HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 226 / 2006 vom 09.04.2006

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

IN EIGENER SACHE

(rps) Wegen einer längeren Dienstreise des Redakteurs und der damit zusammen hängenden beruflichen Auslastung muss HamRadio 2day heute leider etwas kürzer ausfallen. Wir bitten um Verständnis.


LESERBRIEF

(red) Nils Schiffhauer schreibt uns:

"Dass Hermann Schulze, DL1EEC, jemals in so etwas wie einen Ruhestand gehen könnte, habe ich immer für unmöglich gehalten. Weit mehr als ein Jahrzehnt lang hat er sich wort- und wirkungsmächtig für die Sache des Amateurfunks eingesetzt. Dafür gebührt ihm der Dank aller Funkamateure!

Dass er in einer zunehmend zensierten Fachöffentlichkeit Alternativen für zukünftige Konzepte entwickelte und ihnen Raum gab, ist nicht zu unterschätzen. Um so mehr, als dieses unbedingte Eintreten für einen zukunftsfähigen Amateurfunk in einer von manchen führenden DARC-Leuten teils unmittelbar verursachten, teils mittelbar geduldeten Pogromstimmung stattfand, in der die Bedrohung von Leib, Leben oder der beruflichen Reputation schon mal Mittel der Wahl schien. Sogar mancher Behördenbeamte beteiligte sich in Freizeit wie Beruf an dieser Hatz, beispielsweise durch Denunziation.

Hier nicht aufgegeben, sondern mit hohem persönlichen Einsatz, intelligenten Ideen sowie Weit- und Rundblick unbeirrt die Sache des Amateurfunks vertreten zu haben – dafür gebührt DL1EEC Dank und Respekt. Einer mit manchen Charakterlumpen durchsetzten Phalanx – die sich so viel auf die angeblich charakterfördernde Wirkung der Telegrafie zugute hielt – ist er mit oftmals durch Witz und Ironie gewürzten Argumenten entgegen getreten. Das erforderte, zumal als Geschäftsmann, dem man nicht nur drohte, die Scheiben einzuschmeißen, einiges an Courage. Meine Entscheidung, mich nach annähernd 30 Jahren Einsatz aus dem Amateurfunk zurückzuziehen, war völlig privater Natur. Hermanns Entscheidung, sich aus manchem zurückzuziehen, ist hingegen von öffentlicher Bedeutung. Er wird sie, so steht zu hoffen, nur im Lichte einer überzeugenden Nachfolgeregelung getroffen haben. Denn ein zukünftiger Amateurfunk braucht eine demokratische, unzensierte und zivile Diskussion. Sie wäre ohne eine starke Stimme von HamRadio 2day nicht mehr gegeben.   Nils"

Danke Nils für Deine Zuschrift.


NEUES VON DER AFUV

(rps) Bereits Anfang des Jahres kündigte uns das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine neue Amateurfunkverordnung an. Bis heute liegt dazu allerdings immer noch kein Entwurf vor. Wir haben nachgehakt.

Diese Woche beginnt laut Auskunft des BMWi die so genannte Ressortabstimmung – eine Einbindung anderer eventuell fachlich betroffener Ministerien. Das Bundesministerium der Verteidigung hat unterdessen gegenüber dem Wirtschaftsministerium zu einer generellen Freigabe des 50-MHz-Bandes Stellung bezogen. Inhalte waren nicht in Erfahrung zu bringen. Den ersten Entwurf zur Stellungnahme durch die betroffenen Verbände und die Öffentlichkeit wird es vermutlich nicht vor Ende Mai geben.


REGIERUNG ANTWORTET AUF PETITION AUS NAILA

(red) Im Juli 2004 hat die Stadt Naila drei Petitionen an Bundestag, Landtag und Europäisches Parlament eingereicht, in dem die Gremien aufgefordert werden, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung vor den Auswirkungen des Mobilfunks zu schützen. Die Antwort des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages liegt nun vor. In einem Bericht der Frankenpost vom 11. März wurden Details des Schreibens veröffentlicht.

Darin heißt es: "Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages stellt nach eingehender Prüfung fest, dass die bisher vorgelegten Gutachten zu gesundheitlichen Auswirkungen einer innerhalb der bestehenden Grenzwerte zugelassenen Mobilfunkstrahlung widersprüchlich sind und dem Ausschuss noch keine gesicherte abschließende Aussage ermöglichen." Der Ausschuss sieht die Notwendigkeit weiterer Forschungen und schlägt vor, diese Forschungen über das Jahr 2007 hinaus weiter zu fördern. Der Forderung, die Grenzwerte für die Mobilfunkstrahlung zu senken, könne der Ausschuss "bei den heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht folgen", da eben die Erkenntnisse nicht ausreichten. Zur Petition aus Naila heißt es: "Der Petitionsausschuss hält die Petition für geeignet, in die abschließende Beurteilung des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms mit einbezogen zu werden."

Quelle: Frankenpost und Forschungsgemeinschaft Funk


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Ralph, DC5JQ