HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 203 / 2005 vom 16.10.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

NEUE MOBILFUNKNETZE BEI 450 MHZ?

(rps) Es kommt offenbar wieder Bewegung in die Umgebung des 70-cm-Bandes. Wie das Internetportal "onlinekosten.de" diese Woche meldet, wollen gleich zwei Netztechnikausrüster – nämlich Nokia und Ericsson – sich darauf vorbereiten, den Frequenzbereich um 450 MHz zu nutzen. Ziel ist der Aufbau kostengünstigerer Mobilfunknetze. Das so genannte GSM-450-System ermögliche zudem die Mobilfunkabdeckung in bislang noch unerschlossenen Märkten. Auch in Gegenden, in denen eine Erschließung bisher unrentabel ist, soll GSM 450 eingesetzt werden. Die neue Technologie führe zu einer besseren Versorgung bei geringeren Betriebskosten. Schon 2006 sollen passende Geräte auf den Markt kommen.

Um Kapazität und Netzabdeckung auch in der Zukunft zu optimieren, könne GSM
450 auch mit den GSM-Lösungen in den bestehenden Frequenzbändern bei 900 und 1800 MHz in ein und derselben Region kombiniert werden. So können heutige GSM-Netze, zum Beispiel in Ballungsräumen, um 450-MHz-Lösungen mit dem Ziel größerer Reichweiten in ländlichen Gebieten erweitert werden.


WRC-07: ARBEITSKREIS DER NATIONALEN GRUPPE TRAF SICH IN MAINZ

(rps) In zwei Jahren findet die nächste Weltfunkkonferenz der ITU in Genf statt. Deutschland trifft seine Vorbereitungen dazu im Rahmen der so genannten "Nationalen Gruppe". Deren "Arbeitskreis 2" traf sich am vergangenen Dienstag in Mainz bei der Bundesnetzagentur, um unter anderem auch zwei für den Amateurfunkdienst wichtige Tagesordnungspunkte der WRC-07 zu diskutieren. Während das erste Thema – eine weltweite Langwellen-Sekundärzuweisung von 135,7 bis 137,8 kHz – uneingeschränkte internationale Unterstützung genießt, geht es beim zweiten Thema problematisch und kontrovers zu: Es geht um die Überprüfung aller Zuweisungen im Kurzwellensegment von 4 bis 10 MHz. Hintergrund ist, dass der Rundfunk – in Deutschland die Deutsche Welle – dort im Licht der anstehenden Ausweitung der digitalen Versorgung mittels DRM seine Frequenzen deutlich erweitert sehen will, während andere Funkdienste nichts abgeben oder teilen möchten.

Während die bereits 2003 beschlossene Erweiterung des 40-Meter-Amateurfunkbandes bis auf 7200 kHz nicht mehr revidiert werden kann, scheint nach den Erfahrungen der WRC-03 eine erneute Erweiterung – und somit eine weltweite Harmonisierung – auf 7300 kHz jedoch auf starke internationale Vorbehalte zu stoßen. Als möglicherweise Erfolg versprechende alternative Strategie sieht die AGZ e.V. eine maximal 100 kHz breite Sekundärzuweisung bei 5300 kHz, zumindest in der ITU-Region 1. Frequenzen bei 5 MHz eignen sich in besonderer Weise, um die Funkversorgung in einem Radius von 500 bis 1000 Kilometern rund um die Uhr mit ausreichenden Feldstärken sicher zu stellen – vor allem bei geringer Sonnenaktivität. Einige Staaten – nämlich Großbritannien, Kanada, die USA, Norwegen, Finnland und Island – haben ihren Funkamateuren zu Testzwecken bereits entsprechende Frequenzen zugewiesen.

Die AGZ hat diesen Wunsch letzte Woche in der Nationalen Gruppe auf den Weg gebracht. Wir werden zu gegebener Zeit Weiteres dazu berichten.


LESERBRIEF

(hfs) Leserbriefe stellen nicht die Meinung der Redaktion dar, sondern die des Leserbrief-Autors. Udo Dinsing, DG2BAY, aus Frankenthal schreibt uns:

"Hallo lieber OM Hermann !

Auch Inhaber der Klasse E haben ihre Daseinsberechtigung! Wie oftmals in den vergangenen Wochen aufgefallen ist, werden auf eine aggressive Art und Weise Inhaber der Klasse E von diversen Relais vertrieben. Es gibt sogar Äußerungen hinsichtlich dessen, dass Inhaber der Klasse A schon offiziell über ein Relais den Funkbetrieb mit einem Inhaber der Klasse E eingestellt haben, mit der Begründung 'er habe keine richtige Lizenz'. Wer erzählt denn so einen Schwachsinn?

