HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 248 / 2006 vom 29.10.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

AGZ-MITGLIEDERVERSAMMLUNG WEIST WEG IN DIE ZUKUNFT

(rps) Am Samstag, den 21. Oktober trafen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Zukunft Amateurfunkdienst e.V. in Heusenstamm bei Frankfurt zu einer eigens einberufenen Versammlung. Einziger Tagesordnungspunkt: die Zukunft. So sollten zum Beispiel die Weichen für die zukünftige Gestaltung der Mitgliedschaft und der damit verbundenen Vereinsbeiträge gestellt werden. Vor allem das Selbstverständnis der AGZ und ihr Auftreten in der Öffentlichkeit sollen neu positioniert werden, nachdem die wesentlichen Ziele der Gründerjahre nun für alle Funkamateure in Deutschland erreicht werden konnten – wie etwa

  • die Sicherung der Existenz eines eigenen Amateurfunkgesetzes,
  • die Schaffung der Einsteigerklasse 3 bzw. E,
  • die Streichung der Morsetelegrafieprüfung,
  • die Freigabe der Kurzwelle für Zeugnisklasse E,
  • die generelle Zuweisung von 50 MHz an Klasse A und
  • die diskriminierungsfreie Koordinierung und Vergabe von Genehmigungen für Relais und Digipeater durch die Bundesnetzagentur ohne Beteiligung privater Vereine oder Personen.

Was seine ureigenen rechtlichen Randbedingungen anbelangt, kann der Amateurfunk heute also gesicherter und gelassener in die Zukunft blicken als zum Zeitpunkt der Gründung der AGZ im Jahre 1996, als vieles unklar war und im Dunklen lag. Jetzt kommt es darauf an, was wir daraus machen.

Die Mitglieder beschlossen einstimmig, für die wichtige Thematik der künftigen Positionierung eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die der ordentlichen Mitgliederversammlung im März 2007 eine beschlussreife Vorlage unterbreiten wird – basierend auf den Ergebnissen der Sitzung vom 21. Oktober. Der Vorstand hofft insbesondere, dass die sehr erfolgreiche Lobbyarbeit des Vereins auch in der Zukunft fortgesetzt und noch weiter gestärkt wird.

Ralph, DC5JQ


FÜNFHUNDERT KILOHERTZ

(rps) war Jahrzehnte lang die Notruffrequenz der Seefahrt – natürlich in Morsetelegrafie. Unzählige Menschen verdanken dieser Frequenz ihr Leben. Bereits die Titanic setzte dort ihren Notruf ab. Das moderne GMDSS-System, das sowohl digitale und analoge, als auch boden- und satellitengestützte Einzelkonzepte enthält, hat nicht nur die Morsetelegrafie im Seefunk überflüssig gemacht, sondern auch die Nutzung der Mittelwellenfrequenz 500 kHz. Heute hört man dort – jedenfalls in Mittel- und Westeuropa – nur noch Rauschen.

Private Vereinigungen ehemaliger und aktiver Seefunker wollen das ändern – allen voran die britische "Radio Officers’ Association" und die deutsche "Seefunkkameradschaft Bremen". Sie wollen ein kleines Segment um 500 kHz herum zur "RHF" – der "Radiotelegraphy Heritage Frequency" – machen, frei übersetzt zur Museums- oder Erinnerungsfrequenz.

Damit das auch in die Gänge kommt, gibt es in den nächsten Wochen in zwei europäischen Ländern Sondergenehmigungen zur Nutzung von 500 kHz durch derartige Gruppen. Hier sind die Details:

In Großbritannien wird es das Rufzeichen GB500KCS geben und zwar am 3. und 4. November 2006. Man sendet neben auf 500 kHz in CW auch in SSB auf den Amateurfunkfrequenzen 3663, 3743, 7052, 14291, 14332, 18154 und 21375 kHz. In Deutschland gibt es vom 3. bis zum 5. November das interessante Rufzeichen DL500KHZ, das von den Funkamateuren Sylvester, DH4PB, Rolf, DL9CM, und Heinz, DF4BV, betreut wird. Man will auch auf der Kurzwelle von 1,8 bis 14 MHz in den Amateurfunkbändern QRV sein.

Vielleicht hören Sie am nächsten Wochenende einfach einmal herein. Einige Amateurfunkverbände bemühen sich ja schließlich um eine Zuweisung bei 500 kHz, die in Großbritannien zu Testzwecken bereits seit längerer Zeit Wirklichkeit ist. Die AGZ betrachtet diese Frequenzen als sehr gut dazu geeignet, ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland rund um die Uhr mit moderaten Strahlungsleistungen unter Verwendung digitaler Sendearten – wie Pactor oder PSK31 – abzudecken.

