HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 283 / 2008 vom 20.01.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



AGZ NIMMT STELLUNG ZUM UMWELTGESETZBUCH

(rps) Zum seit November letzten Jahres vorliegenden Referentenentwurf eines Umweltgesetzbuches ließ die AGZ e.V. vergangene Woche Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eine erste Wertung zukommen. Wir haben grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedenken zu den Plänen geäußert, ein und dasselbe Thema – nämlich den Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern – parallel in zwei unterschiedlichen Gesetzen zu regeln. Die Verordnung zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) soll nämlich laut Bundeswirtschaftsministerium nicht etwa in das Umweltgesetzbuch integriert werden, sondern unverändert daneben bestehen bleiben: mit der merkwürdigen Konsequenz, dass plötzlich zwei völlig unterschiedliche Behörden unsere ortsfesten Amateurfunkstellen kontrollieren dürfen und Anzeigen von den Funkamateuren verlangen.

Die vorgesehene Vierwochenfrist für Anzeigen von Inbetriebnahme und Veränderungen von Sendeanlagen haben wir als mit den Bestimmungen des Amateurfunkgesetzes und mit dem Auftrag des Amateurfunkdienstes völlig unvereinbar bezeichnet. Die AGZ betrachtet zudem die Regulierung des Personenschutzes im Telekommunikationsrecht unter AFuG, FTEG und BEMFV als vollständig ausreichend und abschließend. Schließlich haben wir die in der Begründung zu Buch 4 des Umweltgesetzbuches aufgeführte Behauptung korrigiert, Amateurfunkstellen benötigten immer eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur und diese könne Grundlage für eine Anzeige bei den Umweltbehörden sein. Das an Stelle einer Standortbescheinigung getretene Verfahren der eigenverantwortlichen Anzeige durch die Funkamateure selbst wurde dem Bundesumweltminister erläutert. Lesen Sie unser vollständiges Statement im Internetauftritt der AGZ e.V.


PROBLEME MIT DEM FINANZAMT

(rps) hat laut aktuellen Medienberichten Deutschlands größter Amateurfunkverein "Deutscher Amateur-Radio-Club e.V.", kurz DARC. Wie "FM – Das Funkmagazin" etwa berichtet, muss der Club nach einer Betriebsprüfung durch das zuständige Finanzamt für die Jahre 2004 bis 2006 Steuern in Höhe von 280.000,00 Euro nachentrichten. In einem Schreiben an die Ortsverbände nennt der Vereinsvorsitzende Jochen Hindrichs, DL9KCX, die Gründe: Es habe in einigen Ortsverbänden keine lückenlose, den Regeln entsprechende Kassenführung stattgefunden und Geldmittel seien nicht, wie von der Abgabenordnung zwingend im Rahmen der Gemeinnützigkeit gefordert, zeitnah für satzungsgemäße Zwecke – das heißt innerhalb von zwei Jahren – verwendet worden. Außerdem seien dort Spendenquittungen falsch ausgefüllt und Rücklagen unrichtig begründet worden.

Um den Verlust der Gemeinnützigkeit zu vermeiden, muss der DARC laut "FM – Das Funkmagazin" ab sofort monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung für den gesamten Verein mit allen seinen Untergliederungen abgeben sowie die zentrale und zeitnahe Buchung aller Belege aus diesen Untergliederungen in der Geschäftsstelle durchführen. Auf diese Weise soll die so genannte tatsächliche Geschäftsführung unter Beweis gestellt werden. Dies bedingt eine erhebliche Mehrbelastung für die Ortsverbände, die ab sofort jeden Monat ihre Originalbelege zu einer zentralen Buchhaltung in Baunatal schicken müssen.

Quellen: Diverse


50-MHZ-SCHUTZZONEN AUFGEHOBEN

(rps) Im letzten Amtsblatt des Jahres 2007 vom 19. Dezember hat die Bundesnetzagentur die beiden noch verbliebenen Schutzzonen um die ehemaligen Kanal-2-Grundnetzfernsehsender Grünten im Allgäu und Göttelborner Höhe im Saarland nun auch formal aufgehoben. Die anderen Nutzungsbestimmungen für den Frequenzbereich 50,08 bis 51 MHz bleiben unverändert. Die Verfügung trägt die Nummer 69/2007.


REKORD

(rps) Der mazedonische Funkamateur Z35M hat einen interessanten Weltrekord inne: Er hat die bisher größte Anzahl von QSOs als Single Operator in Contests hingelegt, und zwar in einer Fünfjahresperiode. In den Jahren 2001 bis 2005 hat er insgesamt 140.000 Funkverbindungen durchgeführt, seit 1984 sogar 320.000. Diese bemerkenswerte Leistung hat er unterdessen beim Guinness-Buch der Rekorde zur Veröffentlichung eingereicht. Respekt und Glückwunsch!

Quelle: RSGB


BUNDESNETZAGENTUR GENEHMIGT ULTRAWIDEBAND

(rps) Seit Mittwoch letzter Woche gibt es eine Allgemeingenehmigung zur Frequenznutzung mittels der so genannten Ultra-Wideband-Technologie, kurz UWB. Die Bundesnetzagentur setzt damit eine Vorgabe der Europäischen Union in Deutschland um.

Der gesamte Frequenzbereich von 30 MHz bis 10,6 GHz darf ab sofort durch Jedermann für die Übertragung sehr großer Informationsmengen beziehungsweise Bandbreiten genutzt werden. Die spektrale Leistungsdichte darf dabei zwischen einem Pikowatt und 74 Nanowatt effektive isotrope Strahlungsleistung pro Megahertz Bandbreite liegen, je nach Frequenz. Spitzenleistungen dürfen jedoch bis zu einem Milliwatt EIRP betragen.

Die Bundesnetzagentur gab diese Woche in einer Pressemitteilung weitere Details bekannt: Statt lästiger Verkabelung könne mit Ultra-Wideband-Technologie sowohl im Bereich Hi-Fi, Audio und Video, als auch bei IT-Komponenten, z.B. bei Druckern, externen Festplatten, Monitoren, Scannern, Tastaturen und Mäusen, eine drahtlose Verbindung realisiert werden. Die in der Informationstechnik weit verbreitete USB-Schnittstelle könne somit auf rein funktechnischer Basis realisiert werden. Weitere Anwendungen seien im gewerblich-industriellen Bereich denkbar. So könnten die Frequenzen für Datenübertragungen bei medizinischen Anwendungen, in der Messtechnik, der Ortungs- und Überwachungstechnik sowie für die gesamte Palette von Anwendungen genutzt werden, die bislang wegen zu geringer Bandbreite nicht realisiert werden konnten.

Obwohl die Reichweite von UWB nur wenige Meter betragen soll, kann es bei hoch empfindlichen Amateurfunkanwendungen durchaus zu Störungen aus der unmittelbaren Nachbarschaft kommen. Sie äußern sich als ein angehobener Rauschpegel. UWB-Anwendungen dürfen jedoch der neuen Allgemeinzuteilung zufolge keine Störungen bei anderen Funkanwendungen verursachen. Wenden Sie sich in einem solchen Fall bitte an die Bundesnetzagentur. Den vollständigen Text der Allgemeinzuteilung mit allen relativ komplexen Nutzungsdetails finden Sie im Internetauftritt dieser Behörde.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