HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 229 / 2006 vom 30.04.2006

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autoren:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
  Till Uhde, DL9JT (tu)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL: BLEIBT ALLES ANDERS?

(tu) Möchte ich fragen! Wie Sie sicher aus den letzten Ausgaben von HamRadio 2day in Erinnerung haben, hat sich in der AGZ e.V. einiges verändert. Das Ausscheiden von Hermann, DL1EEC, hat in vielen Bereichen erhebliche Lücken hinterlassen. Wir mussten die Redaktion und die Ausstrahlung von HamRadio 2day neu organisieren. Und auch die Dienste Echolink, SSTV-Repeater und Packet Radio unterliegen einem Neuanfang.

Die Redaktion von HamRadio 2day werde ab der nächsten Ausgabe ich, Till, DL9JT, übernehmen. Ich hoffe, dass ich Ihnen den gleichen hohen Informationswert bieten kann, wie Hermann dies in seinen über 200 Ausgaben geleistet hat.

Die Lücke in der Ausstrahlung des Magazins wird bis auf weiteres nicht zu schließen sein. Kein Mitglied der AGZ e.V. hat einen solch exponierten Standort zur Verfügung. Ich bitte noch einmal interessierte Funkamateure darum, die Distribution zu unterstützen.

Auch die von uns angebotenen Dienste profitierten bisher von zwei außerordentlich guten Standorten. Beide stehen nicht mehr zur Verfügung. Das Echolink-Gateway und der SSTV-Repeater werden daher unter dem Rufzeichen DF0AGZ zusammen mit den Packet-Radio-Einstiegen nach Solingen umziehen. Das Echolink-Gateway geht dabei auf eine andere Frequenz. Das Rufzeichen DB0AGZ wird in Grevenbroich reaktiviert. Es wird zusätzlich ein digitales Phonie-Relais anbieten. Für alle Dienste werde ich genaue Daten hier im Magazin veröffentlichen, wenn die Genehmigungsurkunden eingetroffen sind.

Da aber auch einiges beim Alten bleibt, möchte ich Sie schon jetzt einladen, uns auf der HAM RADIO in Friedrichshafen am Bodensee vom 23. bis zum 25. Juni zu besuchen. Auch dort können Sie Interessantes über die neue AGZ erfahren.

Till, DL9JT
Stellvertretender Vorsitzender der AGZ e.V.


ERSTE DRM-TESTS AUS LANGENBERG

(rps) Erste digitale Signale wurden vergangene Woche auf der alten WDR-Mittelwellenfrequenz 1593 kHz beobachtet, allerdings noch ohne Modulationsinhalt. Senderstandort ist Langenberg, zwischen Wuppertal und Essen gelegen. Die Leistung des für diesen Zweck bei TransRadio in Berlin neu angeschafften Senders beträgt 20 kW und gesendet wird über eine Reusenantenne, die im unteren Teil des über 300 m hohen Hauptmastes befestigt ist.

Ob der Westdeutsche Rundfunk 1593 kHz in Zukunft wieder regelmäßig nutzen wird - und zwar für Sendungen im DRM-Modus, das ist zur Zeit noch offen. Vorgesehen sind bis auf weiteres nur Tests, speziell während der Fußball-Weltmeisterschaft. Hier hängt viel von der Akzeptanz von DRM durch die Hörer ab, vor allem unter Kostengesichtspunkten. Die Industrie ist gefordert, endlich Empfänger auf dem Markt anzubieten! In den 90er Jahren wurde 1593 kHz gegen 720 kHz mit Radio Free Europe in Holzkirchen südlich von München getauscht. Nachdem der dortige Mittelwellensender nun in Kuwait steht, ist seine Frequenz jetzt wieder für die Versorgung von Nordrhein-Westfalen verfügbar, jedenfalls grundsätzlich. 1593 kHz würde sich hervorragend für die Abend- und Nachtversorgung von Europa eignen, da lediglich einige Sender in Rumänien mit Leistungen von weniger als 10 kW diese Frequenz parallel nutzen.

