HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 250 / 2006 vom 26.11.2006

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autoren:
Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

EIN HERZLICHER GLÜCKWUNSCH

(wvg) dem Redaktionsteam von HamRadio 2day zur 250. Ausgabe! Wer hätte das beim Erscheinen der ersten Ausgabe gedacht, dass das Hörmagazin der AGZ 250-mal erscheinen würde. Und das ganz besondere daran ist, dass HamRadio 2day sich steigender Beliebtheit erfreut. Dies beweisen die vielen Bestätigungen nach jeder Sendung am Sonntagmorgen. Sie sind fast immer mit einem Wort des Dankes oder der Anerkennung verbunden. Das freut mich besonders, weil dies die einzigen "Erkenntnisse" sind, die ein Hörmagazin nun einmal hat.

Wenn auch in den letzten Monaten hier und da eine Woche "ohne" überstanden werden musste, so war das doch auch ein Ausfluss von verantwortlicher Redaktionsarbeit, die eben nicht zum Ziel hat, jeden Sonntag auf Sendung zu gehen, Inhalt hin – Inhalt her. Wenn es nichts zu berichten gibt, was den Amateurfunkdienst bewegt, dann lässt das Redaktionsteam eben einen weißen Fleck im Äther. Und auch das ist Professionalität: Hörer vor Allgemeinplätzen zu bewahren. HamRadio 2day ist eben kein Rundfunk.

Die AGZ dankt dem Redaktionsteam für 250 Sendungen mit bester Amateurfunkinformation, sie wünscht allen Beteiligten, auch den vielen für die regelmäßige Abstrahlung Verantwortlichen, weiterhin erfolgreiches Arbeiten.

Vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


CDU/CSU ANTWORTET AGZ

(rps) diesmal auf die richtigen Fragen. Die Bundestagsfraktion holte dazu erneut eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums zum neuen "Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln" – kurz EMVG – ein. Und die hat es in sich. Obwohl die Europäische Richtlinie klipp und klar formuliert:

"Diese Richtlinie gilt nicht für Funkgeräte, die von Funkamateuren im Sinne der im Rahmen der Konstitution und Konvention der ITU erlassenen Vollzugsordnung genutzt werden, es sei denn, diese Geräte sind im Handel erhältlich."

schreibt das Ministerium, dem sich die CDU/CSU-Fraktion vorbehaltlos anschließt:

"Es ist zu keiner Zeit beabsichtigt worden, Sendefunk- und -empfangsanlagen von Amateurfunkern komplett aus der Richtlinie bzw. dem Gesetz auszunehmen. Störungen, und das wird im Hinblick auf den besonderen Schutz sicherheitsrelevanter Dienste an Bedeutung gewinnen, werden immer zu (abgestuften) Maßnahmen der Bundesnetzagentur führen müssen. Mit anderen Worten, diese Geräte benötigen wie bisher weder eine Konformitätsbescheinigung, noch das CE-Zeichen, werden aber den Maßnahmen der Bundesnetzagentur zur Störungsbeseitigung unterworfen.

Klarer kann eine vollständige und uneingeschränkte Ausnahme von der EU-Richtlinie sprachlich doch eigentlich kaum mehr formuliert werden. Sitzen Brüssel und Berlin in verschiedenen Filmen? Plant die Bundesregierung auch hier – entgegen den verbindlichen europäischen Vorgaben – wieder einmal eine Regelung allein zu Lasten des Amateurfunks? Wenn man bei der Regulierung von Breitbandzugängen – Stichwort VDSL und "Regulierungsferien" – schon offen ein Vertragsverletzungsverfahren in Brüssel in Kauf nimmt, was gilt dann noch der Amateurfunk? Welchen Nutzen und welchen Sinn hat dann eigentlich ein europäisches Engagement deutscher Verbände, wenn Erreichtes in Deutschland torpediert wird? Die Bundesrepublik täte gut daran, sich an EU-Recht zu halten – und im Amateurfunk eine Störfallregelung ohne Verweis in das EMVG zu gestalten.

Ralph, DC5JQ


ANHÖRUNG

(rps) Bereits am 15. November veröffentlichte die Bundesnetzagentur in ihrem Amtsblatt Nr. 22/2006 in Mitteilung Nr. 359 von ihr beabsichtigte Zahlenwerte für die so genannten "Richtwerte" unerwünschter Aussendungen. Auf gut deutsch sind das die Ober- und Nebenwellen. In das Verwaltungsrecht übernehmen will man nun die Werte der europäisch harmonisierten Norm EN 301 783-1, die für im Handel erhältliche Amateurfunkgeräte gilt. Das ist auch gut und richtig, denn warum soll der Funkamateur besser oder schlechter gestellt werden, als die Industrie, die seinen Transceiver herstellt – denn die ist nur an Normen gebunden und nicht an die Amateurfunkverordnung. Im Einzelnen bedeutet die jetzt vorgesehene Regelung für die nachstehenden Frequenzen der jeweiligen Nutzaussendung das Folgende:

