HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 227 / 2006 vom 16.04.2006

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

IN EIGERNER SACHE

(red) Hermann Schulze, DL1EEC, hat seine Mitarbeit bei der Aussendung von HamRadio 2day beendet. Die mit dem Wegfall des Standorts Wermelskirchen entstandene Lücke ist groß – und kann kurzfristig nicht ohne weiteres geschlossen werden. Ab sofort senden wir unser Magazin auf Amateurfunkfrequenzen nur noch wie folgt: Auf UKW um 10:00 Uhr Ortszeit über das Relais Düsseldorf auf 438,800 MHz, ebenfalls um 10:00 Uhr über das Relais Bonn auf 145,700 MHz, um 10:45 Uhr über das Relais Bergheim auf 145,750 MHz und um 11:30 Uhr über das Relais Aachen auf 145,7875 MHz.

Auf Kurzwelle bleibt es unverändert: Um 10:45 Uhr Ortszeit senden wir auf 3772 kHz im 80-Meterband und um 11:30 Uhr auf 14305 kHz im 20-Meterband für Europa mit Rundstrahlcharakteristik. Für Details und Standorte schauen Sie bitte in unseren so genannten Audioplan im Internet.

Interessierte Funkamateure, die uns helfen möchten, auch weiter entfernt liegende Relaisfunkstellen zukünftig noch zu bedienen, melden sich bitte unter der E-Mailadresse dk0agz@agz-ev.de. Dennoch – frohe Ostern an alle unsere Leser und Zuhörer.


AMTSBLATTMITTEILUNG ZU 50 MHZ

(rps) Im aktuellen Amtsblatt Nr. 7 vom 5. April veröffentlicht die Bundesnetzagentur das Ergebnis des Losverfahrens zur Nutzung von Frequenzen bei 50 MHz. Es handelt sich um die Mitteilung Nr. 103/2006. Insgesamt gingen demnach 4363 Anträge bei der Außenstelle Mülheim an der Ruhr ein. 169 davon konnten nicht berücksichtigt werden, weil sie offenbar nicht korrekt oder nicht vollständig ausgefüllt waren. Bedingt durch Tod oder einen anderweitigen Verzicht auf die Teilnahme am Amateurfunkdienst bzw. auf die 50-MHz-Sondergenehmigung konnten nicht nur 1500, sondern 1695 Sonderzuteilungen per Los am 20. Februar dieses Jahres gezogen werden. Damit seien laut Netzagentur nun alle 4500 angeblich vom Primärnutzer vorgegebenen Genehmigungen vergeben.

Der Versand der Urkunden erfolgte am 6. März. Die Netzagentur führt in ihrem Amtsblatt aus, dass nicht beim Losverfahren gezogene Funkamateure über das negative Ergebnis ihres Antrags nicht informiert würden. Unbeschadet der Tatsache, dass die AGZ e.V. dieses Vorgehen insgesamt als nicht im Einklang mit dem Verwaltungsverfahrensgesetz stehend wertet, kann die aktuelle Amtsblattmitteilung von diesen Personen durchaus als belastender Verwaltungsakt aufgefasst werden. Da sie keine Rechtsbehelfsbelehrung enthält, ist nun ein Jahr Zeit bis zum 5. April 2007, um Widerspruch und gegebenenfalls Klage gegen die Bundesnetzagentur zu erheben. Die AGZ rät betroffenen Funkamateuren, die sich dazu entschließen, einen Rechtsanwalt mit entsprechenden Fachkenntnissen und Erfahrung hinzu zu ziehen.


AMTSBLATTMITTEILUNG ZU ECHOLINK

(rps) Die Netzagentur veröffentlicht in ihrem aktuellen Amtsblatt unter Mitteilung Nr. 102/2006 die Information, dass für Echolinkanwendungen ab sofort nicht nur der Rufzeichenblock DM0 zur Verfügung steht, sondern alle Blöcke, die auch für Relaisfunkstellen ausgegeben werden. Die Behörde erachtet wegen der nachgewiesenen Störungsfreiheit des Echolinkbetriebs eine spezielle Kennzeichnung als nicht mehr notwendig.

Die Netzagentur will Simplexeinstiege für Echolink nur noch auf den folgenden Frequenzen genehmigen: 144,9625, 144,975, 430,025, 430,050, 432,800 und 432,875 MHz. Hiervon abweichende Anträge würden von der Behörde zurück gewiesen.

Ob es allerdings rechtens ist, automatisch arbeitende und fernbediente Amateurfunkstellen auf eine oder wenige Einzelfrequenzen zu beschränken, ob es das Amateurfunkgesetz hergibt, derart tief und detailliert in die Frequenznutzung und in die weit gehende Selbstregulierung des Amateurfunkdienstes von staatlicher Seite einzugreifen, das wird zurzeit in mehreren Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln geklärt. Wir berichten zu gegebener Zeit.


