HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 296 / 2008 vom 06.07.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



EINEN ERFOLGREICHEN MESSEAUFTRITT AUF DER HAM RADIO 2008

(rps) hatte die AGZ e.V.: Ein größerer Stand, ein neues Outfit und circa zehn Präsentationen zu Echolink, D-Star und unseren Vereinszielen lockten nicht gerade wenige OM und YLs an; viele kamen aus dem Ausland und wollten sich über die AGZ informieren. Damit unsere Besucher auch sahen, wovon wir redeten, lief am Stand ein bemannt betriebenes 70-Zentimeterrelais mit Echolinkanbindung auf 439,250 MHz, übrigens mit über 60 Prozent zeitlicher Auslastung und mit mehr als 100 Connects aus dreizehn Ländern. Die Softwaresteuerung wurde mit einem lichtstarken Beamer großformatig projiziert; jeder konnte sehen, wie man eine solche Relaisfunkstelle betreibt und konfiguriert. Ein Mitarbeiter eines japanischen Herstellers zeigte live am AGZ-Stand, wie man – lediglich mit einem Handfunkgerät bewaffnet – sich mittels des digitalen D-Star-Sprachübertragunsstandards in die ganze Welt verbinden kann: etwa mit Tokio, wo ein freundlicher OM den Messebesuchern und der AGZ viel Erfolg wünschte.

Die AGZ präsentierte in Friedrichshafen am Bodensee ihr amateurfunkpolitisches Programm für das Jahr bis zur nächsten HAM RADIO: Wir wollen den Nachwuchs sichern, indem wir für eine neue Einsteigerklasse gemäß ECC-Report 89 nach Vorbild der britischen Foundation Licence eintreten. Wir wollen den Amateurfunk vor allem für Jugendliche preiswerter machen, indem wir dafür eintreten, die Amateurfunkverwaltung einschließlich der Prüfungen – wie in den USA – größtenteils aus Steuermitteln zu finanzieren: Immerhin halten wir Gerät, Wissen und Menschen für den Notfall bereit – für die Gesellschaft als Ganzes. Unser Funkdienst hat in diesem Sinn eine deutlich bessere Verankerung in der Gesellschaft verdient.

Wir wollen neue experimentelle Möglichkeiten schaffen. An erster Stelle steht die Forderung nach dem Wegfall der Beschränkung auf SSB und CW bei 50 MHz. Wir wollen dort nicht etwa mehr Frequenzraum oder mehr Leistung, sondern nur diejenigen Sendearten, die im Rest der Welt schon lange ganz selbstverständlich praktiziert werden. An nächster Stelle steht die Forderung nach Frequenzen bei 500 kHz auf der Mittelwelle und bei 5 MHz auf der Kurzwelle. Hier steht die Erforschung von im Amateurfunk bisher nicht zugänglicher Ausbreitungsmodi im Vordergrund – in Kombination mit effizienten digitalen Verfahren bei kleinen Strahlungsleistungen. Und schließlich sei 70 MHz erwähnt: Wir wollen es all den EU-Mitgliedsstaaten gleich tun, die dem Amateurfunk hier bereits Zuteilungen gewährt haben.

Die Doppelregulierung des Funkamateurs unter einem Umweltgesetzbuch gilt es genauso zu verhindern, wie die neue Störfallregelung unter dem EMV-Gesetz vom März dieses Jahres in der Praxis liberal ausgestaltet werden muss. Für beide Ziele, die den tagtäglichen Betrieb auf den Bändern massiv berühren können, tritt die AGZ e.V. als Interessenvertretung ein.

Auch ein langfristiges Ziel haben wir am Bodensee vorgestellt: Die Harmonisierung der Frequenznutzung und der sonstigen Amateurfunkbestimmungen in ganz Europa. Überall in der EU soll in unserer Sicht irgendwann einmal das Gleiche gelten, Amateurfunk unter den gleichen Bedingungen stattfinden. Am Ende steht dann eine europäische Amateurfunkgenehmigung – und eine europäische Amateurfunk-Richtlinie.

Insgesamt hieß das Motto in Halle A1 der Neuen Messe Friedrichshafen: AGZ – eine wirksame Interessenvertretung: Denn die Erfolge der letzten zwölf Jahre sprechen für sich. 400 verteilte Flyer, 350 dunkelblaue Tragetaschen mit dem gelben AGZ-Logo, 500 Kugelschreiber und viele andere Giveaways zeugen von unserer Aktivität. Ein ganz besonderer Dank geht an den stellvertretenden Vorsitzenden der AGZ e.V., Jörg Delvos, DG1JC, und an seine Frau Svenja, DO3SD. Immerhin haben sie am letzten Wochenende acht Stunden lang 300 Meter Kabel und 28 Quadratmeter Teppichboden verlegt, zwei große blaue Planen im Format 2,5 mal 6 Meter aufgehängt und wirklich einiges an Technik aufgebaut, vom Transport über insgesamt mehr als 1300 Kilometer wollen wir erst gar nicht reden. Unsere Besucher konnten sich dann auch noch über Knabbereien, Kaffee, Mineralwasser und anderes Alkoholfreies freuen.