Insbesondere sind von diesen Leuten die Relais DB0XK (2-Meter-Band) und DB0VA (70-cm-Band) betroffen. So wurde z.B. am 06.10.2005 ein Tonruf mit einer Dauer von über 60 Minuten auf dem Relais DB0VA gestellt, nur weil sich zuvor eine Station mit DO-Rufzeichen gemeldet hat. Der Schwachsinn in dieser Sache ist darin zu finden, dass sich die betreffenden Relaisverantwortlichen hierzu überhaupt nicht melden. Sollte ein Relaisverantwortlicher seinen Aufgaben nicht nachkommen, so sollte die Bundesnetzagentur ihm unwiderruflich die Relaislizenz entziehen!!!

Wenn man sich manchmal anhört, wie hochbegabt doch einige hinsichtlich der Technik sind, so drängt sich mir die Frage auf, warum denn diese technisch Hochbegabten noch nicht einmal in der Lage sind, durch eine Kreuzpeilung einen Störer zu lokalisieren. Aber das ewige 'bla bla bla', was gewisse Stationen von sich geben, hilft hier auch nicht weiter.

Vielleicht wird es ja irgendwann mal anders und auch andere Stationen erkennen, dass E-Lizenzierte durchaus ihre Daseinsberechtigung haben.

Udo Dinsing, DG2BAY"


FONIE BLEIBT FONIE

(hfs) – auch wenn die Übertragungswege ganz oder teilweise digitalisiert sind. Ausschlaggebend für die Definition einer Betriebsart ist die Kommunikationsebene – und nicht der Übertragungsweg oder seine Modalität. Auf der Basis einer Information von Regio-Net-DL will die Bundesnetzagentur verfügen, dass Voice over IP im CB-Funk ausschließlich auf dessen jetzigen Datenkanälen zusätzlich zum "echten Digitalfunk" betrieben werden darf.

Ich möchte den Funkamateuren bei der Bundesnetzagentur ins Stammbuch schreiben, dass der transparente Modus eines Gateways kommunikationstechnisch immer unter den Tisch fällt – er ist eben transparent für die Nutzer – und dass dessen Ausgabe immer der Betriebsart der Luftschnittstelle entspricht und nicht der des zwischen geschalteten Übertragungsmodus. Das hatte die Behörde seinerzeit schon bei den DA5-Pactor-Gateways falsch interpretiert, ebenso bei der Frequenzzuteilung der Amateurfunk-Echolink-Gateways – und jetzt neuerlich im CB-Funk bei der Strangulierung der Packet-Radio-Stationen durch reine Fonie-Aussendungen.

Ich denke, dass die Bundesnetzagentur Handlungsbedarf im technischen Verständnis für neue Modi bei privaten Funkdiensten hat.

Hermann, DL1EEC


DEUTSCHLAND: SCHON WIEDER SCHLUSSLICHT

(red) In Großbritannien sind bereits 99 Prozent des Landes von der digitalen Behörden- und Sicherheitsfunktechnik Tetra abgedeckt. Damit ist die Insel Spitzenreiter weltweit – auch wenn beispielsweise in Polen diese Funktechnik noch intensiver genutzt wird.

Während die Polizei in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern noch mit analoger Technik – und vor allem durch jeden abhörbar – auf Verbrecherjagd geht, hält in Großbritannien zunehmend moderne Digitaltechnik mit nicht crackbarem Verschlüsselungsschutz im Polizeifunk Einzug. Das Bündelfunksystem Tetra (das steht für "Terrestrial Trunked Radio") ermöglicht nicht nur die abhörsichere Kommunikation zwischen Beamten in der selben Region, sondern mittels seiner Netzstruktur auch mit Kollegen in anderen Teilen des Landes. Auch Österreich und Deutschland sollen in den kommenden Jahren irgendwann einen flächendeckenden digitalen Polizeifunk erhalten – in Großbritannien ist er heute bereits Standard.

Quelle: futurezone.orf.at


IN EIGENER SACHE

(hfs) Die AGZ betreibt in Wermelskirchen – der Locator ist JO31OD – unter dem Rufzeichen DB0AGZ auf 145,450 MHz ein Echolink-Gateway; die Betriebszeit ist 24 Stunden am Tag. Sonntags arbeitet ab sofort dort DL0AGZ. Die Nodenummer dieses Rufzeichens ist 44345. Damit ist der Einzugsbereich für Echolinknutzer in Nordrhein-Westfalen sonntags größer als während der Woche.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) Was das Leben ausmacht, sind nicht die Ziele, sondern die Wege zum Ziel.

Quelle: Curt Emmerich


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Hermann, DL1EEC