Zwischen 150 kHz und 1,7 MHz ist eine Unterdrückung von mindestens 60 dB gefordert, zwischen 1,7 und 35 MHz eine von 40 dB, zwischen 35 und 50 MHz steigt der Wert logarithmisch-linear wieder auf 60 dB an, wo er dann bis 1 GHz konstant bleibt. Oberhalb von 1 GHz soll die Unterdrückung mindestens 50 dB betragen. Alternativ kann der Funkamateur unter einem GHz eine einzuhaltende absolute Ober- und Nebenwellenleistung von 0,25 Mikrowatt und oberhalb 1 GHz von einem Mikrowatt frei wählen. Dies ist aber nur im Fall kleinster Leistungen – und zwar von weniger als 2,5 Milliwatt auf Kurzwelle, 0,25 Watt auf UKW und 0,1 Watt im Mikrowellenbereich die günstigere Vorschrift. Die immer noch als Übergangsregelung geltenden Werte der alten Durchführungsverordnung aus dem Jahr 1967 sollen aufgehoben werden, unter anderem der technisch nur mit extremem Aufwand realisierbare Wert von maximal 4 Nanowatt in den Rundfunk- und Fernsehbereichen; das sind bei einem 40-Watt-Sender zum Beispiel 100 dB Unterdrückung.

Die Bundesnetzagentur beabsichtigt, so genannte "weitere geeignete Maßnahmen zur Störungsbeseitigung" anzuordnen, sollten trotz Einhaltung der Richtwerte – also trotz Konformität der Amateurfunkanlage zu einer europäisch harmonisierten Norm – Störungen weiterhin bestehen. Das ist interessant und besonders hervorzuheben: Denn beim gestörten Satellitenempfänger des Nachbarn wird keineswegs seitens der Behörde gefordert, über die Norm hinaus gehende Maßnahmen zur Verbesserung der Störfestigkeit zu ergreifen. Hier reicht das CE-Zeichen voll und ganz, um den Funkamateur in seinen Rechten zu beschneiden. Die Forderung nach Gleichbehandlung ist nur gerecht: Entweder belässt man es bei beiden Seiten bei den Werten von EU-Normen, oder beide müssen nachbessern.

Aber es wird noch toller: Kommt der Funkamateur der Aufforderung zur Nachbesserung nicht nach, obwohl er Normen und Richtwerte nachweislich einhält, so droht die Netzagentur mit Zwangsgeld nach Paragraf 13 EMVG – und dies, obwohl technische Merkmale einer Amateurfunkstelle und das Verfahren zur Störfallbeseitigung allein unter dem Amateurfunkgesetz laufen. Das allerdings kennt kein Zwangsgeld.

Die betroffenen Kreise haben nun die Möglichkeit, zu den beabsichtigten Änderungen bis zum 31. Dezember Stellung zu beziehen. Das wird die AGZ tun – schließlich sehen wir hier wieder einmal eine Regulierung auf uns zukommen, die ausschließlich und allein zu Lasten des Amateurfunks geht. Die Amtsblattmitteilung finden Sie in den Internetangeboten von Bundesnetzagentur und AGZ.


HINWEIS FÜR DEN DARC-ORTSVERBAND HÜRTH G50

(red) Die Redaktion wurde gebeten, die folgende Information mitzuteilen:

"Leider kann unser OV-Abend am 7. Dezember 2006 nicht wie gewohnt im Bundessprachenamt stattfinden. Dort finden in dieser Zeit Umbaumaßnahmen statt, die eine Nutzung der Kantine nicht zulassen. Wir werden – wie auch schon in der Vergangenheit – in die Gaststätte 'Haus Schumacher' ausweichen. Die Gaststätte 'Haus Schumacher' liegt, im Sinne des Wortes, um die Ecke in der Sudetenstraße 60, gegenüber dem Schwimmbad 'De Bütt', an der Ecke Knapsacker Straße.

Hans-Peter, DL2KHP"


LESERBRIEF

(red) OM Hans Harl, DO3RH, schreibt uns mit Bezug auf unsere letzte Ausgabe:

"Ich hoffe, dass dieser Leserbrief von DJ4KA bloß unglücklich formuliert wurde, da er besonders von Klasse-E-Inhabern sehr leicht missverstanden werden könnte. Deshalb sollte man sich schon ein bisschen Gedanken darüber machen, was man in die Öffentlichkeit bringt!

Außerdem möchte ich hiermit aus meinen eigenen Erfahrungen klar zum Ausdruck bringen, dass es jedem selber überlassen sein muss, wie tief er in sein Hobby einsteigen möchte!

Hans Harl, DO3RH"


Vy 73,
Till, DL9JT