HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 206 / 2005 vom 06.11.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

REICHWEITEN

(hfs) HamRadio 2day brachte in seinen Ausgaben 204 und 205 ein Interview mit Johannes Heep, DJ5DM, Vorsitzender des DARC-Ortsverbands Willich (R17), zu dessen Thema "wie demokratisch ist der DARC eigentlich?". Daraufhin gab dieser Verein auf seiner Homepage plakativ Schützenhilfe für seinen Ortsverband, erhöhte damit den Aufmerksamkeitsgrad und verdoppelte nochmals die Reichweite des Magazins DL: HamRadio 2day.

Die Analyse der Clicks auf die Homepage von Johannes Heep – das ist www.dj5dm.amyju.com – lassen nach den Richtlinien und der Erfahrung der Direktwerber die statistische Hochrechnung zu, dass DL: HamRadio 2day eine Reichweite von etwa 20.000 Kontakten erzielt.

Das ohne Not auf der eigenen Homepage dargestellte Eingeständnis der Finanzbuchhaltung des DARC, die in den vergangenen Jahren nicht angegebenen Ortsverbandsanteile – DJ5DM reklamierte das erstmals öffentlich – erst Anfang 2006 in die Bücher zu bringen, lässt meiner Meinung nach nur den Schluss zu, dass diese späte Einsicht erst von außen initiiert werden musste.

Hermann, DL1EEC


DIE CEPT-EINSTEIGERKLASSE IST DA

(rps) Die Vereinigung der europäischen Telekommunikationsverwaltungen – CEPT – hat im Oktober den rechtlichen Rahmen dafür geschaffen, dass ihre Mitgliedsstaaten nun auch ihre Einsteigergenehmigungsklassen gegenseitig anerkennen können. Die jetzt gültige ECC-Empfehlung 05(06) gibt die Rahmenbedingungen für die neue "CEPT Novice Radio Amateur Licence" vor. Notwendig ist, dass ein Land seine nationale Einsteigerklasse – in Deutschland also Zeugnisklasse E – der CEPT gegenüber benennt. Sie soll allerdings, um anerkannt zu werden, gewisse Voraussetzungen erfüllen, die im ebenfalls nun gültigen ERC-Report 32 festgeschrieben sind. Dieser Bericht enthält unter anderem inhaltliche Empfehlungen für die Mindestanforderungen an die Prüfungsinhalte.

International wird die neue CEPT Novice Licence keineswegs auf UKW-Frequenzen beschränkt gesehen. So soll die Prüfung dem entsprechend auch Fragen beinhalten, die sich ausschließlich auf den Kurzwellenbereich beziehen. Beispiele sind der Aufbau der Ionosphäre und die Wellenausbreitung mittels Reflexion an ihren diversen Schichten, der Sonnenfleckenzyklus und Antennenformen, die man nur unterhalb von 30 MHz verwendet.

Obwohl der ERC-Report nur eine Empfehlung ist – ein verbindlicher Konsens konnte in Europa nicht erzielt werden –, kann sich die Bundesregierung einer Öffnung der Kurzwelle für die Zeugnisklasse E kaum länger verschließen. Ansonsten bekämen wir in Europa die merkwürdige Situation, dass deutsche Novizen unter anderem in Großbritannien, Spanien, Portugal, Schweden und Dänemark auf die Kurzwelle dürfen, obwohl sie dazu nie eine einzige Prüfungsfrage beantworten mussten, und dass Einsteiger dieser Länder in Deutschland auf 144 und 430 MHz eingepfercht werden, obwohl sie zu Hause Kurzwellenkenntnisse dokumentiert haben.

Bisher hat nur Dänemark seine nationale Klasse B als Novice Licence gegenüber der CEPT manifestiert. In Deutschland gilt die neue Regelung also noch nicht: Weder dürfen unsere DO-Calls zur Zeit "einfach so" im Ausland funken, noch gilt dies umgekehrt. Hier ist das Bundeswirtschaftsministerium aufgerufen, umgehend zu handeln.


LESERBRIEF

(red) Michael, DB1MV, schreibt uns zum Thema Basisdemokratie – auch im Funk.

"Ich möchte dieses Thema hier einmal aufgreifen, weil es mir so ziemlich am Herzen liegt und weil ich es nicht mehr ertragen kann, was durch unsere Funkvertretungen – sei es im CB-Funk oder im Amateurfunk – für unser herrliches Hobby in den letzten Jahren alles für Missgeschicke passiert sind. Diejenigen, die uns und unser Hobby vertreten wollen, müssen sich auf das Wort Basis mal wieder besinnen.

