HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 208 / 2005 vom 20.11.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
  Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL

(wvg) Benjamin Franklin meinte einmal: "Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit."

Zugegeben, Verallgemeinerungen haben es in sich. Sie schießen schnell über das Ziel hinaus. Aber – das trifft auf das Eingangszitat nicht zu. Gerade wir Funkamateure sollten uns fragen, ob wir die Freiheit, die uns das Amateurfunkgesetz von 1997 gibt, verdient haben. Rufen wir doch bei der geringsten Beeinträchtigung nach der "Aufsicht", werfen ihr vor, dass Sie nichts tut, uns vor den vermeintlichen Rüpeln auf den Frequenzen zu schützen. Frei nach dem Motto: Wer nicht so funktioniert wie ich, der gehört hier nicht hin. Mit dieser Denke wird sicher Freiheit nicht aufgegeben, sondern beherzt eingefordert.

Doch halt, von wem eingefordert? Natürlich von einer "Aufsicht", wie auch immer sie gestaltet sein mag. Unbemerkt bleibt, dass mit dem Ruf nach Aufsicht die Einschränkung der eigenen Freiheit verbunden ist. Denn Aufsicht wird auch dem gegenüber ausgeübt, der sie gegenüber anderen eingesetzt wünscht.

Ich denke, diese Hams verdienen weder die Freiheit des Amateurfunkgesetzes von 1997, noch die mit einer verstärkten Aufsicht herbei gesehnte Sicherheit. Nutzen wir die uns zugestandenen Freiheiten und zeigen wir uns ihrer würdig!

Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


AGZ NIMMT STELLUNG ZUM NEUEN FREQUENZNUTZUNGSPLAN

(rps) Bereits im September hatte die Bundesnetzagentur einen Entwurf für einen neuen Frequenznutzungsplan in das Internet gestellt und die Öffentlichkeit zur Stellungnahme aufgefordert. Dem ist die AGZ e.V. als Lobbyvertreter diese Woche nachgekommen. Sie hat der Bundesnetzagentur ihre Bedenken übermittelt, die sich ausschließlich auf die Amateurfunkfrequenzen bei 50 MHz konzentrieren.

Kurz zusammen gefasst haben wir sowohl rechtliche Bedenken, als auch Einwände wissenschaftlich-technischer Art gegen das offenbar auch in Zukunft auf unabsehbare Zeit festgeschriebene Anfordernis einer "besonderen Zuteilung" durch die Bundesnetzagentur.

Zum Recht: Da der übergeordnete Frequenzbereichszuweisungsplan keine solche Sondergenehmigung verlangt, technische und betriebliche Rahmenbedingungen allein in der Amateurfunkverordnung zu definieren sind und das Amateurfunkgesetz uns die Frequenzen abschließend zuweist, sind wir der Meinung, dass das gegenwärtige Verfahren insgesamt so jedenfalls nicht geht.

Zur Sache: Zur Nahbereichskommunikation eignet sich 50 MHz schon wegen der im internationalen Vergleich sehr geringen erlaubten Strahlungsleistung von 25 Watt ERP in Deutschland nicht. Außerdem ist FM nicht zugelassen. Vorherrschend – vor allem hinsichtlich der erzielten Feldstärken – sind auf deutschem Boden Sporadic-E-Verbindungen mittels Reflexion an der Ionosphäre. Da deren Aktionsradius zwischen minimal etwa 800 und maximal ca. 2500 Kilometern liegt, und da die allermeisten europäischen Staaten den Frequenzbereich für den Amateurfunk allgemein und mit teils deutlich höheren Senderleistungen frei gegeben haben, kann man leicht aufzeigen, dass das Störpotenzial gegenüber dem militärischen Primärnutzer auf deutschem Gebiet fast nur durch Amateurfunkstellen des europäischen Auslands bedingt ist. Durch eine Begrenzung der Anzahl von Sondergenehmigungsinhabern auf deutschem Boden kann somit in der Sache absolut nichts erreicht werden.

Lesen Sie das ausführliche Statement, dass Sie – wie immer – auf unserer Website

www.agz-ev.de

finden.


