HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 234 / 2006 vom 11.06.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

DEUTSCHE AMATEURFUNKRUFZEICHEN ONLINE

(rps) Nach vielen Jahren hat die Bundesnetzagentur nun endlich eine amtliche Rufzeichenliste in Anlehnung an Paragraf 6 Nr. 2 des Amateurfunkgesetzes veröffentlicht – allerdings ausschließlich im Internet. Etwas Gedrucktes wird es künftig nicht mehr geben. Unter der Adresse

ans.bundesnetzagentur.de/Amateurfunk/

wird seit dieser Woche eine Abfragemaske präsentiert, die lediglich die Eingabe eines Rufzeichens erlaubt. Ein einziger Buchstabe oder eine Zahl dürfen dabei durch das Wildcardzeichen ersetzt werden, um mehrere Treffer zu erzielen. Die Software erlaubt es dagegen überhaupt nicht – im Gegensatz zu zum Beispiel marktüblichen CDs –, nach Name, Ort oder Straße zu recherchieren.

Hat ein Funkamateur der Veröffentlichung seiner persönlichen Daten gegenüber der Behörde widersprochen, so werden nur sein Rufzeichen, sein Name und die Zeugnisklasse angezeigt, nicht aber der Standort seiner ortsfesten Amateurfunkstelle und sein Wohnsitz. Die Datenbank ist offenbar tagesaktuell, so dass zumindest festgestellt werden kann, ob ein spezielles Amateurfunkrufzeichen überhaupt zur Zeit zugeteilt ist. Eine Recherche nach den Standorten automatischer und fernbedienter Amateurfunkstellen ist dagegen in Vorbereitung – warum soll das gerade hier doch möglich sein?

Unter der Herausgabe eines "Verzeichnisses", wie es das Amateurfunkgesetz ausdrücklich vorsieht, versteht man normalerweise aber etwas anderes – will heißen umfassenderes – als nur die Möglichkeit, nach einem einzigen Rufzeichen zu suchen. Nun, ein guter Anfang ist jedenfalls gemacht und die Sache lässt sich sicher noch steigern – zum Beispiel durch die monatliche automatische Datenbankauskopplung einer Liste aller Rufzeichen und ihrer Inhaber im PDF-Format.


CEPT ARBEITET AN DRITTER AMATEURFUNKKLASSE

(rps) Erfolg ist eben sexy: Das richtungsweisende britische Modell setzt sich klar erkennbar durch. Passend zur gegenwärtigen Diskussion in Deutschland befasst sich eine Arbeitsgruppe innerhalb der CEPT bereits mit der Einführung und europaweiten Definition einer Genehmigungsklasse namens "Entry-Level-Licence", die unterhalb der gerade harmonisierten Novice-Klasse angesiedelt sein soll – eben so, wie es in Großbritannien bereits seit 2001 mit der Foundation Licence Wirklichkeit ist. Demnächst wird dazu der ECC-Report 89 veröffentlicht. Bereits vorweg möchten wir Ihnen an dieser Stelle daraus die Grundgedanken der europäischen Regulierungsbehörden und Ministerien zu einer dreigliedrigen Genehmigungsstruktur präsentieren.

Entry-Level: Die Prüfung bezieht sich auf praktische und grundlegende Kommunikationstechniken und auf den sicheren Umgang mit auf dem Markt verfügbarem Gerät sowie auf die Kenntnis relevanter nationaler und internationaler Vorschriften. Im Vordergrund steht dabei die Sicherstellung, dass andere Frequenznutzer nicht beeinträchtigt werden. Die Klasse hat einen beschränkten Zugang zu Frequenzen und eine hinreichend kleine Senderleistung, dass keine EMV-Probleme auftreten können. Der Selbstbau und die Modifikation von CE-zertifizierten Sendern können beschränkt werden.

Novice-Level: Er beinhaltet einen angehobenen Verständnisgrad von Kommunikationstechnologien sowie die Einbeziehung weiter gehender rechtlicher Vorschriften und des Problemkreises der elektromagnetischen Verträglichkeit. Die Prüfungsinhalte müssen ansonsten gemäß ERC-Report 32 gestaltet sein. Diese Klasse hat einen weiter gehenden Zugang zu Amateurfunkfrequenzen und eine mittlere Senderleistung. Die jeweilige nationale Genehmigung muss kompatibel zur ECC-Empfehlung (05)06 sein. In Deutschland ist das heute Klasse E.

HAREC-Level: Prüfungsinhalte sind in umfassender Form alle rechtlichen Bestimmungen, alle relevanten Kommunikationstechnologien und alle Betriebsmodi, wie es in der CEPT-Empfehlung T/R 61-02 bzw. im HAREC-Abkommen niedergelegt ist. Diese Klasse hat Zugang zu allen Amateurfunkfrequenzen – und zwar mit hoher Senderleistung. In Deutschland entspricht diesem Level Klasse A.

Dabei sollen alle drei Klassen Zugang sowohl zu Kurzwellen-, als auch zu UKW-Frequenzen haben. Das ECC – das Electronic Communication Committee – der CEPT begründet sein Vorgehen damit, dass eine bisher übliche Vorbereitungszeit für eine Amateurfunkprüfung von bis zu einem Jahr viel zu lang ist, um das Interesse unterwegs aufrecht zu erhalten. Akzeptabel sei eine Zeitspanne von wenigen Wochen oder maximal von wenigen Monaten vom Erwachen des Interesses bis hin zur ersten Genehmigung. Um dies sicherzustellen, werde die Entry-Level-Licence unterhalb der Noviceklasse neu geschaffen. Speziell angesprochen werden sollen damit junge Leute mit technischem Interesse sowie Erwachsene und Pensionäre ohne den für die anderen Klassen notwendigen technischen Hintergrund, aber mit einem Interesse an der drahtlosen Kommunikation.


AGZ AUF HAM RADIO

(red) In knapp zwei Wochen ist es wieder soweit: Diskutieren Sie statt mit Keyboard und Maus einfach einmal live mit uns: am Stand der AGZ auf dem Gelände der Neuen Messe Friedrichshafen am Bodensee vom 23. bis zum 25. Juni. Sie finden uns auf Europas größter Amateurfunkmesse – genau wie letztes Jahr – in Halle A1 am Stand 617.


NEUE ELEKTROSMOGBROSCHÜRE

(rps) der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Unter dem Titel "Elektrosmog: Quellen, Wirkung, Vorsorge" hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW eine neue 59-seitige Broschüre veröffentlicht. Die Broschüre will einen Beitrag zur klaren und regelmäßigen Information der Bürgerinnen und Bürger zum Thema leisten und einen offenen Dialog zwischen Politik, Industrie, Kommunen und Öffentlichkeit fördern. Das Umweltministerium NRW erhofft sich für die Zukunft viel von einer Verstärkung der gezielten Forschung. Es hält den Dialog aller Beteiligten über Chancen und Risiken zukünftiger Techniken für unverzichtbar. Nur so könnten die gesundheitlichen Befürchtungen ernst genommen und die Akzeptanz dieser Techniken verbessert werden. Die Broschüre kann im Internet heruntergeladen werden unter:

www.munlv.nrw.de/sites/arbeitsbereiche/immission/pdf/e-smog_internet.pdf

und auch in Schriftform bestellt werden beim Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf.

Auch der Amateurfunkdienst ist in der neuen Broschüre erwähnt: Funkamateure dürften nur mit einer staatlichen Genehmigung senden und Anlagen mit mehr als 10 Watt seien der Bundesnetzagentur anzuzeigen, wobei die Einhaltung der geltenden Grenzwerte nachzuweisen sei.

Quelle: Umweltministerium NRW und Forschungsgemeinschaft Funk


NACHTRAG ZUM ERFAHRUNGBERICHT

(red) Jörg, DG1JC, schreibt uns in Ergänzung zu seinem Bericht über den Einkauf von Amateurfunkgerät in Hong Kong:

"Es ist mir gelungen, die Ursache der dumpfen Modulation des über e-bay gekauften Handfunkgeräts herauszufinden. Seine Markenbezeichnung lautet übrigens 'KYD Modell TK 338'. Das Besprechungsloch für das Elektretmikrofon ist vom Werk aus nämlich an einer etwas ungünstigen Stelle gebohrt worden. Das Mikrofon wird dadurch vom Gehäuse verdeckt.

Abhilfe schafft ein neues, etwa 3 mm großes Loch wenige Millimeter neben dem alten. Da das alte Loch im Bereich der Lautsprecherschlitze sitzt, fällt das neue gar nicht auf. Nach dieser Modifikation wurde mir von meinen Gesprächspartnern eine einwandfrei klare, helle und kräftige Modulation bestätigt.

Gruß Jörg, DG1JC"


ZUM SCHLUSS: IN EIGENER SACHE

(red) Am nächsten Sonntag – also am 18. Juni – erfolgen keine Aussendungen von HamRadio 2day vom Standort Wassenberg, JO31BC. Und am Sonntag darauf – am 25. Juni – fällt unser Magazin wegen der AGZ-Präsenz auf der Ham Radio in Friedrichshafen ganz aus. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Vy 73,
Till, DL9JT