Es geht nicht um die Vereine und Verbände, sondern um die Sache und die Menschen, die unser Hobby tagtäglich betreiben.

Es geht nicht um Machtkämpfe zwischen im CB-Funk DAKfCBNF, DFA oder RTCB und im Amateurfunk um DARC, AGZ oder RTA.

Es geht auch nicht um die ganzen Persönlichkeiten im CB-Funk und Amateurfunk, die sich selbstdarstellend sehr gerne in jeglichem Medium wieder finden wollen, um darzustellen, wie toll sie uns doch alle vertreten haben.

NEIN, langsam muss damit Schluss sein, um wieder vorwärts zu kommen. Wir alle erfüllen unser Hobby, nicht eine selbst auserwählte Herrlichkeit. Wenn diese Gajeks, Hoppes, Ahnes, Heids, Westermanns, Schorns, Hindrichs und alle, denen der Schuh passt, sich mal ganz kräftig an die Nase fassen und das dann immer noch nichts bringt, sollten sich diese Persönlichkeiten ganz schnell von der Bühne verabschieden. Das brauchen wir CB-Funker und Amateurfunker nicht: eure behindernden und Hobby zerschlagenden Aktivitäten. In der Politik wird gerade das jüngste Beispiel erlebt, denn das Volk lässt sich auf Dauer nicht verdummen und genau so ist es auch im CB- und Amateurfunk. Ein jüngeres Beispiel findet sich in der CQ DL wieder, wo die Sorge um den Nachwuchs erst an zweiter Stelle steht.

Liebe Leute, nicht weinen, sucht mal nach den Ursachen! Da braucht man im CB-Funk und auch im Amateurfunk nicht lange zu suchen. Wenn man z.B. zum JOTA der Pfadfinder – hier geht es um Jugendarbeit – im 48. Jahr jeweils zur gleichen Zeit an diesem Wochenende den WAG-Contest drauf legt? Aber Hallo: Das ist eine sehr interessante Variante, den Nachwuchs zu fördern. Da wundert Ihr Euch, liebe selbstverherrlichenden Persönlichkeiten, dass die Bänder immer kläglicher gefüllt sind?

Wenn das so weiter geht, dann werden diese Vereins- und Verbandsmeiereien unser aller Untergang sein. Wir brauchen mehr Leute, die unsere Anliegen gegenüber den Fernmeldeverwaltungen in der EU fachkompetent vertreten.

In diesem Sinne vy 73 de Michael, DB1MV und DPN214"

Leserbriefe stellen die Meinung des Autors dar, nicht die der Redaktion.


KONING KEIZER ADMIRAAL GEHT VOR GERICHT

(rps) HamRadio 2day berichtete das Unglaubliche am 19. Dezember 2004 in Ausgabe 163: Der UKW-Piratensender "Koning Keizer Admiraal" – kurz KKA – hatte vor Weihnachten tagelang auf 97,0 MHz unmittelbar an der niederländischen Grenze bei Gildehaus in Niedersachsen gesendet. Das Signal des mit 100 Kilowatt Strahlungsleistung extrem starken Senders und der mehr als einhundert Meter hohe Mast hatten viel Aufsehen erregt.

Gegen einen niederländischen Staatsbürger eröffnete die damalige deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ein Verfahren wegen unerlaubter Frequenznutzung und setzte ein Bußgeld in Höhe von 53.500 Euro fest, wir berichteten in Ausgabe 186. Dagegen hat der Beschuldigte unterdessen Widerspruch eingelegt. In Folge ist nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren beim Amtsgericht Bonn anhängig. Den hohen Betrag begründet die Behörde dabei mit dem Aufwand für die Aushebung. So wurde das Katasteramt Lingen eingeschaltet, um vor Ort zu klären, ob die Ausstrahlung tatsächlich von deutschem Boden kam. Das bemerkenswerte Ergebnis: Die Piraten, die die Station bedienten, sassen mit ihrem Studioequipment in einem Bierzelt, das sich auf niederländischem Gebiet befand, während Sender und Antennenmast etwa zehn Meter von der Grenze entfernt in Deutschland standen – eine juristisch nicht gerade einfache Situation.

Auch Reichweite und Stärke des Senders hätten laut Bundesnetzagentur bei der Festsetzung des Bußgeldes eine Rolle gespielt, das deutlich über die im Durchschnitt 1.500 Euro hohen Bussen hinausgeht. Eventuell kommt es noch in diesem Jahr zu einem Gerichtstermin – und der wird bestimmt spannend.

Quelle: www.vogelfreiesradio.de


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus.

Quelle: André Kostolany


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Hermann, DL1EEC