LESERBRIEFE

(red) Joachim Lersch, DG7IG, schreibt:

"Seit Yaesu Lager und Service nach Holland verlegt hat, ist es vorbei, innerhalb von zwei Wochen sein Gerät wieder im Shack zu haben. Ich selbst habe meine Erfahrung machen können; zur Verdeutlichung zwei Beispiele:

1. Bei einer Lieferung eines VX-7R fehlte das deutsche Handbuch: Lieferzeit vier Wochen. Begründung: Das Handbuch werde in Japan gedruckt.

2. Lieferzeit für eine Ersatzantenne des FT-817: vier Monate!

Leider ist es offensichtlich so, dass Zubehör- oder Ersatzteile immer direkt in Japan bestellt werden müssen – und das dauert. Und die telefonische Hotline ist aus den Werbeanzeigen auch verschwunden.

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Lersch, DG7IG"

Klaus schreibt uns:

"Ich bin CB-Funker aus Düsseldorf. Ich höre HamRadio seit ca. zwei Jahren; es ist sehr gut. Auch das, was über den CB-Funk berichtet wird. Kann man HamRadio auch per E-Mail eine Bestätigung schreiben?

Gruß Klaus"

Soweit die Leserbriefe. Sie geben – wie immer – die Meinung des jeweiligen Autors wieder und nicht die der Redaktion. Aus Platzgründen werden Leserbriefe manchmal ohne Sinnentstellung gekürzt. Natürlich kann man den Empfang von HamRadio 2day auch per E-Mail bestätigen. Schreiben Sie an

dl0agz@agz-ev.de.


HAMRADIO 2MORROW

(hfs) kommt schneller, als etwa 3000 Funkamateure in Deutschland denken – auch wenn sie heute noch krampfhaft nach einem Fleckchen Erde suchen, das noch nicht an internationale Funknetze angeschlossen ist. Die beste Endzeiterwartung hat da noch SOTA – das steht für "Summits on the Air", denn die Berggipfel werden wohl die letzten sein, die es noch zu "arbeiten" gilt.

Aber – ist 599 aus xxnnxx wirklich der Inhalt des Amateurfunkdienstes? Natürlich ist es jedem unbelassen, Antenne und TRX auf den Mount Everest zu schleppen, um von dort aus dann die Big Guns zu hören, solange das nicht entmündigte Vereinsmitglieder oder Steuerzahler finanziell oder als Kuli mittragen müssen.

Ich finde, dass der Amateurfunkdienst zumindest in Europa politisch neu ausgerichtet werden muss. Er muss in die nichtdemokratischen Länder getragen werden, die Funkamateure müssen auf breiterer Basis miteinander reden und nicht nur RST- und WX-Rapporte austauschen.

Hermann, DL1EEC


SCHLAGABTAUSCH

(hfs) Der so genannte Amateurrat des DARC als das Organ der Mitglieder hatte eine Art von "Agenda 2007" erarbeitet und sie prompt den Mitgliedern vorenthalten. Der Vorsitzende des DARC-Ortsverbands Willich (R17) – Johannes Heep, DJ5DM – aber stellte diese Information seinen Mitgliedern direkt zu – und auf seiner privaten Homepage

www.dj5dm.amyju.com

allen zur Verfügung. Prompt bekam er vom DARC e.V. die Aufforderung zur Unterlassung nebst Androhung einer Strafanzeige – woraufhin sein Anwalt mit dem Vorwurf der Nötigung konterte. Offensichtlich ist beim DARC noch nicht angekommen, dass ein Verein von seinen Mitgliedern gebildet wird und nicht von den beauftragten Interessensvertretern.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) ... es kann ja jeder mit seiner automatischen Station machen, was er will. Wer allerdings im Echolinksystem andere Echolinkgateways sperrt, der sperrt seine eigene Klientel aus und nicht etwa den anderen Gatewaybetreiber. Hier kommt nun die aktuelle Sperrliste der Stationen, die DB0AGZ als Echolinkgateway auf ihrer Sperrliste haben:

DB0HTV, DB0LE, DB0LJ, DB0RKN, DD1KJ,
DH7MK, DL1OBH, DB0LL, DM0ZGW und DO0SMZ.

DB0AGZ hat mehr als 10.000 Kontakte im Jahr; entstand da etwa Futterneid?


Vy 73,
Hermann, DL1EEC