HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 217 / 2006 vom 05.02.2006

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

AGZ SENDET UNTER EA8/DL0AGZ

(hfs) noch bis zum 11. Februar täglich zwischen 19:00 und 20:00 auf den Frequenzen 14.340, 21.340 und 28.340 kHz. In Pactor Level 1 bis 3 ist EA8/DL0AGZ rund um die Uhr auf 14.074,0 kHz Mark ansprechbar. Die gedachte Trägerfrequenz ist also auf 14.072,6 kHz einzustellen.

EA8/DL0AGZ sendet HamRadio 2day am 5. Februar um 11:00 auf 14.340 kHz, um 11:15 auf 21.340 kHz und um 11:30 auf 28.340 kHz. Die Zeiten sind jeweils alle in UTC. Hörberichte schicken Sie bitte per E-Mail an dl0agz@agz-ev.de; natürlich erwarten wir dort auch wie gewohnt Ihre Leserbriefe.


50 MEGAHERTZ: DREIFACH ÜBERZEICHNET

(hfs) Insgesamt etwa 4.500 Funkamateure haben bis zum 31. Januar eine 50-MHz-Sondergenehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragt – so lautet eine Information der Pressestelle der Behörde vom letzten Freitag. Davon sollen in einem Losverfahren lediglich 1.500 Personen bestimmt werden, denen das Glück hold ist. Ende Februar sollen sie benachrichtigt werden. Damit stehen die Chancen für den Einzelnen diesmal noch schlechter als bei der letzten Aktion im Jahre 2000. Mangels einer erkennbaren Rechtsgrundlage für die zahlenmäßige Beschränkung rate ich Ihnen, ein Losverfahren nicht zu akzeptieren.

Hermann, DL1EEC


JUBILÄUM

(rps) feierte letzte Woche die Betriebsart EME – das steht für "Erde-Mond-Erde"-Funkverbindungen. Am 25. Januar war es genau 60 Jahre her, dass das Projekt "Diana" zum ersten Mal erfolgreich demonstrieren konnte, Radiowellen zum Mond zu schicken, um dann das reflektierte Signal auf der Erde wieder zu empfangen. Ende Januar 1946 konnten Elektrotechnik-Ingenieure des US-amerikanischen Militärs in New Jersey dieses bis dahin für unmöglich gehaltene Experiment für sich entscheiden, indem sie die intensive Strahlung einer Radaranlage durch die Ionosphäre hindurch Richtung Mond schickten.

Benutzt wurde die Frequenz 111,5 MHz mit einer Senderausgangsleistung von drei Kilowatt. Die über eine offene Zweidrahtleitung mit 250 Ohm Impedanz gespeiste Antenne bestand aus 64 horizontalen im Quadrat angeordneten Dipolen mit insgesamt 24 dB Gewinn. Das Empfangssignal, also die eigenen, am Mond reflektierten Pulse, lag fast 20 dB über dem thermischen Rauschen der Anlage. Solange es noch keine Satelliten gab, benutzte das US-Militär die EME-Technik zur Kommunikation; später wurden dazu vor allem Mikrowellen eingesetzt. Mehr zu Diana finden Sie im Internet unter www.eagle.ca/~harry/ba/eme/.

Die erste nicht-militärische EME-Verbindung machten im übrigen erst im Jahre 1953 die beiden amerikanischen Funkamateure W4AO und W3GKP – und zwar auf 144 MHz.


KEINE BERUFUNG ODER REVISION

(rps) will nach eigenen Angaben die Bundesnetzagentur gegen das vom Verwaltungsgericht Köln am 16. Dezember letzten Jahres verkündete Urteil einlegen. Es ging um die Frequenznutzungsbeiträge für die Jahre 1998 und 1999. Das Gericht hob die entsprechenden Bescheide der damaligen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post für die mehr als 30 Kläger mit der Begründung auf, das Entstehen der auf die Frequenznutzer umgelegten Kosten sei nicht nachzuvollziehen. Insbesondere habe sich seinerzeit das Bundeswirtschaftsministerium beim Aufstellen der Beitragsverordnung bewusst und nachweisbar über das vom Telekommunikationsgesetz verlangte Kostendeckungsprinzip hinweg gesetzt.

Sobald uns die Rechtskraft des Urteils offiziell vorliegt, und das kann nicht mehr lange dauern, werden wir weitere Informationen zu diesem Thema veröffentlichen.


