HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 214 / 2006 vom 15.01.2006

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

HEUTE GLEICH ZU ANFANG: LESERBRIEFE

(red) Jürgen schreibt uns:

"Guten Tag, also ich habe mich bei der Bundesnetzagentur erkundigt, und da weiß man nichts von dem Schritt, die Klasse E auf die Kurzwelle zu bringen. Sind Sie schlauer als die Behörde? Wo finde ich mehr zu diesem Thema. Bin dankbar für jeden Hinweis.

Mit freundlichen Grüßen DO1HJK / Jürgen Kösling"

Bernhard schreibt:

"Hallo, Bezug nehmend auf HamRadio 2day 213/2006 vom 8.1.2006 habe ich folgende Frage: Kann ich als Inhaber einer Klasse-3-Lizenz vom Februar 2003 künftig auch auf Kurzwelle arbeiten, wenn ja, in welchem Umfang? Ich nehme an, dass das viele DO-Lizenzler interessieren wird. Deshalb wäre eine Antwort oder Klarstellung in einer der nächsten Ausgaben von HamRadio 2day sicher sinnvoll. Danke und Grüße aus Bottrop!

Bernhard Frilling, DO2BF"

Hansi schreibt:

"Hallo, sehr gern lese ich Euer HamRadio 2day, obwohl ich Mitglied im DARC bin. Ich finde es gut, wenn man Nachrichten von zwei verschiedenen Quellen lesen kann. Ich hatte damals eine E-Mail an den DARC gerichtet (mit der Bitte um eine ehrliche Antwort) mit der Frage, ob für uns (DO) ein eingeschränkter Kurzwellenzugang kommt oder nicht! Diese Antwort blieb mir der DARC bis heute schuldig. (Was sich ja nun auch erübrigt hat). Meine Frage ist (da ja nun doch ein Kurzwellenzugang kommt), auf welchem Band oder welchen Bändern wir in naher Zukunft QRV sein dürfen. Na ja, 10 Watt EIRP ist nicht die Welt, aber mit PSK31 und CW sind Europaverbindungen machbar. Auch wäre ich für die Antwort dankbar, ob man die Klasse E updaten kann zur Klasse A? Ich würde mich sehr freuen über eine ehrliche Antwort. Danke in Voraus.

Mit freundlichen Grüßen, 73 von DO1ZHL (Hansi)"

Christian schreibt:

"Lieber DL1EEC und DC5JQ, zuerst einmal ein frohes neues Jahr, und ein herzliches Dankeschön für die erfreuliche Meldung, die in HamRadio 2day 213 ausgegeben wurde. Der beschränkte Zugang zur Kurzwelle ist ein wichtiger und schon lange überfälliger Schritt in die richtige Richtung. So fängt das neue Jahr doch richtig gut an. Ich denke, dass dies auch ein Ergebnis eurer Arbeit ist und beglückwünsche euch dazu.

Viele Grüße und weiter so! Christian Russo, DO9RC"

Soweit für heute unsere Leserbriefe.


DIE AGZ HAT NACHGEHAKT: KLASSE E AUF KURZWELLE !

(rps) Manche können es offenbar nicht glauben. Das Schreiben des Wirtschaftsministeriums sei in diesem Punkt "weniger konkret", heißt es beispielsweise im Netz selbst bei "delta-oscar.de". Hier helfen nur Fakten. Wir haben diese Woche für Sie in Berlin beim zuständigen Ministerium nachgehakt.

Kommt der Kurzwellenzugang für Klasse E?

Ja, er kommt definitiv. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat dies der AGZ e.V. gegenüber noch einmal ausdrücklich bestätigt. Wenn man Klasse E als CEPT-Novice einstufe – und dies geschah vor Weihnachten –, dann müsse man in Konsequenz sowohl die Prüfung, als auch den Berechtigungsumfang auf die Kurzwelle ausdehnen.

Kommen auch die bisher erteilten Genehmigungen in den Genuss?

Ja, alle bestehenden Einsteigergenehmigungen werden bei In-Kraft-Treten der neuen Amateurfunkverordnung ohne jedes weitere Anfordernis auf die Kurzwelle dürfen. Die Bundesnetzagentur stellt zur Zeit auf Antrag kostenlos neue Zuteilungsurkunden aus, die die CEPT-Konformität beinhalten. Notwendig ist dieses neue Dokument allerdings nur im Ausland. Im Inland wird man nach In-Kraft-Treten der novellierten Amateurfunkverordnung auch mit der alten Urkunde auf Kurzwelle funken dürfen.

Steht schon fest, wie die Beschränkung der Kurzwellennutzung konkret aussehen wird?

Nein. Bisher gibt es nur einen nicht veröffentlichten Entwurf innerhalb des Ministeriums, der zudem noch in Diskussion ist. Welche Frequenzen genutzt werden dürfen und unter welchen Bedingungen, das wird zusammen mit dem Entwurf der Änderungsverordnung demnächst der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt.

