HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 230 / 2006 vom 07.05.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autoren:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
  Till Uhde, DL9JT (tu)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

NEUE AFUV: ERWEITERTE RECHTE FÜR FUNKAMATEURE

(rps) Diese Woche hat der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie den beim Deutschen Bundestag registrierten Amateurfunkverbänden – also auch der AGZ – den Entwurf für eine bereits Ende Dezember letzten Jahres angekündigte neue Amateurfunkverordnung zugestellt. Bis Ende Mai besteht nun Gelegenheit zur Stellungnahme – und am 1. Juli dieses Jahres sollen die neuen Regelungen in Kraft treten. Sie finden den Entwurfstext mit ausführlicher Begründung auf der Website der AGZ e.V.

Die neue Amateurfunkverordnung enthält nur Gutes, jedenfalls, was die nun vorgesehenen Änderungen anbelangt. Viele langjährige Forderungen und Positionen der AGZ wurden jetzt staatlicherseits erfüllt. Wir verbuchen die neue Regulierung als klaren und offensichtlichen Erfolg unseres Vereins.

Fangen wir an mit 50 MHz. Ab Juli soll das Sechsmeterband allen Funkamateuren der Klasse A offen stehen. Die Zeiten der Sonderzuteilungen sind vorbei. Die Bundesregierung zieht damit endlich die Konsequenz aus einem erfolgreichen 16-jährigen Pilotprojekt – Störungen sind nicht bekannt geworden – und aus einer nicht haltbaren rechtlichen Situation. Hier die Bedingungen: Wie bisher maximal 25 Watt effektive Strahlungsleistung, nur ortsfeste Amateurfunkstellen, die der Netzagentur zudem ausdrücklich angezeigt werden müssen, keine Beschränkung auf SSB und CW mehr, statt dessen eine maximale Bandbreite von 2,7 kHz. Damit sind nun endlich auch digitale Betriebsarten erlaubt, wie z.B. WSJT, Pactor und PSK31. Fernbediente Amateurfunkstellen werden auf 50 MHz auch weiterhin nicht erlaubt sein und zusätzliche Auflagen wie etwa Schutzzonen um noch aktive Fernsehgrundnetzsender können von der Bundesnetzagentur zur Wahrung der Rechte von Primärnutzern verfügt werden.

Zur Einsteigerklasse E: Deren Rechte werden massiv ausgeweitet. Endlich kommt – nicht zuletzt, um europäisch harmonisiert bestehen zu können – der Kurzwellenzugang. Und zwar mit weit mehr Frequenzen, als andere Vereine dies für nötig hielten. Die Bänder 160 Meter, 80 Meter, 15 Meter und 10 Meter können in vollem Umfang genauso genutzt werden, wie dies Klasse A erlaubt ist – mit allen Betriebsarten. Vorbei ist es in diesem Zusammenhang mit den praxisfernen 10 Watt EIRP: 75 Watt Senderoutput PEP werden bald erlaubt sein – nicht nur auf Kurzwelle, sondern auch auf 144 und 430 MHz. Nur auf 10 GHz werden es 5 Watt out sein – auch hier fällt die Regelung nach Strahlungsleistung.

Klasse-E-Funkamateure, die ab In-Kraft-Treten der neuen Amateurfunkverordnung mehr als 10 Watt EIRP machen wollen, müssen allerdings vor Aufnahme des Sendebetriebs eine Anzeige ihrer Station gemäß BEMFV vornehmen und den Personenschutz sicher stellen – und zwar für alle beabsichtigten Frequenzen. Erfahrene Klasse-A-Amateure sind hier hoffentlich gerne behilflich.

Zur Amateurfunkprüfung: In Zukunft werden Klasse A und Klasse E zwei der drei Teilprüfungen gemeinsam mit gleichem Umfang und gleichem Schwierigkeitsgrad ablegen: betriebliche Kenntnisse und rechtliche Vorschriften. Das ermöglicht, die technische Prüfung als echtes Upgrade zur Klasse A zu gestalten: Dies ist eine langjährige und zentrale Position der AGZ, die nun umgesetzt wird. Der Fragen- und Antwortenkatalog für Klasse E muss entsprechend erweitert werden – vor allem mit kurzwellenrelevanten Inhalten. Bisherige DO-Genehmigungen werden übrigens ohne Zusatzprüfung automatisch in den Genuss der neuen Privilegien kommen – quasi über Nacht.

Auch Klasse A bekommt Frequenzen dazu: Das 40-Meterband wird vorzeitig erweitert – und zwar von 7100 bis 7200 kHz mit Sekundärstatus und maximal 250 Watt Senderausgangsleistung. Weg fallen wird künftig das rechtlich nicht haltbare Contestverbot auf Langwelle, Teilen von 160 Meter, 30 Meter und 50 MHz. Die Satellitennutzer wird es freuen, dass man in Berlin auch eingesehen hat, dass mit nur 5 Watt EIRP auf 23 cm kein Satellit in der Umlaufbahn legal erreicht werden kann: Zwischen 1260 und 1263 MHz stehen bald wieder die vollen 750 Watt für Klasse A zur Verfügung.

