HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 256 / 2007 vom 04.02.2007

Redaktion: Till Uhde, DL9JT

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL – ODER: DIE AGZ-KANONE

(rps) Es geschieht nicht oft, aber manchmal verschlägt es einem auch als hart gesottenem Funkamateur "in der ersten Reihe" die Sprache. Peter Zenker, DL2FI, ehemaliger Vorsitzender des Distrikts Berlin im DARC e.V., denkt in seinem eigenen Leitartikel in der Zeitschrift "Funkamateur", Heft Februar 2007, laut nach – und zwar über notwendige Veränderungen im Amateurfunk und in seinem Verein. Offenbar kann man aber nicht unbefangen am DARC Kritik üben und ohne Beachtung vereinsinterner Befindlichkeiten vorgehen: Es drohe ansonsten die "AGZ-Kanone", die einen erschießt, wenn man den falschen Zungenschlag wählt, so jedenfalls sinngemäß OM Zenker.

Überalterung, Desinteresse der Bevölkerung, Kompetenzverlust an Spartenvereine und Arbeitsgruppen: Seit Jahren an sich bekannte Probleme werden von der Führungsebene verdrängt. Quintessenz von DL2FI als erfolgreicher QRP-Arbeitsgruppenleiter: Begrabt das Vereinsmeiertum, kommt ins Boot! Wir sind schon mal los gefahren. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Die AGZ hat sich das seit fast elf Jahren auf die Fahnen geschrieben.

Bleibt mir nur, mich im Namen der AGZ für die Ehre zu bedanken, in Deutschlands mit Abstand größter frei verkäuflichen Amateurfunkfachzeitschrift gleich im ersten Absatz erwähnt zu werden – und dazu noch als Kanone. Die Frage steht dabei unbeantwortet im Raum, ob die Kanone auf die AGZ zielt, ob sie von ihr abgefeuert wird – oder ob die AGZ gar eine Kanone ist. Ich jedenfalls wünsche Peter Zenker mehr Erfolg als der Legion seiner Vorgänger, die in der Vergangenheit Ähnliches im Sinn hatten – und scheiterten. Wie oft kann sich der Amateurfunk als Ganzes ein Scheitern frischer Ideen eigentlich noch erlauben?

Ralph, DC5JQ


KORREKTUR

(rps) zum aktuellen Deutschlandrundspruch des DARC e.V. Es geht um die Meldung zur Möglichkeit von Amateurfunkprüfungen auf der diesjährigen HAM RADIO-Messe in Friedrichshafen am Bodensee. Die Bundesnetzagentur teilte der Redaktion diese Woche dazu mit, dass die dort genannte Telefonnummer der Ansprechpartnerin Frau Zeller falsch ist und bat uns um Veröffentlichung einer Korrektur.

Wegen des bereits vollzogenen Umzugs der ehemaligen Außenstelle Stuttgart nach Reutlingen lautet die korrekte Telefonnummer 07121-926-282. Die Bundesnetzagentur beabsichtigt, am Samstag, den 23. Juni 2007 um 14:00 Uhr Ortszeit im Raum Liechtenstein der Neuen Messe Friedrichshafen Amateurfunkprüfungen zu den Zeugnisklassen E und A durchzuführen.


NEUE BESTIMMUNGEN

(rps) gelten in Deutschland seit dem 1. Februar für Amateurfunkprüfungen. In den Verfügungen Nr. 3 und 4/2007, die Sie auf unserer Website bzw. im Behördenamtsblatt Nr. 2 vom 24. Januar finden, sind alle Details niedergelegt. Hier das Wichtigste.

Seit letzten Donnerstag wird für die Zeugnisklassen A und E gleiches Wissen und gleicher Schwierigkeitsgrad in den Bereichen "betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften" verlangt. Inhaltlich zugrunde liegen entsprechende europäisch harmonisierte Empfehlungen von CEPT und ERC. Zur konkreten Anwendung kommt jetzt der bereits im Oktober letzten Jahres veröffentlichte Fragen- und Antwortenkatalog. Auch für die technische Prüfung der Klasse E wird nun der neue Katalog vom September 2006 benutzt.

Die Netzagentur weist darauf hin, dass auch bei Nachprüfungen seit dem 1. Februar die neuen Kataloge angewendet werden. Einer detaillierten rechtlichen Wertung möchte sich der Autor an dieser Stelle enthalten, er sieht jedoch Probleme in Einzelfällen, sollte zwischen der öffentlichen Mitteilung dieser Tatsache und einer bereits angesetzten Wiederholungsprüfung kein hinreichend langer Zeitraum liegen, der eine Einarbeitung in die neuen Inhalte erlaubt.

Für das Upgrade von Klasse E zur Zeugnisklasse A wird nur noch eine einzige Zusatzprüfung in "technischen Kenntnissen" verlangt. Leider ist der damit verbundene Fragenkatalog nicht rechtzeitig fertig geworden. Er soll jedoch – wie man hört – tatsächlich noch im Februar veröffentlicht werden. Mit seinem Einsatz ist voraussichtlich ab dem 1. Juni 2007 zu rechnen. Bis dahin kommt der Technikteil des alten Katalogs für die ehemaligen Klassen 1 und 2 zur Anwendung.

Für Betrieb und Vorschriften stehen bei beiden Zeugnisklassen jeweils 60 Minuten zur Verfügung, in denen 34 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren – also durch Ankreuzen – zu beantworten sind, die jeweils drei Punkte bringen. In Technik sind es 90 Minuten und 51 Fragen zu je zwei Punkten. In jedem Prüfungsteil können somit maximal 102 Punkte erreicht werden. Bestanden hat man eine Teilprüfung, wenn mindestens 75 Punkte vorliegen. Werden nur 69 bis 74 Punkte erreicht, so besteht die Möglichkeit einer mündlichen Nachprüfung.

An den Kosten hat sich nichts geändert: Die Erteilung eines Amateurfunkzeugnisses nach bestandener Erstprüfung kostet 70 Euro für die Klasse E bzw. 100 Euro für die Klasse A, während die Zuteilung eines Rufzeichens bzw. die Zulassung zum Amateurfunkdienst separat mit 55 Euro zu Buche schlägt. Ab dem 1. Januar 2008 werden diese Beträge allerdings automatisch erhöht: Es sind dann jeweils 80, 110 und 70 Euro.

Herunterladen können Sie die Fragen- und Antwortenkataloge im PDF-Format auf der Website der Bundesnetzagentur – leider nur in einer aus Adobe-Produkten heraus nicht druckbaren Version. Als Druckwerke können die Unterlagen kostenpflichtig bestellt werden unter der folgenden Kontaktadresse:

Bundesnetzagentur
Außenstelle Erfurt
Druckschriftenversand
Zeppelinstraße 16
99096 Erfurt
 
Telefon 0361-7398-272
Telefax 0361-7398-184
E-Mail: Druckschriften.Versand@bnetza.de


KLARSTELLUNG: COPYRIGHT IM AMATEURFUNK

(rps) Amateurfunk muss ohne Zweifel in so genannter offener Sprache durchgeführt werden; Verschlüsselung ist verboten. Jedermann darf Amateurfunk – auch ohne Genehmigung – empfangen. Zudem ist jede gewerbliche Nutzung im Amateurfunk untersagt. Das ist Basiswissen, das jeder Funkamateur gelernt hat.

Daraus zu schließen, im Amateurfunk fänden die Bestimmungen des Urheberrechts keine Anwendung, ist jedoch unzulässig – denn Verschlüsselungs- und Kommerzverbot gelten nur für den Augenblick, in dem die betreffenden Inhalte "in der Luft" sind, also mittels elektromagnetischer Wellen ausgesendet werden. Das Amateurfunkgesetz kann und darf nichts regulieren, was über die eigentliche Nutzung von Frequenzen hinaus geht – unter anderem nicht, was mit aufgezeichneten bzw. abgespeicherten Inhalten anschließend passiert: Hier gelten die anderen Gesetze voll und ganz – ohne jede Einschränkung.

Aus der Tatsache, dass im Amateurfunk ausnahmslos jeder Bürger alles hören und mitlesen und zu rein persönlichen Zwecken auch aufzeichnen darf, kann nicht gefolgert werden, dass man diese Inhalte erneut – eventuell an anderer Stelle – ohne Zustimmung des Urhebers selber veröffentlichen darf. Dies gilt um so mehr für Inhalte, die einen journalistischen Anspruch erheben, wie zum Beispiel HamRadio 2day.

Auch im Amateurfunk gilt, dass der Autor bzw. der Urheber allein bestimmt, wo und in welchem Umfeld seine Texte zu lesen sein sollen. Wir in der AGZ wünschen zum Beispiel nicht, dass unser Amateurfunkmagazin im Umfeld von Newsgroups zu finden ist, dass wir mit diesem Umfeld in Verbindung gebracht werden. Wir fordern dazu explizit das Copyright ein! Ein Zuwiderhandeln sehen wir schlicht als einen Verstoß gegen das Urheberrecht, auch oder gerade im Amateurfunk, dessen Inhalte eben nicht vogelfrei sind.

Oder glauben Sie im Ernst, Sie könnten Sendungen des Rundfunks aufzeichnen und einfach woanders ins Netz stellen, nur weil sie ebenfalls von jedermann öffentlich und unverschlüsselt zu empfangen sind? Denken Sie einmal nach!


Vy 73,
Till, DL9JT