HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 292 / 2008 vom 25.05.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autoren:
Jörg Delvos, DG1JC (jd)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



AUFGEDREHT

(rps) haben wir auf Achtzigmeter. Seit heute wird HamRadio 2day Sonntags morgens um 10:45 Uhr Ortszeit auf der lange bekannten Frequenz 3772 kHz mit einer deutlich höheren Strahlungsleistung in SSB im unteren Seitenband gesendet. Wir hoffen, dass damit die oftmals in der Region beklagte geringe Feldstärke der Vergangenheit angehört. Von den Standorten Mönchengladbach oder Düsseldorf aus kommt die in Deutschland erlaubte Senderleistung in Kombination mit steil strahlenden Inverted-V-Antennen zum Einsatz. Der Dank der Redaktion geht an Dieter, DL3JV, und Johannes, DJ5DM.


EINFÜHREN VON AMATEURFUNKGERÄT AUS NICHT-EU-LÄNDERN

(jd) Der Dollarkurs ist derzeit so günstig wie noch nie. Es bietet sich daher an, sich auch über die Preise der Geräte zum Beispiel in den USA zu informieren. Uns hat es zunächst einmal interessiert, was bei der Einfuhr von Funkgeräten aus Nicht-EU-Ländern aus zolltechnischer Sicht zu berücksichtigen ist. Hierzu habe ich ein telefonisches Interview mit Herrn Bresemann von der Pressestelle des Zolls in Köln geführt.

AGZ/DG1JC:

Herr Bresemann, worauf muss denn der interessierte Funkamateur achten, wenn er ein Funkgerät aus einem Nicht-EU-Land in die Bundesrepublik Deutschland einführen möchte?

Bresemann:

Er muss darauf achten, er muss wissen, dass das Funkgerät Einfuhrabgaben unterliegt, beispielsweise 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Diese muss er bezahlen, wenn er beispielsweise ein Päckchen, ein Funksprechgerät in Amerika bestellt. Dieses Funkgerät kommt dann über ein sogenanntes Postverzollungszentrum nach Deutschland. Dort werden dann die Zollformalitäten in der Regel von der Post durchgeführt, wenn klar ist, was das Funksprechgerät wert ist.

Also wenn zum Beispiel eine Rechnung an der Packungsaußenseite des Pakets dran ist, kann der Postbeamte sehen, was das Funksprechgerät wert ist. Zusätzlich kommt noch das Porto, also die Transportgebühren dazu zu diesem Rechnungspreis und davon werden 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig. Diese Einfuhrumsatzsteuer zieht die Post dann von den Beteiligten ein, wenn die Post das Paket, also das Funksprechgerät zustellt.

Eine andere Sache ist, wenn das Päckchen keinen eindeutigen Wert aufweist. Dann wird dieses Päckchen von der Post dem zuständigen Zollamt überstellt und derjenige, der sich das Funksprechgerät bestellt hat, bekommt Post vom Zoll, muss dann zu dem Postzollamt hingehen und zusammen mit dem Zollbeamten das Paket öffnen und dann wird da geschaut, ob da eine Rechnung drin ist und dann entsprechend das gleiche Prozedere: Sie müssen dann die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer bezahlen von dem Wert des Funksprechgeräte plus der Porto- und Transportkosten.

AGZ/DG1JC:

Das heißt also, dass der Funkamateur nicht proaktiv tätig werden muss, sondern dass mit dem Eintreffen des Gerätes in Deutschland ein Automatismus in Gang gesetzt wird?

Bresemann:

Genau! Wenn der Funkamateur sich die Ware bestellt hat, wird er, wenn diese Ware der Einfuhrumsatzsteuer oder Eingangsabgaben unterliegt, automatisch benachrichtigt.

AGZ/DG1JC:

Wie wird denn weiter verfahren, wenn sich der Wert des Gerätes nicht feststellen lässt?

Bresemann:

Wenn sich der Wert des Gerätes nicht feststellen lässt, muss der Einführende grundsätzlich darlegen, was das Gerät wert ist. Wenn er aber sagt, er kann es überhaupt nicht machen, dann wird das zusammen mit dem Zollbeamten geschätzt. Schätzungen werden dann herangezogen, es werden Vergleichsgeräte herangezogen und so wird dann letztendlich geschätzt.

AGZ/DG1JC:

Wenn ich nun ein Gerät zur Garantiereparatur zurück senden muss, dann wird mir selber das Gerät ja wieder nach der Reparatur zugesandt. Welche Regelung für die Wiedereinfuhr gilt hier?