Quelle: RSGB und The Radio Officers’ Association


BUNDESNETZAGENTUR STELLT UNTERLAGEN FÜR AMATEURFUNKPRÜFUNGEN BEREIT

(rps) Im aktuellen Amtsblatt Nr. 21 vom 25. Oktober kündigt die Netzagentur in Mitteilung Nr. 343/2006 an, dass bis zum Dezember die folgenden Kataloge für Prüfungsfragen sowohl als gedruckte Variante als auch als Internetdownload zur Verfügung stehen werden:

  • Gemeinsame Prüfungsfragen in den Teilen "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften" für den Erwerb von Amateurfunkzeugnissen der Klassen A und E. 1. Auflage vom Oktober 2006. Preis für die Druckversion: 6 Euro je Exemplar.

  • Prüfungsfragen im Teil "Technische Kenntnisse" für den Erwerb von Amateurfunkzeugnissen der Klasse E, 1. Auflage vom September 2006. Preis für die Druckversion: 4 Euro je Exemplar.

  • Prüfungsfragen im Teil "Technische Kenntnisse" für den Erwerb von Amateurfunkzeugnissen der Klasse A. 1. Auflage vom November oder Dezember 2006. Preis für die Druckversion: ca. 6 Euro je Exemplar.
Hinzu kommen die Versandkosten. Die Fragen- und Antwortenkataloge können ab sofort als Druckwerke bestellt werden bei der

Bundesnetzagentur
Außenstelle Erfurt
Druckschriftenversand
Zeppelinstraße 16
99096 Erfurt

Telefon 0361-7398-272, Fax 0361-7398-184
E-Mail: Druckschriften.Versand@bnetza.de

Die Agentur erläutert und bewertet in ihrem aktuellen Amtsblatt auch Ablauf und Inhalt künftiger Amateurfunkprüfungen und nennt Termine für den Übergang von den alten zu den neuen Katalogen. Hier die wesentlichen Punkte:

Für den Erwerb eines Amateurfunkzeugnisses müssen die Prüfungsteile "Technische Kenntnisse", "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften" erfolgreich abgelegt werden. Zur Vorbereitung auf die Prüfung sind daher zumeist zwei Kataloge erforderlich.
 
Mit dem neuen Technikfragenkatalog für Klasse E wurde das Prüfungsniveau im Rahmen der Möglichkeiten des ERC-Reports 32 möglichst niedrig gehalten, um interessierten Bewerbern einen leichten Einstieg beim Amateurfunk zu ermöglichen. Die Anzahl der Fragen ist dabei zwar gestiegen, jedoch wurde der Schwierigkeitsgrad insgesamt verringert; beispielsweise werden künftig nur noch relativ einfache Berechnungen gefordert. Die Technikprüfung der Klasse A liegt auf Grund der CEPT-Empfehlung T/R 61-02 hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads und der Menge der Fragen allerdings nach wie vor erheblich über dem Prüfungsniveau der Technikprüfung für Klasse E. Mit dieser Struktur kann durch eine zweistufige Aufteilung der Technikprüfungen keine nennenswerte Erleichterung bei den Technikprüfungen der Klasse A erzielt werden. Deshalb besteht die Zusatzprüfung von Klasse E nach A auch nach der Herausgabe der neuen Fragenkataloge aus einer kompletten Prüfung im Teil "Technische Kenntnisse" der Klasse A.

Der neue Technikfragenkatalog für Klasse A enthält die Prüfungsinhalte des Teils "Technische Kenntnisse" aus dem Katalog "Prüfungsfragen für den Erwerb der Amateurfunkzeugnisse der (ehemaligen) Klassen 1 und 2" sowie Ergänzungen und Verbesserungen. Neue Prüfungsinhalte des neuen Technikfragenkatalogs für Klasse A werden ab dem 1. April 2007 bei Prüfungen angewendet. Zur Vorbereitung auf bis zum 31. März 2007 stattfindende Prüfungen der Klasse A können im Teil "Technische Kenntnisse" entweder der neue Technikfragenkatalog dieser Klasse oder der bisherige Fragenkatalog der ehemaligen Klassen 1 und 2 verwendet werden.

Die Prüfungen nach dem bisherigen Katalog für Klasse E enden zum 31. Januar 2007. Zu diesem Zeitpunkt enden auch die Prüfungen nach dem bisherigen Katalog für die Klassen 1 und 2 in den Fächern "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften". Nach den vorgenannten Zeitpunkten werden die Prüfungen nur noch auf der Grundlage der entsprechenden neuen Fragenkataloge durchgeführt.

Lesen Sie die ganze Amtsblattmitteilung auf den Internetseiten von Bundesnetzagentur und AGZ e.V.


Vy 73,
Till, DL9JT