HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 313 / 2009 vom 22.02.2009

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



AGZ TRITT GEGEN ÜBER DER BUNDESREGIERUNG FÜR EINE DRITTE ZEUGNISKLASSE EIN

(rps) Diese Woche hat die AGZ e.V. dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Stellungnahme übergeben, in der sie für die Einführung einer dritten Amateurfunk-Zeugnisklasse gemäß der europäischen Vorgaben des ECC-Reports 89 auch in Deutschland eintritt – wir berichteten bereits ausführlich über die von uns gewünschten Eckpunkte in HamRadio-2day-Ausgabe Nr. 312 am 8. Februar. Hier noch einmal das Wesentliche:

Die Nutzung selbst gebauter und modifizierter Geräte darf nicht eingeschränkt werden. Dies ist für uns ein unverhandelbarer Wesenszug des Amateurfunks, obgleich eine Minderheit in der AGZ diese Auffassung nicht teilt und für ein Selbstbauverbot eintritt. In Konsequenz lehnen wir eine dazu zwingend notwendige Änderung des Amateurfunkgesetzes ab.

Alle Sendearten sollen erlaubt sein, die gleiche Bandbreitenregelung wie bei Klasse A und E soll gelten. Alle Amateurfunkfrequenzen sollen den Inhabern aller Zeugnisklassen zugewiesen werden.

Die Senderausgangsleistung soll 25 Watt betragen, eine Begrenzung der effektiven isotropen Strahlungsleistung auf 10 Watt wird abgelehnt, da sie weder mit handelsüblichen Geräten eingehalten, noch durch den Staat effektiv überwacht werden kann.

Wegen dieser Vorgaben soll das Niveau der Technikprüfung am oberen Ende der Bandbreite, die ECC-Report 89 zulässt, angesiedelt werden. Zumindest die Grundsätze der Personensicherheit müssen auch hier Teil der Prüfung sein, immerhin wird Hochfrequenzenergie in Wohngebieten abgestrahlt.

Wir wollen keine Beteiligung nichtstaatlicher Organisationen und Vereine an der Amateurfunkprüfung – gleich in welcher Art und Weise. Die Prüfung soll voll und ganz in der Hand der Bundesnetzagentur bleiben. Insbesondere wollen wir kein Praktikum, das nur bei einem privaten Verein abgelegt werden kann. Auch die hierzu unverzichtbar notwendige Änderung des Amateurfunkgesetzes lehnen wir ab.

Als Ziele der möglichen Einführung einer dritten Zeugnisklasse sehen wir vor allem eine langfristige Harmonisierung der Amateurfunkbestimmungen in Europa und die Stabilisierung der Anzahl von Funkamateuren in Deutschland. Besonders bei dem letzten Ziel ist es von Wichtigkeit, einerseits eine gewisse Mindestanzahl aller Funkamateure langfristig zu bewahren, die bei etwa einem Promille der Bevölkerung liegen sollte. Sie ist eine notwendige Bedingung für unsere politische Sichtbarkeit und unseren Einfluss. Aber das alleine reicht nicht: Andererseits können nämlich Sichtbarkeit und Einfluss ohne eine hinreichende Anzahl von hoch qualifizierten Funkamateuren nicht sicher gestellt werden. Dazu bedarf es aber langfristig einer breiten Basis von Einsteigern aus allen Teilen unserer Gesellschaft: "Klasse entsteht aus Masse" haben wir diesen Zusammenhang einmal genannt. Lesen Sie bitte unser vollständiges Statement auf unserer Website im Internet: www.agz-ev.de.

Wir werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang der politischen Gespräche über die so genannte Entry Level Licence informieren. Berichte und Diskussionen über dieses Thema finden Sie auch auf der Website

www.lizenzklasse-k.de,

die von OM Oliver Wehbeck, DO6LFX, in Berlin betrieben wird.


DIE CW-PRÜFUNG IN DEUTSCHLAND

(rps) ist offenbar nicht besonders beliebt. Die Zeitschrift "Funktelegramm" veröffentlicht dazu in ihrer gerade erschienenen März-Ausgabe Zahlen der Bundesnetzagentur. Demnach haben im gesamten Jahr 2008 nur ganze fünf Personen an einer freiwilligen Zusatzprüfung in Morsetelegrafie teilgenommen. Ein Kommentar erübrigt sich.

Auch die Gesamtzahl aller Prüfungsteilnehmer ging weiter zurück: Die Anzahl der Personen, die erstmals an Amateurfunkprüfungen der Klassen E und A in 2008 teilgenommen haben, betrug nur noch 491 – und 149 Funkamateure stockten von E nach A auf. Im Jahr 2000 betrug die Summe aller Prüflinge noch mehr als 2100 Personen. Damit setzt sich der im Jahre 2003 begonnene Abwärtstrend unvermindert fort. Die Gründe: In 2003 entfiel die Notwendigkeit einer weiteren Prüfung in Morsetelegrafie zur Erlangung der höchsten Genehmigungsklasse und in 2006 wurde der Schwierigkeitsgrad der Einsteigerprüfung für Klasse E deutlich angehoben. Auch das ist geradezu ein Plädoyer für die Entry-Level-Licence!


MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(rps) Die jährlich im ersten Quartal vorgeschriebene Mitgliederversammlung der AGZ e.V. findet dieses Jahr am Samstag, den 14. März statt, und zwar in der Gaststätte Erftruhe, Hemmerdener Weg 55, in 41516 Grevenbroich. Beginn ist um 17:00 Uhr. Die Sitzung ist grundsätzlich nicht-öffentlich. Nichtmitglieder können jedoch im Einzelfall – für jeden Tagesordnungspunkt getrennt – durch Beschluss der Versammlung zugelassen werden.

Um unsere Zuhörer und Leser an den doch teilweise sehr anstrengenden Karnevalstagen nicht zu sehr zu fordern, soll es das bereits für heute gewesen sein. Alaaf und Helau aus Wassenberg!


Vy 73,
Ralph, DC5JQ