HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 237 / 2006 vom 09.07.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

NOCH EINMAL: BEMFV IN ZAHLEN

(rps) Wir berichteten in HamRadio 2day Nr. 231 am 21. Mai: 16.775 Anzeigen von ortsfesten Amateurfunkstellen gemäß BEMFV liegen der Bundesnetzagentur mittlerweile vor. Jetzt teilt uns die Pressestelle der Behörde ergänzend mit, dass es sich dabei in 98 Prozent der Fälle um Amateurfunkstellen handelt, die nur ein einziges Mal angezeigt haben. Die Schlussfolgerungen der Redaktion: Der Anteil derjenigen, die seit In-Kraft-Treten der BEMFV im August 2002 mehr als einmal abgegeben – ihre Anlage also innerhalb von vier Jahren zu größeren Sicherheitsabständen verändert – haben, ist verschwindend klein – und somit haben bisher etwa 20 Prozent aller Klasse-A-Amateure in Deutschland eine BEMFV-Anzeige abgegeben. Dank geht jedenfalls an die Pressestelle der Bundesnetzagentur für die Recherchearbeit.


GROSSBRITANNIEN WIEDER EINMAL WEGWEISEND

(rps) Im Oktober dieses Jahres will der britische Regulierer Ofcom die Amateurfunkbestimmungen weiter liberalisieren. Geplant sind die folgenden Änderungen: Wegfallen soll die Pflicht, ein Logbuch zu führen. Im Umkreis von 100 Metern dürfen Funkamateure mit bis zu 10 Milliwatt ihre Anlagen fernbedienen und fernsteuern – und zwar auf ausnahmslos allen Amateurfunkfrequenzen. Schließlich wird – wie in Deutschland bereits seit 1949 der Fall – die Lizenz auf Lebenszeit eingeführt, auch für die Entry Level Licence. Bemerkenswert ist, dass Ofcom im zugrunde liegenden Dokument den Amateurfunk erstmals nicht nur als Funkdienst und Hobby zur eigenständigen Aus- und Weiterbildung, sondern zusätzlich als reine Freizeitbeschäftigung bezeichnet.

Das Positionspapier von Ofcom finden Sie – natürlich in englischer Sprache – im Internet unter der URL

http://www.ofcom.org.uk/consult/condocs/aradio/lifetimelicence/licenceformat.pdf

Quelle: RSGB


DIE INTERNATIONALE RAUMSTATION ISS

(rps) ist wieder gut besetzt mit Funkamateuren. Am Dienstagabend hob das Spaceshuttle vom Kennedy Space Centre mit gleich drei Funkamateuren ab, wovon einer nun für einige Monate an Bord der ISS sein wird: Lisa Nowak, KC5ZTB, Stephanie Wilson, KD5DZE und Thomas Reiter, DF4TR.

Quelle: RSGB


GROSSBRITANNIEN TREIBT HANDEL MIT 10-GHZ-FREQUENZEN

(rps) Weil das Band bisher angeblich nicht genutzt werde, bietet der britische Regulierer Ofcom unter anderem die Frequenzsegmente 10,125 bis 10,225 und 10,475 bis 10,575 GHz zum Verkauf an – und zwar zur terrestrischen kommerziellen Nutzung. Die nun vom Staat neu zu erwerbenden Lizenzen sind anschließend gemäß einer EU-Vorgabe frei handelbar, das heißt, die Lizenznehmer können sie privat weiter verkaufen, ohne die Behörde einzuschalten. Die Versteigerung beginnt übrigens bei 50.000 britischen Pfund. Damit unterliegen Amateurfunkfrequenzen selbst zwar nicht dem freien Handel, sehr wohl aber Frequenzbereiche, in denen der Amateurfunk Sekundärnutzer ist. Das relativiert eine entsprechende Zusage der Europäischen Kommission allerdings gewaltig und kann im Ergebnis zum De-facto-Verlust führen.

Beide Frequenzsegmente fallen in das Dreizentimeter-Amateurfunkband, das obere zusätzlich in den Satellitenbereich. Ofcom ist sich dessen in vollem Umfang bewusst – und weist auch noch ausdrücklich darauf hin, dass gegenüber dem Amateurfunk keine Rücksicht geübt werden muss – im Gegenteil, der Amateurfunk als Sekundärnutzer müsse abschalten, sollte er die kommerzielle Nutzung beeinträchtigen. Bei der vorgesehenen Strahlungsleistung von maximal 55 dBW – das sind immerhin beachtliche 316 Kilowatt – wäre das im Vereinigten Königreich wohl das Ende zumindest der Nutzung von 10 GHz für den Amateurfunkdienst über Satelliten.

Das vollständige Ofcom-Papier zu diesem Thema finden Sie ebenfalls im Internet unter der Adresse

http://www.ofcom.org.uk/consult/condocs/10ghz/spec_condoc.pdf

Quelle: RSGB und Ofcom


ITU LEITET DAS ENDE DER FREQUENZNUTZUNG FÜR ANALOGTECHNIK EIN

(red) Bis zum 17. Juni 2015 sollen die bislang mit Analogtechnik für das Fernsehen genutzten Frequenzen in den Bereichen 174 bis 230 MHz und 470 bis 862 MHz umgewidmet werden. Darauf einigte sich die regionale Radiocommunication Conference Europa, Afrika, Naher Osten und Iran bei der International Telecommunication Union (ITU) vor wenigen Wochen. Seit dem 15. Mai haben die rund 1000 Delegierten in Genf den Fahrplan für das Ende der analogen und der Übergang zur digitalen Welt bei den "Broadcast Services" (das sind Rundfunk und Fernsehen sowie allgemeine Video- und Musikdienste) diskutiert. Nun wurden die Unterschriften unter den Vertrag gesetzt. Während Deutschland zu den Ländern gehört, die ohnehin bereits Fristen für das Ende der Frequenznutzung für Analogtechnik gesetzt hatten, erbaten sich einige Länder Nachfristen von bis zu fünf Jahren für das VHF-Band 174 bis 230 MHz.

Als besondere Herausforderung bezeichneten ITU-Vertreter die Berechnungen für die mit den Unterschriften besiegelte Übergangsphase, in der analoge und digitale Anwendungen sich das Spektrum noch teilen müssen. Dafür griff die ITU auf Rechnerkapazität bei dem ebenfalls in Genf ansässigen europäischen Forschungszentrum CERN zurück sowie auf eine von der European Broadcasting Union (EBU) entwickelte Software. Der neue Frequenzplan auf der Basis von T-DAB und DVB-T löst den seit 1961 für Europa und seit 1989 für Afrika geltenden Frequenzplan für die analoge Welt ab, schreibt die ITU.

ITU-Generalsekretär Yoshio Utsumi begrüßte die Einigung. "Digitale Technologien unterstützen derzeit die Verbreitung hochauflösender Bilder von der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland für Fans in aller Welt, die sich das voller Begeisterung anschauen. Digitales Fernsehen ist eine Realität mit einer großen Zukunft", ließ sich Utsumi in einer Mitteilung zitieren. Die Umwidmung analog genutzter Kanäle schaffe Platz für eine Vielzahl digitaler Angebote, die weniger Frequenzbedarf haben; bei der ITU spricht man von einer "digitalen Dividende". Die Digitalisierung werde daher mobilen Videoempfang und andere mobile Dienste ermöglichen. Neben der Einführung von mehr und neuen Diensten werde auch die Qualität der Übertragung wachsen. Auch werde der Datenfluss über lange Distanzen konsistenter. Vor allem aber jubeln die Frequenzplaner über mehr freie Kanäle: Die Knappheit für neue Kanäle wurde zum Problem für die Pilotversuche mit Handy-TV während der Fußball-WM. Sie war einer der Auslöser der Streits, ob DMB oder DVB-H der besser geeignete Standard für mobiles Fernsehen ist. 2007 wird sich als nächstes nun die World Radio Communication Conference mit den regulatorischen Aspekten befassen.

Quelle: Heise online


ZUSÄTZLICHER AUDIOTERMIN

(red) für HamRadio 2day – für alle, die Sonntag Vormittag anderweitig beschäftigt sind: Peter, DJ4KA, wird ab sofort unser Amateurfunkmagazin am Montagabend um 19:30 Ortszeit vom Standort Weilerswist bei Köln aus abstrahlen – und zwar auf der Direktfrequenz 145,325 MHz im Zweimeterband. Herzlichen Dank für die Unterstützung!


ZUM SCHLUSS: IN EIGENER SACHE

(red) Am kommenden Sonntag, das ist der 16. Juli, finden wegen einer Dienstreise von DC5JQ keine Aussendungen vom Standort Wassenberg statt.

 

Vy 73,
Till, DL9JT