Bresemann:

Wenn Sie so ein Gerät haben, was Sie ausführen wollen zu einer Reparatur, dann würde ich Ihnen empfehlen, gehen Sie zu Ihrem zuständigen Zollamt, dort können Sie dann entsprechende Formalitäten machen, dass dieses Gerät schon mal eingeführt worden ist und dass letztendlich aufgrund dieser Reparaturrechnung der Zollbeamte sehen kann, dass dieses Gerät repariert worden ist im Ausland und dann entsprechend wieder eingeführt wird. Aufgrund dieser Sache kann der Zollbeamte dann sehen, dass das Gerät schon mal eingeführt worden ist und dementsprechend ist es eingangsabgabenfrei.

AGZ/DG1JC:

Wie sieht es mit Zubehör von Funkgeräten aus oder mit Funkgeräten, die einen geringen Wert haben? Gibt es hier einen so genannten Freibetrag?

Bresemann:

Also es gibt eine Zollbefreiung, die liegt bei 22,50 Euro im Postverkehr. Je nachdem, ob die Ware darüber oder darunter ist, muss die Sache versteuert werden.

AGZ/DG1JC:

Gilt auch hier die Regelung, dass Steuern auf den Versand erhoben werden?

Bresemann:

Bei diesen 22,50 Euro zählt nur der reine Rechnungspreis, das heißt, ohne die Frachtkosten.

AGZ/DG1JC:

Zum guten Schluss noch eine letzte Frage: Wo kann man sich denn informieren, wenn man noch weitere Fragen hat?

Bresemann:

Bei weiteren Fragen würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen die Homepage des Zolls: www.zoll.de, da stehen auch Informationsnummern, Telefonnummern drin und auch eine E-Mailadresse, wo Sie schriftlich oder mündlich Ihre weiteren Fragen stellen können.

AGZ/DG1JC:

Vielen Dank für das Interview, Herr Bresemann, von der Pressestelle des Zolls in Köln.

Von Seiten des Zolls sind also keine unüberwindbaren Hürden zu erwarten, wenn man ein Funkgerät aus dem Nicht-EU-Ausland kaufen möchte. Wie sieht es aber aus, wenn das Gerät innerhalb der Garantiezeit einmal kaputt geht?

Die Handhabung im Garantiefall ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Natürlich hat man auch Garantie im Ursprungsland, nur muss man bedenken, dass man für das Versenden des Gerätes zurück in das Ursprungsland entsprechende Versandkosten bezahlen muss.

Hierzu ein Beispiel: OM Mustermann kauft ein Gerät während seines Urlaubs in Amerika. Innerhalb der Garantiezeit geht dieses Gerät kaputt. Das Gerät hat in Amerika umgerechnet 150 Euro gekostet. Die Versandkosten für den versicherten Versand des Gerätes betragen für hin und rück insgesamt 62 Euro. Im Musterfall hat der OM das Gerät nicht nach Amerika geschickt, sondern durch eine Werkstatt in Bad Lausick für insgesamt 48 Euro inklusiv Versand reparieren lassen.

Manche Hersteller haben aber auch eine weltweit geltende Garantie, bei der es völlig unerheblich ist, wo das Gerät gekauft wurde. Es gilt hier also, genau zu errechnen, welche Kosten auch im Nachhinein noch entstehen können und es ist abzuwägen, welches Risiko man in Kauf nehmen möchte.

Zuletzt möchten wir noch einen technischen Aspekt betrachten: Andere Länder, andere Sitten, andere Frequenzen. Gerade die Bänder im VHF- und UHF-Bereich liegen in anderen Ländern nicht immer im selben Frequenzbereich wie bei uns. Daher muss man darauf achten, ob man das Gerät, welches man kaufen möchte, auch auf unseren Frequenzen betreiben kann. In den meisten Fällen ist dies durch Umsetzten von ein paar Lötbrücken und einem Nachgleichen des Gerätes möglich, aber eben nicht immer.

Auch die Spannungsversorgung der Funk- und Ladegeräte sollte man darauf überprüfen ob sie zu unserem 230-Volt-Wechselspannungsnetz kompatibel sind. Wenn man all diese Punkte beachtet, kann man sich darüber freuen, ein schönes und zudem noch günstiges Gerät erworben zu haben.

Vy 73, Jörg, DG1JC.


BANDGRENZEN ERWEITERN

(red) Die Amateurfunk- und EMV-Gesetzgebung erlaubt uns Funkamateuren nicht nur, unsere Geräte selbst zu bauen, sondern ausdrücklich auch, ursprünglich für andere Funkdienste gebautes Equipment für unsere Zwecke umzubauen. Dazu ein Beitrag von Jörg, DG1JC.

