HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 254 / 2007 vom 21.01.2007

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

FREENET-FREQUENZEN ERWEITERT

(rps) Freenet – das ist eine genehmigungsfreie Möglichkeit zur Nahbereichs-Sprachkommunikation für Jedermann bei 149 MHz. Sie lässt größere Reichweiten zu als zum Beispiel das mit derselben Leistung arbeitende PMR446-System. Bisher gab es bei Freenet nur drei Einzelfrequenzen. Die Bundesnetzagentur hat deren Anzahl jetzt verdoppelt. Einzelheiten finden Sie in Verfügung Nr. 1/2007 im Amtsblatt der Behörde vom 10. Januar.

Hier das Wichtigste: Zugelassen ist nach wie vor eine maximale effektive Strahlungsleistung von einem halben Watt auf den bisherigen Frequenzen 149,025, 149,0375 und 149,050 MHz. Neu hinzu gekommen sind 149,0875, 149,100 und 149,1125 MHz. Die Bandbreite ist weiterhin auf 12,5 kHz beschränkt und zugelassen sind lediglich Handsprechfunkgeräte. Details und Aufstellungsorte von Antennen sind allerdings nicht vorgeschrieben, insbesondere gibt es keine Beschränkung auf fest mit dem Gerät verbundene Antennen.

Für die für Freenet eingesetzten Geräte gelten das FTEG und das EMVG in vollem Umfang – im Gegensatz zum Amateurfunk. Lediglich beim Auftreten von Störungen wird die harmonisierte Norm EN 300 296 angewendet. Die Zuteilung ist bis zum Jahre 2015 befristet, wenn sie nicht vorher wieder durch eine neue ersetzt wird. Die bisher geltende Amtsblattverfügung Nr. 77/2003 wurde aufgehoben.


LANDGERICHT KÖLN STÄRKT ERNEUT SCHUTZ DES ALLGEMEINEN PERSÖNLICHKEITSRECHTS

(rps) Dass moderne Datennetze jeglicher Art aufgrund ihrer meist quasi-anonymen Struktur kein rechtlicher Freiraum sein dürfen, dass man nicht durchgehen lassen will, dass das simple Argument "ich war es nicht" Tür und Tor für Beleidigungen, Verleumdungen und Stalking öffnet, dafür machen sich zunehmend die Gerichte in Deutschland stark. Zu diesem Thema erreiche uns eine aktuelle Mitteilung von Rechtsanwalt Michael Riedel, DG2KAR, die auch im Amateurfunk von Bedeutung ist. Hier ist sie:

"Internetforen, Chaträume, Newsgroups und andere Plattformen der Telekommunikation – dazu gehören auch der CB-Funk und der Amateurfunkdienst – werden von manchen Teilnehmern nicht nur zur freien Meinungsäußerung oder zur Kommunikation und Völkerverständigung genutzt. Offen oder anonym, meist wissend um die Nachweisschwierigkeiten und häufig mit dem Ziel, soziale Kontakte eines ausgesuchten Opfers zu beeinträchtigen, werden in aller Regelmäßigkeit an gleicher Stelle auch eine Vielzahl von Rechtsverletzungen, insbesondere Beleidigungen, Verleumdungen und Schmähkritiken, begangen. Konfrontiert mit der Tat lassen sich Betreffende in der Regel dahin gehend ein, dass nicht sie selbst, sondern Dritte Urheber der Veröffentlichungen oder Äußerungen gewesen seien. Mit einem solchen Fall hatte sich das Landgericht Köln im September 2006 zu befassen.

Nachdem ein Rechtsanwalt in einem Internetforum durch einen anderen Forenteilnehmer mit Schmähkritik überzogen worden war, nahm dieser den Inhaber des E-Mail-Accounts auf Unterlassen in Anspruch. Der Schuldner bestritt, Urheber der Veröffentlichung zu sein und erklärte, sein PC samt Nutzernamen und Passwort sei von einem Familienmitglied genutzt worden. Das Landgericht Köln gestand dem Rechtsanwalt nach den Grundsätzen der Störerhaftung gemäß Paragraf 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuchs analog den Anspruch zu.