Wird die Amateurfunkprüfung endlich upgradefähig gestaltet?

Ja. Ministerium und Netzagentur arbeiten an einem Konzept, das Aufstocken zur Klasse A möglich zu machen, ohne erneut eine vollständige Prüfung ablegen zu müssen. In Frage kommt z.B. eine anspruchsvollere Technikprüfung für Klasse A bei ansonsten identischen und für beide Klassen gültigen Prüfungsteilen in Betrieb und Vorschriften.


GALILEO-FREQUENZEN IM ORBIT BELEGT

(rps) Giove A – wir berichteten im November – befindet sich inzwischen voll funktionsfähig in der Erdumlaufbahn – und zwar in etwa 23.000 Kilometern Höhe mit einer Inklination von 56 Grad. Am 28. Dezember wurde der ESA-Satellit vom kasachischen Kosmodrom Baikonur aus mit vollem Erfolg gestartet. Die Aufgabe dieses ersten Exemplars der Galileo-Familie ist neben dem Test der Solarflügel und anderer Komponenten vor allem die Belegung der für das europäische Navigationssystem zugewiesenen Frequenzen, die ansonsten am 10. Juni dieses Jahres verfallen würden. Belegt werden die Bereiche 1164 bis 1214 und 1563 bis 1591 MHz für das Grundnavigationssystem, das eine kostenlose Genauigkeit von vier bis acht Metern aufweist. Für eine kostenpflichtige Steigerung auf eine Unsicherheit von nur einem Meter werden zusätzlich auch dem Amateurfunkdienst zugeteilte Frequenzen verwendet: Es handelt sich um 1260 bis 1300 MHz.

Im Frühjahr bereits folgt Giove B – und bis 2008 sollen vier weitere Galileo-Satelliten in den Orbit gebracht werden. Dann kann man bereits navigieren. Am Ende werden es insgesamt 30 Satelliten sein. Funkamateure sollten ab sofort das 23-cm-Band beobachten, ob und mit welchen Feldstärken Giove A zu hören ist. Es handelt sich um ein Breitbandsignal, das Spread-Spectrum-Technologie verwendet. Keplerelemente stehen bereits zur Verfügung, so zum Beispiel unter www.space-track.org. Die Katalognummer von Giove A ist 28922.

Erste technische Analysen des gegenseitigen Störpotenzials zeigen allerdings, dass die Galileo-Satelliten den Amateurfunk kaum beeinträchtigen werden: Zu gering ist die elektromagnetische Energie, die in die im Amateurfunk verwendeten Empfangsbandbreiten fällt. Allenfalls EME-Stationen mit Hochgewinnantennen könnten Probleme bekommen, aber nur, wenn ein Satellit in der schmalen Richtkeule steht – und das ist nur sehr kurz der Fall. Umgekehrt wird es wohl erheblich konfliktreicher: Hier hängt es davon ab, wie die künftigen Galileo-Navigationsempfänger ein starkes schmalbandiges Störsignal gegenüber dem schwachen fast 40 MHz breiten Nutzsignal unterdrücken können. Erste Abschätzungen ergeben, dass ein 1000-Watt-EIRP-Amateurfunksignal Galileo in Entfernungen von mehr als 20 Kilometern lahm legen kann.

Quelle: ESA und Peter Blair, G3LTF


DER ENTWURF EINES NEUEN FREQUENZBEREICHSZUWEISUNGSPLANS

(rps) wurde von Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie diese Woche zur Stellungnahme im Internet veröffentlicht. Hier soll erstmals der Frequenzbereich 7100 bis 7200 kHz dem Amateurfunkdienst auf sekundärer Basis zugewiesen werden. Als maximale Senderleistung wird 24 dBW vorgeschrieben, das sind 251 Watt. Es handelt sich – wohl gemerkt – noch um einen Entwurf. Die Erweiterung des 40-Meterbandes tritt erst in Kraft, wenn die entsprechende Verordnung gültig wird. Einer Änderung des Frequenznutzungsplans und der Amateurfunkverordnung bedarf es dazu im übrigen nicht. Grundlage ist in diesem Fall die Übergangsregelung in Paragraf 150 Absatz 7 des Telekommunikationsgesetzes in Verbindung mit Paragraf 3 Absatz 5 des Amateurfunkgesetzes.

Der Amateurfunk wird ansonsten lediglich an einer einzigen Stelle berührt: Der bisher primär zugewiesene Bereich 77,5 bis 78 GHz wird auf sekundär zurück gestuft. Grund ist die auf europäischer Ebene beschlossene Einführung von Kfz-Kurzstreckenradargeräten, so genannten SRR. Als Ersatz wird die bisher auf das Jahr 2006 angesetzte Befristung der primären Zuweisung im Frequenzbereich 75,5 bis 76 GHz aufgehoben.

Quelle: BMWi


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) ... solange Funkamateure noch vom "Funken" träumen, wird es nichts mit der Völkerverständigung und dem Abbau der Barrieren in den Köpfen.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC