HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 225 / 2006 vom 02.04.2006

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(rps) der AGZ e.V. war am vergangenen Wochenende in Heusenstamm bei Frankfurt. Zwölf stimmberechtigte Mitglieder wählten diesmal turnusgemäß einen neuen Vorstand. Alter und neuer Vorsitzender ist Wolfgang van Gels, DL5EDA. Einen Wechsel gab es im Amt des Geschäftsführers, den die neue Satzung der AGZ im übrigen gar nicht mehr ausdrücklich vorsieht. Hermann Schulze, DL1EEC, stand als Kandidat nach mehr als zehn Jahren aktiver Frontarbeit für die AGZ nicht mehr zur Verfügung, weil er Mitte dieses Jahres in den Ruhestand geht. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Till Uhde, DL9JT, gewählt. Ebenfalls keinen Wechsel gab es im Amt der Finanzverwalterin. Für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt wurde Claudia Schorn.

Hermann Schulze, DL1EEC, gab seinen sofortigen Rücktritt von der Beauftragung als Redakteur des AGZ-Amateurfunkmagazins "HamRadio 2day" bekannt. Für die Abstrahlung der Audioversion stehe er aber weiter zur Verfügung. Der Vorsitzende sprach Hermann Schulze gegenüber seinen Dank für seine für die AGZ e.V. seit 1994 geleistete Arbeit aus und rief die Mitglieder dazu auf, speziell die Lücke in der Redaktion von "HamRadio 2day" zu schließen und sich als Autoren an dieser gemeinsamen Veröffentlichung der AGZ zu beteiligen.

Die Versammlung beschloss – wie schon gesagt – eine neue Satzung. Im Laufe der Jahre hatte sich nämlich gezeigt, dass das alte Regelwerk aus dem Jahr 1996 zu unhandlich und umständlich war. Unter dem Ziel einer schlanken Satzung sollte nur noch das geregelt werden, was nicht bereits im Vereinsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgeschrieben ist. Die AGZ e.V. bleibt dabei natürlich ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel die Förderung des Amateurfunkdienstes ist.

Drei Gäste konnten schließlich auf der Mitgliederversammlung begrüßt werden, wovon zwei noch während der laufenden Versammlung vom neuen Vorstand in den Verein aufgenommen wurden.


NEUES RELAIS IN ERFTSTADT

(rps) Es gibt in der Region Köln ein neues FM-Relais, und zwar in Erftstadt. Das ganz neu zugeteilte Rufzeichen ist DB0KJA und seine Ausgabefrequenz auf 70 cm ist 439,2875 MHz. Bisher lief die Station zum Test unter dem Call DD1KJ. In Kürze wird sie auch auf 2-Meter erreichbar sein; es fehlt nur noch der Duplexer. Die von der Bundesnetzagentur bereits zugeteilte Frequenz ist 145,6125 MHz, die leider auch vom Relais Venlo benutzt wird. Auf beiden Frequenzen steht eine Echolink-Anbindung zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.dd1kj.de. Anregungen werden dort gerne entgegen genommen.

Quelle: Matthias, DD1KJ, und Peter, DJ4KA


AMTSGERICHT BONN: FUNKAMATEUR VERURTEILT

(rps) Im Juni 2005 erhielt ein Funkamateur aus Norddeutschland von der Bundesnetzagentur einen Bußgeldbescheid in Höhe von 200 Euro. Ihm wurde vorgeworfen, vorsätzlich ohne zugeteiltes Rufzeichen eine Amateurfunkstelle betrieben zu haben. Die Zuteilung seines zunächst durchaus vorhandenen Rufzeichens war wegen Nichtzahlung der Frequenznutzungsbeiträge widerrufen worden und dieser Bescheid soll damals bestandskräftig geworden sein.

Auf den Einspruch des Betroffenen hin verurteilte das Amtsgericht Bonn ihn diese Woche am 27. März lediglich wegen fahrlässiger Tatbegehung auch nur zu einer Geldbuße in Höhe von 100 Euro. Das Gericht begründete die Änderung des Schuldspruchs sinngemäß damit, dass der Betroffene es einerseits damals versäumt habe, Widerspruch gegen die Aberkennung des Rufzeichens einzulegen, er jedoch andererseits in einer laienhaften Wertung der Rechtslage den Bescheid für rechtswidrig gehalten und sich weiterhin als rechtmäßigen Teilnehmer am Amateurfunkdienst betrachtet habe. Das Aktenzeichen des Amtsgerichts Bonn lautet 73 OWi 505/05.

Bemerkenswert und erfreulich ist, dass die Bundesnetzagentur dem Funkamateur während des Verfahrens antragsgemäß sein angestammtes persönliches Rufzeichen wieder zugeteilt und ihm auch die Nutzung der dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzen des 50-MHz-Bandes gestattet hat.

Quelle: Rechtsanwalt Michael Riedel, DG2KAR


NOCHMAL AMTSGERICHT BONN: FUNKER FREIGESPROCHEN

(rps) Besuch von zwei Messbeamten der Bundesnetzagentur und von zwei Polizeibeamten erhielt ein Funkfreund aus Beckum im Dezember 2004, weil er wenige Minuten zuvor mit einem unzulässigen Funkgerät auf einer dem CB-Funk zugewiesenen Frequenz mit überhöhter Leistung Funkbetrieb durchgeführt und so eine Ordnungswidrigkeit gemäß Paragraf 149 Absatz 1 Nr. 10 des Telekommunikationsgesetzes begangen haben soll.

Bei der Hausdurchsuchung wurde ein ausgeschaltetes, betriebsbereites, handwarmes und mit dem damaligen BZT-Zulassungskennzeichen versehenes – also formal erlaubtes – Funkgerät vorgefunden. Es wurde sogleich dessen Senderausgangsleistung gemessen, die mehr als 30 Watt betragen haben soll. Gegen den daraufhin ergangenen Bußgeldbescheid der Bundesnetzagentur in Höhe von 300 Euro ließ der Betroffene durch seinen Verteidiger Einspruch einlegen. Durch Urteil des Amtsgerichts Bonn vom 30. März 2006 wurde der Betroffene vom seitens der Netzagentur vorgebrachten Vorwurf frei gesprochen, weil von dieser Verfolgungsbehörde "die äquivalente Strahlungsleistung – die so genante ERP – nicht gemessen wurde". Das Aktenzeichen lautet 71 OWi 185/05.

Quelle: Rechtsanwalt Michael Riedel, DG2KAR


LIECHSTENSTEIN UND DIE NIEDERLANDE SIND IM BOOT

(rps) der CEPT Novice Amateur Radio Licence. Seit letzten Mittwoch, den 29. März ist die liechtensteiner nationale Genehmigungsklasse III CEPT-konform. Ausländische Funkamateure benutzen in Liechtenstein den Präfix HB0Y.

Die liechtensteiner – und auch die schweizer – Amateurfunkkonzession der Klasse 3 berechtigt dazu, eine Funkanlage auf den Frequenzbändern 144 bis 146 MHz und 430 bis 440 MHz in den Betriebsarten Morsetelegrafie, Fernschreiben, Packet Radio, Radiotelefonie und Faksimile zu betreiben. Die Spitzenleistung beim Senderausgang darf höchstens 25 Watt betragen. Für deutsche Verhältnisse ziemlich gewöhnungsbedürftig ist das Verbot des Selbstbaus: Nur im Handel erhältliche Funkanlagen dürfen in Liechtenstein und in der Schweiz von den Einsteigern betrieben werden – und zwar unmodifiziert.

Die Niederlande sind mit ihrer Genehmigungsklasse N bereits seit dem 1. März dabei. Präfix ist PD. Auch diese Klasse erlaubt den Sendebetrieb nur von 144 bis 146 MHz und von 430 bis 440 MHz mit bis zu 25 Watt Senderausgangsleistung.


ZUM SCHLUSS EIN LESERBRIEF

Peter, DJ4KA, schreibt uns:

"Hallo OM Ralph,

ich bin ein sehr langer Zuhörer von HamRadio 2day und kann nur sagen: Weiter so, hier bekommt man noch Informationen und Meinungen geboten, die unser schönes Hobby Amateurfunk betreffen, schade nur, dass es meistens nicht möglich ist, den Rundspruch auch auf den Frequenzen zu hören, weil es einigen Leuten wohl nicht in den Kram passt, aber zum Glück geht das ja auch übers Internet, womit die Störer wieder gegen Null gearbeitet haben und ihre Zeit besser hätten nutzen können.

Vy 73 Peter, DJ4KA"

Vielen Dank für die aufmunternde Zuschrift, Peter.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