HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 219 / 2006 vom 19.02.2006

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

DEUTSCHE KLASSE E GILT AB SOFORT AUCH IN ISLAND

(rps) Island hat als fünfter Staat Anfang Februar die Konformität seiner nationalen Genehmigungsklasse N zur CEPT Amateur Radio Novice Licence erklärt. Damit können deutsche Klasse-E-Inhaber nun auch in diesem Land ohne Gastlizenz funken. Erlaubt sind alle Amateurfunkfrequenzen mit Ausnahme lediglich des Langwellenbandes bei 135 kHz – und zwar mit Senderausgangsleistungen von 100 Watt auf Kurzwelle und von 50 Watt oberhalb von 30 MHz. Der zu benutzende Präfix ist TF. Die nordischen Länder entwickeln sich offenbar immer mehr zum Eldorado für deutsche Delta-Oscars – umgekehrt ist Deutschland für europäische Novizen momentan eher eine Zumutung.

Quelle: ERO und PTA


LIVE STREAM AUS SÜDTIROL

(rps) Die beiden weit reichenden südtiroler FM-Relaisfunkstellen IR3UR – das ist der Gitschberg bei Brixen mit der Ausgabefrequenz 430,075 MHz bei einer Shift von plus 1,6 MHz – und IR3R – das ist die Plose ebenfalls in der Nähe von Brixen mit der Ausgabefrequenz 145,675 MHz – diese Umsetzer können ab sofort als LiveStream im Internet gehört werden, und zwar der eine im linken Stereokanal und der andere im rechten. Dazu wurde ein Linux-InternetRadioServer testweise in Betrieb genommen. Mit einem OGG-kompatiblen Media Player wie zum Beispiel Winamp oder Freeamp kann der Stream decodiert werden. Der Windows-Media-Player ist von Hause aus erst einmal nicht kompatibel. Man kann aber einen entsprechenden Codec installieren. Der OGG-Codec erlaubt eine bessere Kompression als z.B. MP3 – bei erstaunlich guter Audioqualität. Hier ist die URL zum live mithören:

http://84.18.148.144:8000/live.ogg.m3u

Das Gitschbergrelais ist mittlerweile auch an Echolink angeschlossen. Die Node-Nummer ist 55885. Hier können Sie dann auch sprechen. Die meisten Sprachrelais in Südtirol können grundsätzlich mit einem Subaudioton von 123 Hz geöffnet und gearbeitet werden.

Quelle: Dolomites Radio Club


IMPRESSIONEN AUS EA8

(hfs) Deutsche Foniestationen sind auf den Kanaren hörseitig rar geworden. Dabei kann es nicht ausschließlich an den zurzeit ausgeprägt schwachen Konditionen der Ionosphäre liegen. Denn die bekannten Big Guns – wie etwa DF8WZ und DL4HRH – sind auch von der Seite her noch mit ihren QSOs nach VK und ZL zu hören. Auch die perfekt arbeitenden Pactorautomaten der DA5-Klasse erscheinen mit der gleichen Feldstärke wie seit vielen Jahren. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an DA5UF und HB9IAC für ihren Service.

Allerdings sind die individuellen QSOs der Standardklasse mit DL fast von der Bildfläche verschwunden. Was man aber hört – wenn man denn überhaupt deutsche Stationen hört – das sind Operatoren mit den Rufzeichen der früheren C-Klasse; die Big Guns hört man dagegen grundsätzlich unter Rufzeichen der alten B-Klasse. Anscheinend sind die "DM2BLE´schen Hilfestellungen" von 1000 Selbsterklärungen genau die statistische Größe, die die Behörde als Feedback publiziert. Der Rest der Funkamateure ist offensichtlich unter der 10-Wattgrenze weggetaucht. Allerdings boomen die Low-Cost-Betriebsarten mit Soundkarten weiterhin kräftig. PSK31 ist immer noch der Renner, während OLIVIA rasant dazu gewinnt. In SSTV bleibt es beim analogen Modus, die digitale Version ist fast nicht präsent.

Erstaunlich gut, aber nervig im Weekend-Contest hält sich RTTY als zwar nicht performante, aber robuste Betriebsart, für die sogar ein schlichtes Keyboard ausreicht; man braucht bei einigen Transceivern noch nicht mal einen Computer. Der Egoismus der Contestteilnehmer bezüglich der brutalen Inbesitznahme von Frequenzen ist weiterhin erstaunlich hoch. Ansonsten belegen die regelmäßigen Pactorkontakte in Level 3 zwischen DC5JQ und mir in den Abendstunden auf 40 Meter eindeutig, dass es nicht an den Ausbreitungsbedingungen liegt.

Hermann, DL1EEC


LESERBRIEFE

(red) Nils Schiffhauer schreibt uns:

"Glückwunsch zur ersten FUNKAMATEUR-Ausgabe, mit der auch die ehemaligen funk-Abonnenten seit geraumer Zeit wieder eine kompetente Fachzeitschrift im Briefkasten fanden!