Auf unserer Website haben wir eine kleine Fotogalerie unseres Messeauftritts veröffentlicht. Schauen Sie einfach einmal rein. Unser Dank geht schließlich an die etwa 800 OM und YLs, die uns auf der HAM RADIO 2008 besucht haben. Wir sehen uns nächstes Jahr!


POSITIVE SIGNALE VON DER HAM RADIO

(red) sendet uns die Messegesellschaft Friedrichshafen. Hier ist deren Pressemitteilung vom vergangenen Montag, die einen leichten Besucherrückgang von 18.100 im letzten Jahr auf 17.000 vermeldet.

"Auch in der 33. Auflage erzielt die HAM RADIO gute Werte. In den vergangenen drei Tagen besuchten über 17.000 Besucher die Internationale Amateurfunk-Ausstellung in Friedrichshafen. 'Funkamateure, die über das Jahr hinweg nur per Funkgerät Kontakt haben, treffen sich auf der HAM RADIO von Angesicht zu Angesicht. Darüber hinaus ist die Messe zum Einkaufsmarkt für Funker aus aller Welt geworden', freut sich Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann. Auch beim jungen Publikum kam die Messe an: 95 Jugendliche nahmen an zwei Jugendtagen ersten Funkkontakt zum Amateurfunk auf.

Was 1976 mit 62 Ausstellern begann, hat auch 2008 seinen Status als Europas wichtigster Funkertreffpunkt erneut bestätigt. Die HAM RADIO konnte wieder einen kompletten Überblick zum Thema Amateurfunk bieten. Sie präsentiert eine hohe internationale Besucherbeteiligung. 'Rund ein Drittel der Messegäste reiste aus dem Ausland an. Wir konnten Besucher von allen Kontinenten in Friedrichshafen begrüßen', erklärt Projektleiter Thomas Grunewald. 180 Aussteller und Verbände aus über 30 Nationen warteten in diesem Jahr mit ihren technischen Neuerungen im Amateurfunk auf.

Große Beachtung bekam die Sonderausstellung der internationalen Arbeitsgruppe AMSAT. Begeistert konnten die zahlreichen Besucher hier beobachten, wie man die Signale der kommerziellen Marssonden von NASA- und ESA-Satelliten empfangen kann. Auf starkes Interesse stieß auch die Sonderschau 'Funk im Katastrophenschutz' des Technischen Hilfswerks. 'Wir hatten tolle Gespräche mit dem sehr fachkundigen HAM RADIO-Publikum', sagte Joachim Rau, Zugführer beim THW Friedrichshafen.

Eine Besucher-Befragung ergab, dass neben der Information über neue Trends und Produkte besonders der Austausch mit Gleichgesinnten eine zentrale Rolle spielt. Die HAM RADIO beweist sich auch als wichtiger Einkaufsmarkt: Drei Viertel der Besucher haben auf der Messe etwas gekauft oder bestellt. 'Ich bin mit dem Messeauftritt zufrieden. Besonders das Segment Zubehör lief gut', so Volkmar Junge, WiMo Antennen und Elektronik GmbH. Eine positive Bilanz zieht auch der Holländer Cor Hazeu, Sales Manager Europe der Firma Yaesu: 'Wie im Fußball haben die Deutschen auch hier ganze Arbeit geleistet. Wir begrüßten viele treue Besucher aber auch Neukunden an unserem Stand. Die HAM RADIO entwickelt sich mehr und mehr zu einem internationalen Event.'

Positive Signale für die Zukunft setzten die beiden Jugendtage. 95 Nachwuchs-Funker nahmen an der HAM-Rallye teil und versuchten sich im morsen, löten und funken. Nach ihrem Auftakterfolg im Vorjahr stieß auch die Lehrerfortbildung mit über 100 Teilnehmern erneut auf großes Interesse. 'Wir können für die HAM RADIO 2008 wieder eine positive Bilanz ziehen. Die Messe hat für uns als Kontaktbörse eine große Bedeutung', erklärte Stephanie Heine, Pressesprecherin des Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC).

90 Prozent der Besucher bewerteten die Messe mit den Noten 'sehr gut' und 'gut'. 91 Prozent kündigten bereits ihren Besuch für das nächste Jahr an. Dann funkt die HAM RADIO vom 26. bis 28. Juni 2009 aus Friedrichshafen."


EINE EHEMALIGE US-KÜSTENFUNKSTELLE

(rps) erinnert an die Einstellung des Seefunkbetriebs in Morsetelegrafie in den Vereinigten Staaten. Jedes Jahr am 12. Juli erinnert die Maritime Radio Historical Society hieran, indem sie eine ehemalige Küstenfunkstelle in Kalifornien mit dem Rufzeichen KPH wieder aktiviert. KPH sendet am nächsten Samstag auf diesen Frequenzen in CW: 426, 500, 4247,0, 6477,5, 8642,0, 12808,5, 17016,8 und 22477,5 kHz. Funkamateure, die ihre Telegrafiekenntnisse auffrischen wollen, können ihre Empfangsberichte schicken an

Ms D A Stoops
PO Box 381
Bolinas CA 94924-0381
USA.

Mehr darüber findet sich auf der Website der Maritime Radio Historical Society: http://www.radiomarine.org/.

Quelle: RSGB


Vy 73,
Ralph, DC5JQ