HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 282 / 2008 vom 13.01.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



Liebe Hörerinnen und Hörer von HamRadio 2day, liebe Leserinnen und Leser, die Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien ein erfolgreiches und gutes neues Jahr! Willkommen zur ersten Ausgabe unseres Amateurfunkmagazins in 2008.

Wir können mit einer positiven Nachricht beginnen:

HAMRADIO 2DAY NUN AUCH IN BAYERN IN DER LUFT

(rps) Über das Zweimeterrelais Landshut – das ist DB0FFL auf 145,6125 MHz – wird HamRadio 2day bereits seit Dezember an jedem Montag und Freitag um 19:30 Ortszeit gesendet. Ein herzliches Dankeschön an die Betreiber.

In diesem Zusammenhang: Allen Gerüchten zum Trotz gehen die Vorbereitungen für den Bau des Siebzigzentimeter-FM-Relais DM0FFL weiter. Wir berichteten am 25. November über Schwierigkeiten mit der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Kosten für eine Umkoordinierung. Der Umsetzer ist derzeit bei einem Funkamateur in Landshut unter dem Rufzeichen DF7RH auf 438,950 MHz im Testbetrieb. Er ist mit dem Zweimeterrelais DB0FFL gekoppelt.


NOCH EINE GUTE NACHRICHT:
DER NEUE SONNENFLECKENZYKLUS HAT BEGONNEN

(rps) Die Priorität gehört dem Sonnenobservatorium Catania auf Sizilien: Hier wurde am 4. Januar der neue Sonnenfleck mit umgekehrter magnetischer Polarität zuerst entdeckt. Er signalisiert nach der so genannten Schmetterlingsregel den Beginn von Zyklus Nummer 24. Das Solar Influences Data Analysis Center (SIDC) beim Königlichen Observatorium von Belgien erklärte nach der Bestätigung dieser Messung durch andere wissenschaftliche Institute schließlich den neuen Zyklus für eröffnet.

Der ansteigende Ast eines Sonnenfleckenzyklus verläuft gewöhnlich steiler als der abfallende, so dass wir schon bis zum Herbst dieses Jahres mit deutlich verbesserten Ausbreitungsbedingungen auf der Kurzwelle rechnen können. Das Maximum erwarten die Wissenschafter um das Jahr 2013. Auch für dessen Sonnenfleckenanzahl gibt es Vorhersagen: Sie soll deutlich größer sein als im Maximum des nun zu Ende gegangenen Zyklus.


UMWELTSCHUTZ DIE ERSTE:
NEUES UMWELTGESETZBUCH GEPLANT

(rps) Telekommunikationsrecht ist reines Bundesrecht; Immissionsschutz und Umwelt jedoch gehören zu großen Teilen den Bundesländern – ein bisher im deutschen Amateurfunk nicht ansatzweise wahrgenommener Grundsatz unserer Verfassung. Zu Immissionsschutz und Umwelt zählt neben vielen anderen Dingen die so genannte nicht ionisierende Strahlung, also auch die elektromagnetischen Nahfelder von Amateurfunkstellen.
 
"Mit dem Umweltgesetzbuch wollen wir in dieser Legislaturperiode das Fundament für ein in sich geschlossenes, modernes und europataugliches Rechtssystem legen." Das betonte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bereits im Februar 2007. Die Zusammenführung der wichtigsten und bisher verstreuten Umweltrechtsnormen in einem einzigen Umweltgesetzbuch – kurz UGB – werde für wesentliche Vereinfachungen, größere Übersichtlichkeit, klarere Strukturen und eine leichtere Orientierung im Umweltrecht sorgen.

Die Abkürzung UGB werden sich Funkamateure in Zukunft merken müssen, speziell dessen Buch Nummer 4: Erstmals in seiner Geschichte soll der deutsche Amateurfunk unter ein waschechtes Umweltgesetz gepackt werden – mit der Zuständigkeit des Bundesumweltministers für die Gesetzgebung und der Landesemissionsschutzämter nebst ihren kommunalen Partnern für die Kontrolle und Überwachung vor Ort. Das Recht der Bundesländer auf Information über umweltrelevante Anlagen soll gestärkt werden, indem erstmals nicht nur gewerbliche, sondern auch private Sendeanlagen in die immissionsschutzrechtliche Anzeigepflicht mit einbezogen werden.

Seit November 2007 liegt das Umweltgesetzbuch nun als Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums vor. Die wesentlichen Bestimmungen: Wer – nun auch im privaten Bereich – eine Hochfrequenzsendeanlage mit mehr als 10 Watt EIRP betreiben will, muss dies der zuständigen Umweltbehörde – und das ist nicht die Bundesnetzagentur – mindestens vier Wochen vor der Inbetriebnahme anzeigen. Gleiches gilt, wenn wesentliche Änderungen an der Anlage oder an der Art und Weise ihres Betriebs vorgenommen werden sollen. In einer ebenfalls neuen Rechtsverordnung sollen Grenzwerte festgeschrieben werden. Auch die zu benutzenden Mittel und Verfahren zur Belegung der Einhaltung dieser Werte sollen hier vorgeschrieben werden. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und sollen mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro belegt werden.

