HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 220 / 2006 vom 26.02.2006

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
  Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

AGZ FÜR SIE IN BONN UND MAINZ

(wvg) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hatte am letzten Dienstag zur öffentlichen Anhörung bezüglich des Entwurfs eines neuen "Gesetzes über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln" – kurz EMVG – nach Bonn eingeladen. Die AGZ hatte ihre Stellungnahme bereits am 13. Februar schriftlich abgegeben. Die Veranstaltung am 21. Februar stand unter der Leitung des zuständigen Referatsleiters Herrn von Schilling. Er erklärte, dass alle Beiträge sorgfältig ausgewertet würden und zum Teil auch bereits in die Vorlage für die Ressortabstimmung eingeflossen seien. Als besonders schutzwürdig sind seiner Meinung nach nur so genannte "sicherheitsrelevante Dienste" aufzuführen, nicht aber unter anderem der Amateurfunkdienst; so sähe es das neue Gemeinschaftsrecht der EU vor. Die AGZ ist hier anderer Meinung.

Zur Vorbereitung der WRC-2007 hatte die Bundesnetzagentur für letzten Mittwoch den Arbeitskreis 2 nach Mainz eingeladen. Für den Amateurfunkdienst sind allein zwei Tagesordnungspunkte der kommenden WRC von Bedeutung: 1.13 (Überprüfung der Zuweisungen in den Kurzwellenbändern 4 bis 10 MHz) und 1.15 (Sekundärzuweisung für den Amateurfunk im Frequenzbereich 135,7 bis 137,8 kHz).

Nachdem die CEPT bereits intern zur Diskussion stellte, auf Kurzwelle bei 5,3 MHz nach einer Lösung für den Amateurfunkdienst zu suchen, hat die AGZ vor dem Hintergrund, dass einige Länder – wie etwa Großbritannien, Finnland, Kanada und andere – dort bereits eine Zuweisung vorgenommen haben, eine Sekundärzuweisung in der Größenordnung von etwa 100 kHz Breite in der VO-Funk angeregt. Diese Angelegenheit sei im Hause der Netzagentur "nicht weiter betrachtet worden" – trotz gegenteiliger Zusage auf der letzten Sitzung, so der Leiter des Arbeitskreises 2. Die BNetzA unterstützt also ganz offensichtlich keinen Ausgleich für die dem Amateurfunkdienst auch weiterhin in Europa nicht zur Verfügung stehenden 100 kHz zwischen 7,2 und 7,3 MHz.

Für den Langwellenbereich hatte die AGZ hinterfragt, warum hier eine maximale Strahlungsleistung von nur einem Watt bereits ganz oben – auf Ebene der VO-Funk – vorgeschrieben werden soll. Dies sei dort normalerweise absolut unüblich und werde der nationalen Regulierung überlassen. Diese Frage konnte vom zuständigen Vertreter der Bundesnetzagentur nicht sachbezogen beantwortet werden. Die AGZ wird hier am Ball bleiben.


AGZ ZUM NEUEN EMV-GESETZ

(rps) Am vergangenen Dienstag fand bekanntlich in Bonn beim Bundeswirtschaftsministerium eine Anhörung zum Entwurf eines neuen EMVG statt. Die AGZ war unter anderem durch ihren Vorsitzenden vertreten. Wesentliche Punkte unserer Kritik sind:

Erstens – die verbindliche Vorgabe der zugrunde liegenden Direktive der Europäischen Union, Amateurfunk- und Rundfundfunkdienst in besonderer Weise vor Störungen zu schützen, wurde im vorliegenden Entwurf in keiner Weise umgesetzt. Wir verlangen Nachbesserung, z.B. durch die Festlegung, dass in den Amateurfunkbändern strengere Auflagen für die Störstrahlung von Betriebsmitteln gelten sollen und dadurch, dass Geräte in unmittelbarer Umgebung einer Amateurfunkstelle einstrahlfester sein müssen, als die harmonisierten EMV-Normen es für normale Umgebungen vorsehen.

Zweitens – es wurde vergessen, das Amateurfunkgesetz zu ändern. Dieses Gesetz stellt uns nämlich ausdrücklich frei von Auflagen des EMVG – und verweist dabei aber leider statisch auf das heute geltende und in 2007 vollständig aufzuhebende EMV-Gesetz aus dem Jahre 1998 – mit enormen Nachteilen für uns, wenn man hier nicht handelt.

Und drittens – zur Klarstellung wurde vorgetragen: Wegen des grundsätzlichen Ausschlusses der Anwendbarkeit des EMVG auf Amateurfunkgeräte, die nicht im Handel erhältlich sind, verfügt die Bundesnetzagentur allein im Amateurfunk nicht über das Recht, zur Aufklärung von Störungen eine Wohnung gegen den Willen der Bewohner zu betreten. Schließlich haben wir noch einmal ausführlich dargelegt, warum wir im Amateurfunk die Erhebung von EMV-Beiträgen für rechtswidrig halten – auch unter dem neuen EMV-Gesetz. Diese Woche, und zwar am 3. März, entscheidet dazu das Verwaltungsgericht Köln. Lesen Sie unser ausführliches Statement, das Sie auf unserer Homepage www.agz-ev.de im Internet finden.