Es ist selbstredend, dass die AGZ e.V. diesem Entwurf in weiten Teilen zustimmen wird. Er dient zum langfristigen Erhalt des Amateurfunkdienstes, ist von europäischem Geist und erfüllt wesentliche Ziele unserer Vereinssatzung.


BUNDESGERICHTSHOF STÄRKT GRENZWERTE

(red) In einem Mietshaus wurde auf dem Dach eine Mobilfunkbasisstation errichtet. Geklagt gegen seinen Vermieter hatte ein Mann, der dort eine Dachgeschosswohnung gemietet hat. Er trägt einen Herzschrittmacher und sieht sich durch die elektromagnetische Strahlung gefährdet. Ein Gutachten eines namhaften Hochschulprofessors bestätigte jedoch, dass die Grenzwerte der BEMFV und der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung in der Wohnung nicht überschritten wurden. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über Gesundheitsgefahren trotz Einhaltung der Grenzwerte existierten jedoch nicht; damit sei eine Gefährdung nicht bewiesen, so der Bundesgerichtshof.

Der Bundesgerichtshof stärkt damit die Relevanz von Grenzwerten und schafft eine gesicherte Position, nicht zuletzt auch für Funkamateure im Umgang mit übersensiblen Nachbarn. Um so wichtiger ist es nun, die Einhaltung der Grenzwerte nach BEMFV korrekt anzuzeigen und danach auch tatsächlich einzuhalten. Das Aktenzeichen lautet VIII ZR 74/05.

Quellen: WDR-Nachrichten vom 4. Mai und Bundesgerichtshof


VON ALPHA BRAVO BIS YANKEE ZULU

(rps) Das NATO-Alphabet feiert seinen fünfzigsten Geburtstag. Ein halbes Jahrhundert ist es nun bereits her, dass unter anderem Funkamateure, Flieger, Militärs und Sicherheitsdienste sich dieser Art der Buchstabierung bedienen. Verwechselungen können hier bei vielen Funkdiensten gefährlich sein und im Extremfall Menschenleben kosten. Aufbauend auf den im diesem Zusammenhang teilweise schmerzlichen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs bestand damals die Absicht, ein linguistisch reines und verwechselungsfreies System zu schaffen, das weiteste Verbreitung finden sollte. Das ist gelungen – herzlichen Glückwunsch!

Die britische Rundfunkgesellschaft BBC widmete dem NATO-Alphabet übrigens am 7. April eine eigene halbstündige Sendung bei Radio 4 FM. Hören können Sie diese Sendung – natürlich in englischer Sprache – im Internet unter

http://www.bbc.co.uk/radio/aod/radio4_aod.shtml?radio4/alpha_bravo

Sie benötigen dazu den RealPlayer.

Quelle: BBC Radio 4 FM


LESERBRIEF

(red) Bastian, DH1KBH, schreibt:

"Aufgrund von Missverständnissen und persönlichen Diskrepanzen schwelte ein Konflikt zwischen mir, Bastian, DH1KBH, und Joachim, DF4EK, sowie seiner Ehefrau Helga, DL8EAU, der in öffentlichen Angriffen gegenüber Joachim und Helga durch mich seinen Höhepunkt fand.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei Joachim und Helga entschuldigen und ziehe meine Äußerungen mit Bedauern zurück. Ich würde mich über ein persönliches Gespräch zwischen uns sehr freuen, um diesen Konflikt zu beenden. Diese Entschuldigung ist meine persönliche Entscheidung; ich wurde durch niemanden dazu überredet, gezwungen oder gedrängt. Wenn Joachim und Helga zu einem persönlichen Gespräch bereit sind, bitte ich um eine kurze Mitteilung.

Vy 73, Bastian, DH1KBH"


NEUE AUDIO-AUSSENDUNG

(rps) von HamRadio 2day. Ab sofort senden wir auf 70 Zentimeter am Sonntagmittag um 13:00 Uhr Lokalzeit auch auf dem Relais Grevenbroich bei Neuss bzw. Düsseldorf mit dem Rufzeichen DB0RKN, dessen Genehmigungsurkunde gerade verlängert wurde. Außerdem wurde die Station auf einen neuen – und zwar ziemlich exponierten – Standort verlagert. Das Einzugsgebiet ist nun wesentlich größer. Die Ausgabefrequenz ist 439,250 MHz. Versuchen Sie es einfach einmal. Unser Dank geht an den Betreiber Jörg, DG1JC.


Vy 73,
Till, DL9JT