(jd) Wer kennt das nicht. Man kauft sich zum Beispiel auf einem Amateurfunkflohmarkt ein wunderschönes Betriebsfunkgerät und muss dann beim Versuch, es zu programmieren feststellen, dass der programmierbare Frequenzbereich entweder gar nicht, oder nur zum Teil im Amateurfunkband liegt. Das betreffende Gerät selber wäre hardwareseitig durchaus dazu in der Lage, auch innerhalb des Amateurfunkbereichs einwandfrei zu arbeiten. Die vom Hersteller herausgegebene Programmiersoftware weigert sich jedoch strikt dagegen, die gemachten Eingaben anzunehmen.

Ich möchte hier anhand eines Beispiels aufzeigen, wie man die Bandgrenzen in den meisten Softwareversionen ohne großen Aufwand aufheben kann. In meinem Fall handelte es sich um ein GP600, ein Handfunkgerät von Motorola. Dieses Gerät lässt sich auf vier so genannten konventionellen Kanälen programmieren. Die von der Programmiersoftware vorgegebenen Bandgrenzen sind entweder von 403 bis 433 MHz oder von 438 bis 470 MHz, also immer nur knapp im Amateurfunkbereich. Die Eingabe von Relaisfrequenzen lässt sich mit der originalen unveränderten Software somit nicht realisieren.

Um das Gerät dennoch für den Amateurfunk, insbesondere für den Relaisbetrieb nutzen zu können, muss man also die originalen Bandgrenzen irgendwie aufheben. Man benötigt hierzu einen Hexeditor. Das ist eine Software, die man als Freeware aus dem Internet laden kann – zum Beispiel Hex Workshop, in den man die Ausführungsdatei, in meinem Beispiel ist es eine so genannte Exe-Datei, hinein lädt.

Da wir ja wissen, dass die Original-Bandgrenze bei 433 MHz liegt, müssen wir nun einfach nach diesem Wert in der Ausführungsdatei suchen. Hierzu müssen wir zunächst den dezimalen Wert 433,000000 in einen hexadezimalen Wert umrechen. Hierfür gibt es einen Konverter im Hex Workshop, und dann müssen wir das Ergebnis invertieren, weil es auch in der Ausführungsdatei invertiert dargestellt wird.

Nach dem Invertieren suchen wir dann mit der Suchfunktion im Hex Workshop nach dem entsprechenden Hex-Wert und wandeln ihn einfach in den zuvor ausgerechneten Hex-Wert für 470,000000 um. Dieser Wert wird in der Ausführungsdatei öfter vorkommen, weil die meisten Softwareversionen verschiedene Geräte mit teils gleichen Bandgrenzen beherrschen. Wir ändern einfach alle 433er-Werte in 470er-Werte und können damit sicher sein, dass unser Gerät auch dabei ist.

Sinnvoll ist es, sich vor dem Ändern der Datei die originale Ausführungsdatei in einen anderen Ordner zu sichern. Nachdem wir die Software entsprechend geändert haben, können wir nun auch Werte über 433 MHz eingeben, ohne dass die Software eine Fehlermeldung ausgibt. Eine genaue und bebilderte Beschreibung finden Sie auf unserer Internetseite unter

www.agz-ev.de/technik/geraeteumbau/bandgrenzen_fuer_gp600_erweitern.pdf

Eine Haftung jedweder Art wird von mir ausdrücklich ausgeschlossen.

Vy 73, Jörg, DG1JC.

Der Redakteur und die AGZ e.V. als Verein schließen natürlich ebenfalls jede Haftung und Verantwortung für die praktische Anwendung dieser Informationen aus.


SILENT KEY

(red) Die Redaktion hat die traurige Pflicht mitzuteilen, dass unser Mitglied Bastian Hengsbach, DH1KBH, Mitte Mai im Alter von nur 32 Jahren verstorben ist.


ITALIEN AB SOFORT MIT ERWEITERTEM VIERZIGMETERBAND

(rps) Auch italienische Funkamateure dürfen jetzt den Frequenzbereich 7100 bis 7200 Kilohertz vorzeitig nutzen – wie üblich zunächst bis März 2009 mit Sekundärstatus und mit der von der CEPT empfohlenen maximalen Strahlungsleistung von 250 Watt ERP.

Quelle: 425 DX News


Vy 73,
Ralph, DC5JQ