HamRadio 2day
Text Audio

HamRadio 2day

Ausgabe 297 / 2008 vom 20.07.2008

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autoren:
Jörg Delvos, DG1JC (jd)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



PORTABEL-BETRIEB AUF 50 MHZ

(jd/rps) Ist das erlaubt? In der Amateurfunkverordnung steht jedenfalls eine Beschränkung auf feste Standorte. Aber – die Antwort ist dennoch ein schlichtes Ja. Wir verraten Ihnen, wie's legal funktioniert.

Der Sendebetrieb auf 50 MHz muss bekanntlich gemeldet werden. Die Bundesnetzagentur hat dazu in ihrem Vordruck gleich zwei verschiedene Felder für Adressen vorgesehen: Das erste Feld ist für den Hauptwohnsitz des Funkamateurs gedacht und das zweite Feld, das mit "Standort der ortsfesten Amateurfunkstelle zur 50-MHz-Nutzung" bezeichnet ist, dient zum Eintragen des Standorts oder auch mehrerer Standorte, von denen aus man Betrieb auf 50 MHz machen möchte – und darunter kann durchaus auch ein so genannter Portabelstandort sein.

Der Witz ist hier: Eine im langläufigen Amateurfunksinne portable Funkstelle kann nämlich durchaus im Sinne des Amateurfunkrechts ortsfest sein. Um die Richtigkeit dieser Überlegung zu überprüfen, haben wir kurzerhand eine Betriebsmeldung für 50 MHz via Fax an die Bundesnetzagentur in Mülheim an der Ruhr versandt. Bereits zwei Tage später hatte DG1JC die Bestätigung im Briefkasten. Es wurden – wie beantragt – sein Heimat-QTH und sein portables QTH eingetragen.

Wichtig ist, so wurde uns von Behördenmitarbeitern mitgeteilt, dass man während des Sendebetriebs auf 50 MHz unter der im Meldeformular angegebenen Telefonnummer auch wirklich erreichbar ist, und das sollte im Zeitalter des Mobilfunks auch von einem portablen bzw. entlegenen Standort kein Problem darstellen. Wichtig ist wie gesagt ferner, dass der oder die Standorte, die man nutzen will, der Bundesnetzagentur vorher bekannt gemacht werden.

Ansonsten gelten leider bei 50 MHz bei uns nach wie vor folgende Auflagen:

  • maximale Strahlungsleistung: 25 Watt ERP,
  • Betriebsarten: nur CW und SSB,
  • Antennenpolarisation: nur horizontal,
  • Frequenzbereich: 50,08 bis 51 MHz, und
  • kein Contestbetrieb.

Eines der amateurfunkpolitischen Ziele der AGZ ist, dass diese Regelungen gelockert und damit anderen Ländern in Europa angeglichen werden. Dies gilt insbesondere mit hoher Priorität für die derzeitige Einschränkung der Sendearten auf SSB und CW. Wir streben statt dessen eine Bandbreitenregelung von maximal 2,7 kHz an, um moderne digitale Verfahren – wie WSJT, WSPR, PSK31, Olivia und andere – auch in Deutschland möglich zu machen.

Was den Begriff "Contestbetrieb" anbelangt, so ist er im Amateurfunkrecht nirgends definiert oder gar präzisiert. Gerichtliche Entscheidungen dazu gibt es auch nicht. Deshalb bleibt dem Funkamateur nichts anderes übrig, als diesen Begriff eigenständig auszulegen. In der Interpretation der AGZ ist es zum Beispiel erlaubt, im Rahmen von Contests auf einzelne Anrufe aus dem Ausland zu antworten und damit auch Punkte zu vergeben. Ein aktives "CQ-Contest-Rufen" jedoch könnte von Deutschland aus nicht gestattet sein. Ob diese wenig konkrete Vorschrift im Fall der Fälle rechtlichen Bestand hätte, das sei allerdings dahin gestellt.

Ein Contestverbot allein in Deutschland macht in der Sache sowieso keinen Sinn: Bei den meist internationalen Amateurfunkwettbewerben dominieren auf deutschem Boden beim Empfang sowieso europäische Stationen im Umkreis von etwa 2000 Kilometern – mit ihren brüllend lauten Sporadic-E-Signalen und Strahlungsleistungen, die gleich mehrere Zehnerpotenzen über dem in Deutschland Erlaubten liegen. Viel Sachverstand kann hinter dieser Regelung also nicht stecken.

Jörg, DG1JC, und Ralph, DC5JQ


ALGERIEN VERBIETET AMATEURFUNKFREQUENZEN

(rps) Funkamateure in Algerien haben kürzlich einige wichtige Frequenzen verloren: So sind das Achtzig- und das Siebzehnmeterband auf der Kurzwelle vollständig weg, genau wie Teile der VHF- und UHF-Bänder. Hintergründe sind bisher nicht bekannt.

Quelle: Amateur Radio Newsline


NEUE 70-MHZ-BAKE IN PORTUGAL

(rps) Der Bakensender CS5BFM sendet auf der Frequenz 70,166 MHz von Standort IM59RD in der Nähe von Serra as Fazendas de Almeirim mit 10 Watt in eine einfache Dipolantenne. Sie ist auf die Strahlungsrichtungen 45 und 225 Grad ausgerichtet, sie sendet also unter anderem nach Mitteleuropa. CS5BFM ist ein idealer Kandidat, um in den nächsten Wochen noch die meistens perfekt funktionierende Sporadic-E-Ausbreitung nach Portugal zu studieren.

Quelle: Amateur Radio Newsline


LINKE FORDERT ABSENKUNG DER GRENZWERTE FÜR MOBILFUNKSTRAHLUNG

(red) Die Fraktion "Die Linke" im Deutschen Bundestag fordert in einem Antrag mit der Nummer 16/9485, die in der Novelle des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bzw. der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegten Grenzwerte "so weit abzusenken, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden können". Um die elektromagnetische Strahlung zu minimieren, soll für Mobilfunkgeräte außerdem ein "maximal zulässiger SAR-Wert von einem Watt pro Kilogramm" festgesetzt werden.

Gleichzeitig verlangt "Die Linke" von der Bundesregierung die Einführung eines öffentlich zugänglichen Strahlenkatasters für hochfrequente Strahlung. Genehmigungen für Mobilfunkanlagen sollen, so "Die Linke", zudem nur noch zeitlich befristet vergeben werden. Zur Begründung ihres Antrags schreibt die Partei, dass die Verdichtung des Mobilfunksystems, vor allem die Erhöhung der Anzahl der Sendemasten durch den Ausbau des UMTS-Netzes, zu "wachsenden gesundheitlichen Gefahren" führe. Die derzeitigen Grenzwerte bieten dagegen nach Meinung der Linken keinen ausreichenden Schutz mehr. Die Fraktion bezieht sich dabei auf ein Gutachten im Rahmen des EU-Mobilfunkforschungsprogramms REFLEX.

Quelle: Deutscher Bundestag und Forschungsgemeinschaft Funk

Kommentar der Redaktion: Offenbar hat "Die Linke" die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Langzeitstudie des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms nicht zur Kenntnis genommen.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