Quellen: Ydun's Medium Wave Info, DX Listening Digest und Westdeutscher Rundfunk


GALILEO ANTE PORTAS

(red) Wie die Zeitschrift "VDI nachrichten" in ihrer Printausgabe vom 13. April berichtet, soll das europäische Satellitennavigationssystem Galileo spätestens im Jahr 2010 mit 30 Satelliten die Arbeit im Regelbetrieb aufnehmen. Bis dahin entstünden laut "VDI nachrichten" überall in Deutschland Entwicklungszentren und Firmennetze. Insgesamt soll Galileo über 100.000 neue Arbeitsplätze bei uns schaffen. Galileo nutzt unter anderem Frequenzen im 23-cm-Amateurfunkband und ist dort mit Primärstatus bevorrechtigt. Den Artikel finden Sie auch im Internet unter:

http://www.vdi-nachrichten.com/

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


CONTESTER STARB BEI SEINER LIEBLINGSTÄTIGKEIT

(rps) Der bekannte DXer und Contester Jose Manuel Valdes Rodriguez, YV5LIX, verstarb am 21. April dieses Jahres – und zwar während seiner Teilnahme an der gerade laufenden YX0A-Expedition, die Aves Island in der Karibik zum Ziel hat. Der 57-jährige Jose – besser bekannt als Joe – erlitt um 04:00 UTC einen Herzinfarkt, kurz nachdem die DXpedition begonnen hatte. Zwei Ärzten, die an der Expedition teilnehmen, gelang es nicht, ihn wieder zu beleben. Jose war der Koordinator für digitale Betriebsarten und plante, gegen Ende des noch bis zum 1. Mai laufenden Unternehmens sich darauf zu konzentrieren, diese Modi zu aktivieren. Zu Joses Ehren wurde den DXpeditionären die Erlaubnis erteilt, sein Rufzeichen YV5LIX zu verwenden.

Quelle: RSGB


BILDER VON P3E IM WEB

(rps) Der neue Amateurfunksatellit P3E wirft seine Schatten voraus: Informationen und Photographien können jetzt im Internet geladen werden, und zwar auf der AMSAT-DL-Website

http://www.amsat-dl.org/

P3E wird der erste Amateurfunksatellit sein, der das 47-GHz-Band benutzt. Sein wohl beliebtester Lineartransponder wird allerdings, so Projektleiter Peter Gülzow, DB2OS, derjenige sein, der von 70-Zentimeter nach 2-Meter umsetzt, und zwar mit einer Gesamtbandbreite von immerhin 150 kHz. Der vorgesehene stark elliptische Orbit wird eine weltweite Kommunikation über viele Stunden hinweg ermöglichen. Der obere Teil des Zweimeterbandes wird sich in Zukunft wie das Zwanzigmeterband auf der Kurzwelle anhören, davon ist Peter Gülzow überzeugt.

Quelle: RSGB


ERSTE KONTAKTE DER NEUEN ISS-CREW

(rps) Flugingenieur Jeff Williams, KD5TVQ, erst weniger als einen Monat auf der Internationalen Raumstation ISS, hat bereits viele Amateurfunkkontakte unter dem Rufzeichen NA1SS gemacht – vor allem während des Osterwochenendes, so Kenneth Ransom, N5VHO, der als Projektingenieur Amateurfunk für die ISS arbeitet. Zur neuen mittlerweile dreizehnten Besatzung der Raumstation gehört als Funkamateur auch Pavel Vinogradov, RV3BS.

Quelle: RSGB


WLAN: NEUER ENTFERNUNGSREKORD

(rps) Wie Heise online diese Woche berichtet, haben zwei venezolanische Teams eine neue terrestrische Bestmarke aufgestellt: Immerhin 279 km wurden in den Anden überbrückt. Das Bemerkenswerte daran ist, dass ganz gewöhnliche WLAN-Router vom Linksys-Typ WRT54G mit lediglich 100 Milliwatt Output zum Einsatz kamen. Die Antennen hatten es allerdings in sich: Das waren auf beiden Seiten ausgemusterte Parabolspiegel von Satellitenbodenstationen mit 2,7 m Durchmesser.

Eine Station befand sich auf einer Kliffkante des Bergs El Aguila in 4100 Meter über Normalnull, die andere auf einem lediglich 125 Meter hohen Hügel in der Ebene bei El Baul. Klares Wetter und eine freie Fresnel-Zone sind für solche Rekorde Voraussetzung. Eine entspannte Einstellung zu Regulierungen hilft allerdings auch. Denn mit dem geschätzten Antennengewinn von 30 dBi kommt eine effektive isotrope Strahlungsleistung von rund 100 Watt zusammen, gut das Tausendfache des hierzulande Erlaubten. In Venezuela gibt es noch keine WLAN-Vorschriften – jedenfalls, was die Senderleistung anbelangt.

Nachlesen können Sie die ganze Geschichte ausführlich im Internet, leider nur in Spanisch – aber die Bilder sprechen für sich. Die URL lautet

http://www.wilac.net/descargas/documentos/EnlaceAguila_Baul.pdf

So wie dieser Bericht aussieht, kann es sich nur um Funkamateure handeln.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