RTA MACHT SICH FÜR 500 KHZ STARK

(hfs) Der RTA befürwortet für den Amateurfunk die Nutzung eines Segments der nicht mehr verwendeten Seefunkfrequenzen auf der Mittelwelle bei 415 bis 495 kHz oder 505 bis 526,5 kHz. Nicht in Betracht kommen soll die Frequenz 500 kHz selbst. Er bittet daher die Behörde um die Aufnahme des Amateurfunkdienstes in die genannten Frequenzbereiche auf "Non Interference Basis". Da die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen sich hier deutlich von der in den angrenzenden Zuweisungen unterscheidet, wäre eine Nutzung eine Bereicherung für Studien zum Ausbreitungsverhalten bei unterschiedlichen solaren und geomagnetischen Bedingungen.

Quelle: Béatrice, DL3SFK


WESTDEUTSCHER RUNDFUNK MIT DRM-TESTS AUF MITTELWELLE

(rps) Der WDR will seine alte Mittelwellenfrequenz 1593 kHz am Standort Langenberg reaktivieren und plant bis zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer ein Hörfunkprogramm im digitalen DRM-Modus. Die Senderleistung soll 20 kW betragen. Es ist eine Mischung aus WDR 2, aktuellen Sendungen – wie etwa Landtagsübertragungen – sowie Verkehrsmeldungen geplant. Zu diesem Zweck wurden zwei neue digitaltaugliche Mittelwellensender bei Transradio, vormals Telefunken, in Berlin bestellt.

Die Frequenz 1593 kHz wurde früher vom WDR mit bis zu 800 kW Senderleistung in Langenberg genutzt. Nach der Stilllegung Ende 1993 wegen eines PCB- und Asbestproblems war die Frequenz vom Standort Holzkirchen in Oberbayern für Radio Free Europe und Radio Liberty in Betrieb. Nachdem diese Station geschlossen und der Mittelwellensender samt Frequenz nach Kuwait verlegt wurde, steht 1593 kHz nun wieder für Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Zu hoffen bleibt allerdings, dass auf dem Markt schon bald die lange erwarteten preiswerten und performanten DRM-Empfänger zur Verfügung stehen werden.

Quellen: Funkkorrespondenz.de und WDR


LESERBRIEFE

(red) Udo schreibt uns:

"Hallo Hermann !

Leider wurde heute am 19. Februar der Rundspruch mal wieder bis aufs letzte gestört. Aber ich hole mir die Sache aus dem Internet und da stört dann keiner!

Da auch viele Andere sich regelmäßig den AGZ-Rundspruch anhören, kam mir der Gedanke, bei diversen Stationen nachzufragen, wie denn der AGZ-Rundspruch aufgenommen wird. Das Ergebnis war mehr als positiv. Viele der von mir befragten Stationen äußerten sich dahingehend, dass HamRadio 2day wesentlich informativer sei als die Rundsprüche des DARC. Warum dem so ist, kann ich mir selbst nur aus folgendem Grund erklären.

Es liegt doch offensichtlich auf der Hand, dass hier die inländischen Änderungen des Amateurfunks einen wesentlich höheren Stellenwert besitzen als z.B. die Angabe, dass irgendjemand mit der ISS hervorragende Verbindungen gefahren hat. Wen soll das denn interessieren? Aber die Änderungen oder Erweiterungen in bestimmten Lizenzklassen in DL interessieren bestimmt jeden. Und genau hierüber berichtet die AGZ primär, was wohl auch zu diesem Umfrageergebnis führte. Anders könnte ich mir persönlich auch sonst nicht das Interesse vieler Stationen an den Rundsprüchen der AGZ vorstellen.

Schade immer nur, dass oftmals die AGZ-Rundsprüche massiv gestört werden. Aber vielleicht besteht ja noch Hoffnung, dass es besser wird.

Vy 73 de DG2BAY, Udo"

Michael schreibt uns:

"Lieber Funkfreund Ralph,

vielen Dank für die Überlassung Deiner Stellungnahme zum Entwurf des EMVG. Diese ist durchdacht, lesbar und deswegen besonders geeignet, dem Minister aufzuzeigen, dass den Amateurfunkdienst betreffende Regelungen – bis auf die zurzeit noch nicht ausreichende Ausschlussregelung – im EMVG insgesamt aus sachlichen und rechtlichen Gründen kein Platz einzuräumen ist.

Hinsichtlich der derzeit im Internet kursierenden Stellungnahme des Runden Tisches Amateurfunk (RTA) ist das Bemühen zu honorieren, eine schriftliche Kommentierung fristgerecht gefertigt zu haben. Ich gehe davon aus, dass der Minister das Papier der Interessenvertretung RTA einer angemessenen Verwertung unterziehen wird.

Vy 73,
Michael, DG2KAR"


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) HamRadio 2day wird vom Standort Wermelskirchen aus ab sofort auf 144,320 MHz in SSB mit 600 Watt PEP und in FM mit 250 Watt gesendet. Auf 70-Zentimeter senden wir mit 150 Watt out und auf Kurzwelle mit 700 Watt. Beachten Sie unseren Audiosendeplan im Internet.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC