HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 290 / 2008 vom 04.05.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



BUNDESNETZAGENTUR: D-STAR IST ERLAUBT

(rps) Wir wollten es wissen: Aufgrund einer Anfrage der Redaktion von HamRadio 2day nahm die Pressestelle der Bundesnetzagentur diese Woche Stellung dazu, ob die digitale Übertragung von Sprache mit dem D-Star-Standard in Deutschland im Amateurfunkdienst zulässig ist. Hier die Antwort im Wortlaut:

"Bezüglich der oben genannten Anfrage teilen wir Ihnen mit, dass wir D-Star als ein im Rahmen des Amateurfunkgesetzes und der Amateurfunkverordnung zulässiges Verfahren zur digitalen Übertragung von Sprache im Amateurfunkdienst ansehen, wenn das Verfahren mit den offengelegten Parametern unverändert verwendet wird.

In Paragraf 16 Absatz 8 der Amateurfunkverordnung heißt es: 'Amateurfunkverkehr darf nicht zur Verschleierung des Inhalts verschlüsselt werden'. Dies bedeutet, dass eine im Rahmen des Übertragungsverfahrens erforderliche Codierung bzw. Decodierung zulässig ist, solange die Inhalte dadurch nicht verschleiert werden.

D-Star ist zudem ausreichend dokumentiert bzw. offengelegt. Informationen hierzu finden Sie zum Beispiel unter

www.arrl.org/FandES/field/regulations/techchar/D-STAR.pdf.

Dass der bei dem Übertragungsverfahren erforderliche Sprachcodec durch Patente geschützt ist, steht den Regelungen des Amateurfunkgesetzes und der Amateurfunkverordnung nach unserer Einschätzung nicht entgegen, da damit auch die weiteren Einzelheiten dokumentiert sind."

Soweit die Stellungnahme der Bundesnetzagentur. Damit teilt die zuständige Behörde die Position der AGZ e.V. zu D-Star in vollem Umfang – wir berichteten am 20. April in unserer HamRadio 2day-Ausgabe Nr. 289. Herzlichen Dank für diesen doch sehr deutlichen Text, der den Experimentalcharakter und die Zukunftsgewandtheit des deutschen Amateurfunkdienstes betont. D-Star ist in Sicht der Bundesnetzagentur also ohne wenn und aber zulässig, also im Speziellen auch auf 145,2625 MHz.

Damit dürfte die kontraproduktive öffentliche Diskussion, die ihren Ursprung in den DARC-Ortsverbänden Remscheid und Solingen hatte, nun amtlicherseits beendet worden sein. Es kommt aber noch besser: Der Leserservice der Zeitschrift FUNKAMATEUR arbeitet bereits an einem Bausatz für ein D-Star-Modem, das dann jeder selbst aufbauen kann. Dieses D-Star-Nachrüstmodul soll an jedes VHF-, UHF- oder SHF-Amateurfunkgerät angeschlossen werden können, das in der Lage ist, in Packet-Radio mit 9600 Baud zu arbeiten. Soviel zum Argument der D-Star-Gegner, das Verfahren sei nicht offen. Da haben sich einige Amtsträger eines anderen Amateurfunkvereins aber kräftig vergaloppiert.


MEHR ACHTZIGMETER-FREQUENZEN IN JAPAN

(rps) In Japan wurden dem Amateurfunkdienst kürzlich die folgenden Frequenzen neu zugewiesen: 3500 bis 3575 kHz für Morsetelegrafie, 3520 bis 3525 kHz für digitale Datenübertragung und sechs etwas breitere Einzelkanäle für die analoge Sprachübertragung in SSB im Bereich von 3680 bis 3805 kHz. Eigentlich reicht das Achtzigmeterband in der ITU-Region 3 von 3500 bis 3900 kHz.

Quelle: RSGB


D-STAR NUN AUCH IN SÜDTIROL

(rps) Das Gitschbergrelais IR3UR, das in der Nähe von Brixen in einer Höhe von etwa 2000 Metern über dem Meeresspiegel vom Dolomites Radio Club (DRC) betrieben wird, hat nun zusätzlich einen D-Star-Einstieg bekommen. Neben der analogen FM-Ausgabefrequenz 430,075 MHz mit einer Shift von +1,6 MHz gibt es nun auch einen Link in D-Star auf der Simplex-Frequenz 145,425 MHz im Zweimeterband.

Hier kann man in D-Star senden – und kommt in FM auf 430,075 MHz wieder heraus. Wird nicht gesendet, dann hört man auf 145,425 MHz den analogen FM-Verkehr über das Gitschbergrelais in digitalem D-Star. Damit wird eine Brücke geschlagen zwischen Funkamateuren mit und ohne D-Star-fähigen Funkgeräten. Weite Teile Südtirols können so wegen des guten Relaisstandorts abgedeckt werden. Gerade im Alpenraum ist das ein sehr interessantes technisches Experiment hinsichtlich der Auswirkungen von Reflexionen und der damit verbundenen Phasenverschiebungen und Mehrwegausbreitungen auf das D-Star zugrunde liegende digitale Verfahren. IR3UR ist auch via Echolink erreichbar. Die Betreiber arbeiten momentan daran, diese Funktionalität mit dem D-Star-Einstieg zu verbinden. Congrats für diese Idee!

Quelle: DRC


EUROPATAG DER SCHULSTATIONEN

(rps) ist morgen am 5. Mai – und zwar bereits zum neunten Mal. Dieses jährlich stattfindende Ereignis hat zum Ziel, dass deutsche Schulstationen untereinander, aber auch mit anderen Amateurfunkstellen aus ganz Europa in Kontakt kommen, sich kennen lernen und Grüße und Ideen austauschen. Veranstalter ist der "Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule", kurz AATiS.

Die Details: Montag 5. Mai 2008 von 06:00 bis 16:00 UTC. Davon können maximal 60 Minuten Aktivität für die Auswertung genutzt werden. Klassen: nur Kurzwelle und nur VHF bzw. UHF. Austausch: Rufzeichen, RST und Locator. Weitere Informationen, etwa die Adresse, an die Sie Ihre Logs einsenden können und den Link zu einer geeigneten Auswertesoftware entnehmen Sie bitte der Website des AATiS: www.aatis.de.

Alle Stationen, die nach den dort zu findenden Bedingungen einen Logbuchauszug einsenden, erhalten eine Urkunde über die Teilnahme am Europatag. Darüber hinaus werden unter allen Einsendern wieder attraktive Preise aus dem Mediensortiment des AATiS verlost.

Quelle: AATiS und RSGB


ANTENNENEXPERTE L.B. CEBIK SILENT KEY

(rps) L.B. Cebik, W4RNL, eine weltweit anerkannte Autorität auf dem Gebiet der Antennentechnik und vor allem der Modellierung der von ihnen abstrahlten elektromagnetischen Felder, ist Ende April im Alter von 68 Jahren in den USA verstorben. Er hat unzählige technische Artikel in den Zeitschriften QST, QEX, NCJ, CQ und vielen anderen veröffentlicht, nicht zu vergessen sein "Hands-On Tutorial for Basic Antenna Modelling", in dem er sehr gekonnt und detailliert in die Nutzung des NEC2-Codes einführt. Laut ARRL war L.B. Cebik wohl der meist gelesene Autor von Artikeln über Amateurfunkantennen weltweit. Funkamateure, die sich mit der Modellierung von Antennen beschäftigen, etwa um das Nahfeld für die BEMFV-Anzeige zu ermitteln, haben einen großen Verlust erlitten. Der Redaktion bleibt nur noch, sich für L.B.'s Lebenswerk im Amateurfunk zu bedanken.

Quelle: ARRL


IN EIGENER SACHE

(rps) Seit heute wird HamRadio 2day auch wieder über das Zweimeterrelais Bonn auf 145,700 MHz übertragen, jetzt allerdings um 13:00 Uhr Ortszeit parallel zu unserer Sendung über das Siebzigzentimeterrelais DB0RKN in Grevenbroich auf 439,250 MHz. Dank geht an Jörg, DG1JC.

Nächste Woche gibt es wegen beruflicher Verpflichtungen des Redakteurs leider keine Ausgabe von HamRadio 2day.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