Was sich hier auf den ersten Blick als Bürokratiemonster oder gar als Amateurfunkkiller darstellt, ist vielleicht in Wirklichkeit beides nicht: Denn weder spricht der Referentenentwurf des Umweltgesetzbuches von einem Genehmigungsvorbehalt, noch wird vom Funkamateur eine erneute Analyse seiner Station verlangt. So schlägt die Begründung zum vierten Buch des Umweltgesetzbuches konsequent und sinnvoll vor, die Anzeige der Anlagen seitens der Betreiber durch eine elektronische Übermittlung der Daten seitens der Bundesnetzagentur zu ersetzen: Denn die hat bereits alles parat – die telekommunikationsrechtliche Regulierung der Sicherheitsabstände unter FTEG und BEMFV soll nämlich laut Bundeswirtschaftsministerium parallel zum UGB bestehen bleiben. Sie rückte damit in die Rolle einer Primärregulierung.

Vollkommen neu und sicher gewöhnungsbedürftig wäre allerdings, dass die Umweltämter der Länder und Kommunen künftig ein Überwachungs- und Kontrollrecht im Amateurfunk hätten.

Es handelt sich wie gesagt um den allerersten Referentenentwurf. Frühestens im Sommer 2009 soll das Umweltgesetzbuch beschlossen werden. Bis dahin kann sich noch viel ändern. So ist etwa eine Vierwochenfrist für Anzeigen im Amateurfunk nicht verhandelbar und ein offensichtlicher Widerspruch zum Amateurfunkgesetz. Diese Art von "Veränderungssperre" ist mit einem wissenschaftlich-technischen Experimentalfunkdienst mit dem Recht auf Selbstbau schlicht und einfach nicht kompatibel. Wir bleiben dran.

Sie finden den Referentenentwurf des Umweltgesetzbuches auf den Internetseiten des Bundesumweltministeriums unter www.bmu.de/umweltgesetzbuch.


UMWELTSCHUTZ DIE ZWEITE:
NEUES BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR AMATEURFUNKSTELLEN GEPLANT

(rps) Die Bundesnetzagentur hat kurz vor Weihnachten ihren "Vorhabenplan" für das Jahr 2008 veröffentlicht. Sie kommt damit einer Verpflichtung aus Paragraf 122 Absatz 2 des Telekommunikationsgesetzes nach.

Die Behörde beabsichtigt unter anderem, in 2008 eine wissenschaftliche Studie zu vergeben, die eine Bewertung ortsfester Amateurfunkstellen in Hinsicht auf den Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern vornehmen soll. Mit dieser Studie sollen unter Berücksichtigung der besonderen Merkmale des Amateurfunks die Möglichkeiten für eine einfache Einbindung von Amateurfunksendeanlagen in ein Bewertungsverfahren untersucht werden.

Kommentar: Offenbar ist man mit der heutigen Ausprägung des Anzeigeverfahrens nach BEMFV und seiner Anwendung durch die Funkamateure nicht zufrieden. Parallel zu den Zielen des geplanten Umweltgesetzbuches, nämlich vor allem Bürokratie und Aufwand zu verringern, sucht man andere, möglichst einfache Lösungen. Gerade im mit Nahfeld-Problemen behafteten Kurzwellenbereich dürfte das jedoch schwierig sein und bleiben. Will man weiterhin mit möglichst hoher Leistung senden, so darf die bequeme Einfachheit eines Bewertungsverfahrens nicht den erdrosselnden Preis einer 100-Watt-Landschaft kosten. Wir sehen dem neuen Vorhaben der Bundesnetzagentur kritisch-interessiert entgegen, auch und vor allem vor dem Hintergrund des geplanten Umweltgesetzbuches.

Sie finden den Vorhabenplan im Internetauftritt der Bundesnetzagentur.


BERGHEIMER FUNK-FLOHMARKT 2008

(red) Der mittlerweile schon 27. Bergheimer Funk-Flohmarkt wirft seine Schatten voraus. Der diesjährige Termin ist Samstag, der 5. April. Der beliebte Flohmarkt findet wieder im Bürgerhaus und in der angrenzenden Sporthalle in Bergheim-Quadrath in der Nähe von Köln statt. Tischbestellungen können ab sofort vorgenommen werden.

Dazu gibt es folgende Möglichkeiten: Im Internet über die Homepage www.darc.de/g20 oder per E-Mail an flohmarkt-g20@freenet.de. Auch eine telefonische Möglichkeit gibt es. Wenden Sie sich bitte an Peter Perner, DF8IK, unter der Nummer 02235–413327. Der aktuelle Stand der Vorbereitungen kann unter www.darc.de/g20 eingesehen werden.

Quelle: Sigi, DL8KBJ


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