AUSTRALIEN: 24 GHZ AUF DER ABSCHUSSLISTE

(rps) Australische Funkamateure könnten schon bald eines ihrer wichtigsten Mikrowellenbänder verlieren. Die Regulierungsbehörde des Landes – die Australian Communications and Media Authority – schlägt vor, den australischen Frequenznutzungsplan zu ändern, um eine Radartechnologie, die eine extreme Breitbandigkeit von 22 bis 26,5 GHz aufweist, für den Einsatz im Straßenverkehr zuzulassen.

Würde dies Realität, wäre der gleichzeitige Verlust des Primärstatus von 24,05 bis 24,25 GHz – eines der allerletzten und extrem wenigen Primärsegmente oberhalb von 1 GHz – für die Funkamateure die unausweichliche Folge. Stellungnahmen erwartet die Behörde bis zum 19. April.

Quelle: RSGB


ELEKTROSCHROTT DARF NICHT MEHR IN DIE MÜLLTONNE

(red) Auch ausgediente Funkgeräte und das meiste Amateurfunkzubehör dürfen neben anderen elektrischen Haushaltsgeräten seit dem 24. März nicht mehr in den Hausmüll geworfen werden, sondern müssen über kommunale Sammelstellen fachgerecht entsorgt werden. Dies geht aus dem so genannten Elektro- und Elektronikgerätegesetz – kurz ElektroG – hervor, das vor einem Jahr in Kraft trat; wir berichteten damals bereits über die erwarteten negativen Auswirkungen auf den Amateurfunkhandel.

Das Gesetz regelt das "Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten". Geräte, die nach dem 24. März 2006 von Herstellern bzw. Importeuren neu in den Handel gebracht werden, müssen mit einem Symbol, das eine durchgestrichene Mülltonne darstellt, gekennzeichnet sein. Die Rücknahme solcher Geräte durch die Sammelstellen muss kostenlos erfolgen. Das Sammelsystem wird von den Geräte-Herstellern bzw. Importeuren finanziert.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz basiert unter anderem auf der europäischen Richtlinie 2002/96/EG, auch bekannt als "WEEE-Richtlinie". Die Richtlinie sieht zusätzlich vor, dass bei ausgedienten Funkgeräten und anderen Geräten der Informationstechnik bis zum Jahresende 2006 mindestens 65 Prozent der Bauteile und Werkstoffe – bezogen auf das Gesamtgewicht des Gerätes – wiederverwertet werden sollen.

Am 1. Juli 2006 tritt eine weitere Regelung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes in Kraft. Ab diesem Datum dürfen neu in Verkehr gebrachte Geräte bestimmte Schadstoffe – zum Beispiel Blei, Cadmium und Quecksilber – nicht mehr enthalten. Die Umstellung auf eine "schadstofffreie" Produktion ist auch für die Hersteller bzw. Importeure von CB- und Amateurfunkgeräten mit erheblichen Kosten verbunden. Es ist anzunehmen, dass weniger nachgefragte Geräte, bei denen sich die Umstellung wirtschaftlich nicht lohnt, aus dem Sortiment genommen werden.

Anmerkung der Redaktion: Für Privatleute gilt diese Regelung allerdings nicht. Sie dürfen zum Beispiel weiterhin bleihaltiges Lot verwenden, das laut Aussage namhafter Hersteller daher noch sehr lange auf dem Markt angeboten werden wird – vor allem auch für Reparaturzwecke, wohl aber zu langfristig steigenden Preisen.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


LESERBRIEF

(red) Nils Schiffhauer schreibt uns:

"Ohne CW? Nun sind sie stolz darauf!   Zu Zeiten des DARC-CW-Statements sagte DK8OK in seiner Mischung aus Bissigkeit und Pragmatismus: 'Sobald die CW-Prüfung fällt, werden die Vereine noch Reklame damit machen!' Nun ist es soweit: Die ARRL hat ihr ehrgeiziges Hello-Project gestartet, um wieder Leute für den Amateurfunk zu interessieren. Für die ARRL steht dabei die neue Lizenzstruktur an erster Stelle, durch die nun weitaus mehr Menschen ermutigt werden, sich mit dem Funkhobby zu beschäftigen. 'Muss ich Telegrafie lernen?', wird gefragt. Und im Brustton der Überzeugung antwortet die ARRL: 'Nicht mehr. Wenngleich viele Funkamateure das Morsen mit seiner Geschichte und seinen Traditionen mögen.' Manche Vereinsfunker haben eben dazu gelernt. Leider, nachdem der Niedergang des Amateurfunks nicht mehr zu stoppen zu sein scheint.

P.S. Mal sehen, wann der DARC auf diesen Zug aufspringt und die US-Kampagne kopiert.

73 Nils"  

Danke Nils für Deinen Leserbrief.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