Danach hafte für eine begangene Rechtsverletzung auch derjenige, der – ohne selbst Täter oder Teilnehmer zu sein – in irgendeiner Weise kausal an der rechtswidrigen Beeinträchtigung mitgewirkt und Handlungs- oder Prüfungspflichten entgegen Treu und Glauben verletzt habe. Das Landgericht kam zu dem Ergebnis, dass der in Anspruch Genommene durch Nichteinhaltung auch nur eines Mindestmaßes an Sicherheitsvorkehrungen Familienmitgliedern den Zugang zu dem Internetforum unter seinem Account ermöglicht habe. Deswegen stelle sich dessen Verhalten auch als willentlicher Beitrag dar, durch den er adäquat kausal an den begangenen Rechtsverletzungen mitgewirkt habe. Das Landgericht bejahte eine Mitwirkung auch deswegen, weil sich aus einem Vergleich mit anderen Veröffentlichungen des Schuldners ergeben habe, dass Diktion, Wortwahl, Aufbau und Zielrichtung der Äußerungen überwiegend ähnlich waren.

Anmerkung: Nachdem das Landgericht Köln unlängst darauf erkannt hat, dass die unbefugte Veröffentlichung und Weitergabe von E-Mails das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt, ist mit dieser Entscheidung erneut der Opferschutz gestärkt worden. Die Aktenzeichen lauten 28 O 364/06 und 28 O 178/06."

Vielen Dank Michael für Deine Information. Aus gegebenem Anlass weist die Redaktion darauf hin, dass Michael Riedel auch weiterhin als unabhängiger Rechtsanwalt in Köln tätig ist und sich für Funkamateure einsetzt.


NEUER ARGENTINISCHER AMATEURFUNKSATELLIT IM ORBIT

(rps) AMSAT-LU, der argentinische Verband zur Förderung von Amateurfunksatelliten, hat diese Woche bekannt gegeben, dass sich Pehuensat-1 nun im Orbit befindet. Die Inklination seiner sonnensynchronen Bahn beträgt 97,92 Grad, die Höhe etwa 640 Kilometer. Pehuensat-1 – der zweite argentinische Amateurfunksatellit – sendet Voicebotschaften in drei Sprachen: Englisch, Hindi und Spanisch – und zwar auf 145,825 MHz. Außerdem wird dort in Packet Radio im AX.25-Protokoll mit einer Geschwindigkeit von 1200 Baud gesendet. Benannt nach dem patagonischen Pehuen-Baum wurde der in Indien gestartete Satellit von der School of Engineering an der Nationaluniversität von Comahue gebaut – in Zusammenarbeit mit der argentinischen Gesellschaft für Technologie und Raumfahrt sowie AMSAT-LU.

Mehr Information in englischer Sprache – unter anderem die aktuellen Keplerdaten – finden Sie auf der Website www.amsat.org.ar. Empfangsberichte sind willkommen und können auf dieser Internetpräsenz eingegeben werden.

Quelle: AMSAT-LU und ARRL


AUSSERIRDISCHE ZIVILISATIONEN: EINEN NEUEN ANLAUF

(rps) zur Entdeckung von deren elektromagnetischer Strahlung, die zur Kommunikation eingesetzt wird, haben Astronomen des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in den USA gestartet. Bisher hatte man ausschließlich Ausschau nach Botschaften gehalten, die eventuell gezielt für andere Zivilisationen mit hoher Strahlungsleistung gesendet werden. Das neue Projekt, das Anfang 2008 beginnt, hat dagegen einen anderen Ansatz: Es zielt auf die Beobachtung von interner Kommunikation, etwa auf so etwas ähnliches wie Rundfunk und Fernsehen.

Zum Einsatz kommt ein neues Radioteleskop, das Frequenzen absuchen wird, die auch bei uns für Radar, Fernsehen und Rundfunk eingesetzt werden. Das Gerät, das für Radioastronomen normalerweise relativ niedrige Frequenzen detektieren soll, wird in Australien gebaut. Dort im Outback erhofft man sich, dass irdische Signale derart tief unterdrückt sind, dass man die extrem schwachen Signale ferner Planeten aufnehmen kann. Die Forscher gehen davon aus, mit modernster Empfänger- und DSP-Technologie Signale im Umkreis von etwa 30 Lichtjahren zu detektieren. In diesem Gebiet gibt es etwa 1000 Sonnen.

Satirische Anmerkung der Redaktion: Für den Fall, dass außerirdische Lebensformen unsere Unterhaltungsmedien einschließlich Amateurfunk nicht nur empfangen, sondern auch bereits decodieren und verstehen können, sollten wir uns über eine bisher nicht stattgefundene Kontaktaufnahme lieber nicht wundern.

Quelle: RSGB


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Till, DL9JT