KOMMENTAR: HAMRADIO 2DAY

(hfs) informiert, polarisiert, politisiert und will polemisieren – und zwar im positiven Sinne dieser Worte. Die Resonanzen auf jede Ausgabe zeugen von der emotionalen Kraft dieses Magazins und seiner Autoren. Auffälligkeiten springen regelmäßig Klaus Bethge, DL8OL, ins Auge. Dabei sieht es sehr oft so aus, dass die Inhalte ihm wohl lieber selbst eingefallen wären: ein liebenswerter Zug von ihm. Dabei möchte ich ihm nachsehen, dass er uns unterstellt, wir würden die Identität unserer Leserzuschriften nicht kennen.

Und dann OLIVIA, die Schöne. Klaus, schreibe Deine Beiträge doch bei uns! Dann erfährst Du das elektromagnetische "ius prima noctis" und wir polieren Dir auch noch die Rechtschreibung und Grammatik. Und Du brauchst Dein Wissen nicht immer nachzureichen.

Hermann, DL1EEC


DEUTSCH AUF DEUTSCHEN FREQUENZEN

(hfs) so oder ähnlich wird die Forderung lauten, wenn man den Text des Funkamateurs DG1TV unter dem Datum 29.1.2006 in Packet Radio liest. Der Vorgang "G11" hat jetzt bereits zwei Aspekte: neben "Vereinsmitgliedschaft" nun auch "Gleichgeschlechtlichkeit".

Der Duktus von DG1TV passt eher in die Kneipenlandschaft der frühen 30er Jahre des letzten Jahrhunderts denn in unsere Zeit. Wie will dieser Mann denn Völkerverständigung vollziehen, wenn er noch nicht einmal die Achtung vor dieser Laune unserer Natur zur Kenntnis nehmen kann? Es ist sehr gut, dass er sein Dielenbrett auch noch selbst entfernt!

Wenn wir Strömungen wie die um DG1TV zulassen, dann steigert sich die Forderung nach weniger Anglizismen in der deutschen Sprache auch noch um die Forderung, dass auf deutschen Frequenzen nur deutsch gesprochen werden darf.

Unsinn, meinen Sie? – Weit gefehlt, das ist auf dem 2-Meter-Repeater Bonn nämlich bereits vorgekommen. Dort wurden unlängst zwei französische Funkamateure aufgefordert, deutsch zu sprechen und anlässlich einer Echolinkverbindung in NRW wurde bei der Behörde nachgefragt, ob die beiden Türken sich denn tatsächlich ausschließlich in türkisch unterhalten dürfen. Armes Deutschland – oder ist das das "Neue Deutschland"? Eine neue Qualität der Völkerverständigung?

Hermann, DL1EEC


AGZ RÄUMT IN EA8 DIE BÄNDER LEER

(hfs) Das kann wohl nur Einbildung sein. Es ist aber eine Tatsache, dass auf der teutonischen Trefffrequenz 145,350 MHz sich auf den Kanaren kein Funkamateur mit deutschem Rufzeichen mehr einfindet. Offensichtlicher kann der Sieg der Mobilcoms nicht sein. Leider ist EA8EE in Playa del Ingles auch nicht mehr zu hören: Echolink als Anbindung fällt somit auch aus.


LESERBRIEF 

(red) Hans schreibt uns:

"Hallo liebe AGZ,

habe diese Woche bei der Bundesnetzagentur Außenstelle München die Umschreibung meiner AFu-Lis Klasse E auf die 'CEPT Novice Amateur Radio Licence' gemäß der ECC-Empfehlung 05(06) beantragt. Schon heute wurde mir eine neue Zulassungsurkunde kostenlos per Post zugestellt.

mfg. Hans Harl, DO3RH"

Danke – nicht nur für den Leserbrief, sondern auch für die schnelle Reaktion der Netzagentur!


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Es gibt eine bemerkenswerte enge Parallele zwischen den Problemen des Physikers und denen des Kryptographen. Das System, mit dessen Hilfe eine Nachricht verschlüsselt wird, entspricht den Gesetzen des Universums, die abgefangenen Nachrichten entsprechen dem vorhandenen Beweismaterial, die Schlüssel für einen Tag oder eine Nachricht entsprechen wichtigen Konstanten, die festgelegt werden müssen. Die Übereinstimmung ist sehr groß, nur ist dem Gegenstand der Kryptographie mit einzelnen Apparaten sehr leicht beizukommen, dem der Physik jedoch nicht.

Zitat: Alan Turing


Vy 73,
Ralph, DC5JQ