstant gehalten werden konnte, so ist dennoch eine Beitragserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unangebracht!!

Gerade jetzt, wo die Ortsverbände um jedes einzelne Mitglied kämpfen, wird die Beitragserhöhung wieder einen Schub an DARC-Austritten fördern (besonders inaktive Mitglieder, Doppelmitgliedschaften innerhalb einer Familie usw.). In wirtschaftlich schlechten Zeiten und sinkendem Reallohneinkommen wäre der richtige Weg eine Beitragssenkung gewesen!!

Die Abfindung des Geschäftsführers Häfner mit sechsstelliger Eurosumme lässt bei den Mitgliedern den Schluss zu, dass dies nun durch ihre Beiträge bezahlt werden muss. Dies hat auf den Bändern, in Packet und anderen Foren bereits zu wüsten Diskussionen geführt, welche dem Ansehen des DARC zusätzlich schaden. Was die Mitglieder als Leistung vom DARC erwarten, ist die QSL-Vermittlung und die CQ DL, alle anderen Leistungen gehören auf den Prüfstand, wenn diese finanziell nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Ebenso gilt dies für die Personalstruktur innerhalb der Geschäftsstelle!

Jeder, der weiß, wie schwierig es ist, neue Mitglieder für den DARC zu werben, wird verstehen, warum wir alles dafür tun müssen, um unsere bestehenden Mitgliedschaften zu halten. Durch Beitragserhöhungen, für welche die Mitglieder kein Verständnis aufbringen können, wird der DARC dies ganz gewiss nicht tun!!

Martin Kickartz, DG9KS

P.S.: Dieser Beitrag ging als Leserbrief mit der Bitte um Veröffentlichung an das DARC-Mitgliedermagazin CQ DL. Konstruktiv kritische Leserbriefe werden dort offensichtlich immer noch nicht geduldet. Trotz Rücksprache mit der Redaktion war man nicht gewillt, diesen Beitrag zu veröffentlichen! Andere Amateurfunkmagazine wie z.B. unter anderem das Funktelegramm haben damit kein Problem!"

Soweit Martins Leserbrief.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Die Fähigkeit der Funkamateure zur Völkerverständigung nimmt im Quadrat der Entfernung voneinander zu.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC