HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 245 / 2006 vom 24.09.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Till Uhde, DL9JT (tu)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

DREI WOCHEN

(tu) ist sie jetzt alt, die Kurzwellenfreigabe für Klasse E in Deutschland. Und die Welt ist nicht untergegangen, es ist kein Zeter und Mordio auf den Kurzwellenbändern zu hören. Nur ein wenig gekratzt, an den Tragsäulen mancher etablierter Kurzwellenrunden, haben die Klasse E Lizenzierten.

Mehr Wirbel erzeugte da die Ankündigung der Bundesnetzagentur, die Zusatzprüfung von heutigen Klasse-E-Lizenzierten zur Klasse A würde den kompletten Technikteil umfassen. Hören Sie dazu auch den Leserbrief im Anschluss.

Der DARC berichtet in seinem Rundspruch für die 38. Kalenderwoche denn auch über eine Anfrage des RTA an die Bundesnetzagentur. Laut BNetzA sollen demnach tatsächlich, allerdings nur vorübergehend, Klasse-E-Lizenzierte die komplette Klasse-A-Technikprüfung absolvieren. Ab dem 1. Februar 2007 soll es dann einen gemeinsamen Fragenkatalog für Betrieb und Vorschriften und zwei getrennte Kataloge für die Technik geben.

Da absehbar ist, dass die Technik für Klasse A nicht umfangreicher oder schwerer ausfallen wird, deutet diese Zweiteilung auf die vom Ministerium vorgesehene erleichterte Zusatzprüfung hin. An einer Erweiterung ihrer Lizenzklasse Interessierte sollten also noch bis Februar 2007 warten.


LESERBRIEF

(red) Horst Stöcker, DO1KHS, schreibt uns:

"Bei aller Freude über die neue Amateurfunkverordnung und die damit einhergehenden erweiterten Möglichkeiten für die Klasse E: Die Ankündigung der Bundesnetzagentur, dass beim Aufstocken von Klasse E auf Klasse A der komplette Technikteil geprüft werden soll, ist enttäuschend. Unverständlich, dass der DARC kein Wort der Kritik dazu verloren hat.

Die Teile Betriebstechnik und Gesetzeskunde stellen in der Regel nicht die größte Hürde bei der Amateurfunkprüfung dar. Sie werden ja zukünftig auch in beiden Prüfungskatalogen identisch sein. Da ist es nur logisch, dass sie nicht zweimal geprüft werden. Dies stellt keine Erleichterung dar.

Es ist also im Grunde nichts gewonnen: Die in der neuen Amateurfunkverordnung vorgesehene Zusatzprüfung wird so faktisch zu einer komplett neuen Prüfung – wie gehabt.

Dabei ist es schlicht ungerecht, wenn die schon einmal bei der Klasse-E-Prüfung unter Beweis gestellten Kenntnisse und die in der Zwischenzeit erworbenen praktischen Kenntnisse keine Berücksichtigung bei der sogenannten Zusatzprüfung finden. Das hatte der Verordnungsgeber anders gemeint, und daher ist dringend eine Korrektur geboten – selbst wenn der Fragenkatalog der Klasse A leichter und sinnvollerweise auf das Niveau vor Einführung des Single-Choice-Verfahrens zurückgeführt werden sollte. Aber davon war ja bisher noch nicht die Rede.

Welche zusätzlichen Betriebsrechte sollten denn den Aufwand für eine solche Zusatzprüfung jetzt noch rechtfertigen? So wird die Klasse E mittelfristig zur Standardlizenz. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein. So ist die Einheitslizenz auf diesem Level nur eine Frage der Zeit. Diesen Verlust an Qualität im Amateurfunk insgesamt will doch wohl hoffentlich niemand.

Horst Stöcker, DO1KHS
Redaktion delta-oscar.de"


EBEN JENE DELTA-OSCAR.DE

(tu) stand diese Woche zur Versteigerung beim Auktionshaus ebay an. In der Artikelbeschreibung schreibt Horst, DO1KHS: "www.delta-oscar.de ist eine seit Jahren gut eingeführte Seite speziell für Funkamateure der Genehmigungsklasse E. Mit den erweiterten Möglichkeiten durch die neue Amateurfunkverordnung (seit 1.9.2006) ist aus Sicht der Redaktion der Zweck der Seite erfüllt. Die Arbeit an delta-oscar.de wird beendet."

Wir können gespannt sein, ob der neue Besitzer die Site weiterführen wird und wenn ja mit welchem Inhalt. Sein Mitgliedsname, ähnlich einer Comic-Serie die wahrscheinlich nur unsere Kinder kennen, deutet zumindest nicht auf seine Seriosität hin. Bis zum 22. September mittags war die Domain weder übertragen noch verändert. Wir werden weiter berichten.


AMATEURFUNK AUF 500 KHZ

(tu) gibt es nun zumindest in den USA. Die US-amerikanische Fernmeldebehörde FCC hat den Frequenzbereich 505 – 510 kHz für schmalbandige Betriebsarten mit einer Strahlungsleistung von 20 Watt auf experimenteller Basis zur Verfügung gestellt. Alle Aussendungen finden dort unter dem Rufzeichen WD2XSH mit einem numerischen Suffix statt, bis jetzt sind 21 solche Stationen gemeldet. Fritz Raab, W1FR, Manager einer für dieses Band eingesetzten Projektgruppe, betont den Nutzen der Zuweisung. 500 kHz entsprechend 600 Meter Wellenlänge liegt in der geometrischen Mitte zwischen 135 kHz und dem 160-Meterband. Im Gegensatz zu 160 Meter verspricht das 600-Meterband gute Bodenwellenausbreitung mit, im Gegensatz zu 135 kHz, realistischem Equipment. Fritz hofft auch auf eine sekundäre Zuweisung von 495 – 510 kHz.

In Deutschland hatte die Möglichkeit einer Freigabe um 500 kHz, der ehemaligen maritimen Notruffrequenz, für viele Diskussionen gesorgt. Die Alternative zu einer Amateurfunkfreigabe ist laut der Projektgruppe 500kc aber düster, GPS-Korrektursender und NAVTEX stehen in den Startlöchern.

Quelle: ARRL, http://www.arrl.org/arrlletter/06/0915/


Vy 73,
Till, DL9JT