Eine Bemerkung jedoch zum Artikel 'Plattformen für software-definiertes Radio DRT 1 und DRB 30' im FA 01/06, S. 27-29. Dass man vom Ideal des SDR, dessen Funktion unmittelbar am Antennenanschluss beginnt, 'noch einiges entfernt sei', mag vor rund 15 Jahren zutreffend gewesen sein, als diese Technologie gerade in die professionelle Funkaufklärung Eingang fand. Seit etwa zehn Jahren aber ist sie dort – Stichwort: 'Frequency Hopping' – gang und gäbe, wenngleich man auf den Webseiten der üblich verdächtigen Hersteller nicht über diese Receiver stolpert.

Im Amateurbereich wiederum gibt es mit dem SDR-14 spätestens seit 2003 einen Receiver mit 66 MHz Sampling-Frequenz von der Antenne an. Er stellt ein 30 MHz breites Hochfrequenzband in Echtzeit dar (Echosounder!) und bietet bei Reduktion auf 150 kHz sogar vorzügliche Demodulations- und Aufzeichnungsmöglichkeiten. Zusammen mit der Kostenlos-Software SpectraVue nutze ich das Kistchen seit längerem als Receiver (WWVH auf 5 MHz an der Aktivantenne bildet kein Problem) sowie für Belegungsanalysen und zur Ausbreitungsbeobachtung. Mit GNU-Radio schließlich wird dieses ideale SDR-Konzept ebenfalls seit längerem auch auf Transceiver übertragen. Unter Computer-Nerds ist darüber viel zu lesen. Es wäre schön, wenn auch Funkfachzeitschriften davon Kenntnis nehmen würden.

Alles Gute dem FUNKAMATEUR und seiner erweiterten Leserschaft!
Nils Schiffhauer (Autor der 'funk' von 1977 - 2003, ex-DK8OK)"

Danke Nils für Deine Zeilen. Thomas, DC1TJH, schreibt uns:

"Hallo, lieber OM,

seit einigen Jahren bin ich begeisterter Zuhörer von HamRadio2day. Bis auf einige Kleinigkeiten finde ich die Berichterstattung sehr gut. Seit kurzem stelle ich aber fest, dass eine private Auseinandersetzung zweier OMs auf den Schultern der AGZ ausgetragen wird. Dass Bastian, DH1KBH, und Ralf, DG1TV, auch schon Gerichte mit ihren Streitigkeiten und ihrem Kinderkram beschäftigen, ist ja bekannt. Aber das hat außer den beiden doch gar keinen zu interessieren.

Wieso stellt die AGZ jetzt auch noch eine Plattform zur Verfügung? Das hat doch gar nichts mehr mit Amateurfunk oder mit der Zukunft des Amateurfunks zu tun.

Ich kenne Ralf und ich habe auch letztes Jahr in Bergheim Bastian kurz kennen gelernt. Bastian hat auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht, aber weiter kann ich zu ihm nichts sagen – ebenso wie zu Ralf. Er ist ein paar Mal zu Besuch bei G01 gewesen und ich kann auch über ihn nichts Negatives sagen. Ich glaube, dass die Leute, die die beiden besser kennen, sich ihr eigenes Bild machen. Aber alle diejenigen, die sie nicht kennen, interessiert das mit Sicherheit genauso viel wie ein umgefallener Sack Reis in China.

In diversen Foren im Internet und in PR habe ich festgestellt, dass sich durch eine solche 'persönliche' Berichterstattung der Unmut über die AGZ stark vermehrt. Das ist doch sicherlich nicht der Sinn und das Ziel der AGZ. Die AGZ hat schon vieles durch ihren Konfrontationskurs erreicht. Das ist auch gut so. Jedoch verliert sie meiner Meinung nach durch solche 'Kinderkacke' – auf deutsch gesagt – mehr und mehr an Glaubwürdigkeit und Image.

Ich denke, wenn jeder OM seine Streitigkeiten oder seinen Unmut über private oder persönliche Differenzen über das Sprachrohr Rundspruch breittreten wollte, wäre die Sendezeit von HamRadio2day bei weitem nicht ausreichend.

Beispiel: Ich habe mittlerweile eigene Recherchen angestrengt und festgestellt, dass zusätzlich zu der vor kurzem erwähnten Versammlung, wo es einen 'Rauswurf' von Nichtmitgliedern gegeben hat, eine andere Veranstaltung in den Räumlichkeiten abgehalten wurde. Wie HamRadio2day berichtete, war die Polizei gerufen worden, um die beiden OMs sicher aus dem Gebäude zu geleiten. Das ist so nicht richtig. Die Polizei wurde wegen der anderen Veranstaltung gerufen und hatte mit der Versammlung des OVs gar nichts zu tun.

Thomas, DC1TJH"


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Das Rufzeichen DO2KAW ist laut Auskunft der Bundesnetzagentur vom 14. Februar rechtsverbindlich zugeteilt. Um auf "Nummer Sicher" zu gehen, hätte der Vorstand des Ortsverbands G11 wohl besser bei jedem Einlass Begehrenden die Zulassung zum Amateurfunkdienst mit dem Personalausweis abgleichen sollen. Ach ja, noch eins – ganz zum Schluss: Die über die reine Existenz eines Rufzeichens hinaus gehende Auskunft, welcher Person welches Rufzeichen zugeteilt ist und welches nicht, die darf die Netzagentur dem Bürger gegenüber gar nicht erteilen.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC