HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 314 / 2009 vom 01.03.2009

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

Autor:
Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de



BEROMÜNSTER ABGESCHALTET

(rps) – und die Kühe geben besser Milch. Wir berichteten am 25. Januar in HamRadio 2day-Ausgabe Nr. 310, dass nach 77 Jahren und sieben Monaten ununterbrochenen Sendebetriebs der schweizer Mittelwellensender Beromünster Ende Dezember abgeschaltet wurde. Dazu fanden wir jetzt in der Berner Zeitung von 18. Februar diesen wirklich bemerkenswerten Beitrag.

"Jahrzehntelang war der Landessender Beromünster auf Sendung. Seit die Anlage ausgeschaltet ist, sind die Bauern in der Umgebung froh: Ihren Kühen und Säuen gehe es ohne den Elektrosmog besser.

Vor zehn Jahren haben sich Bauern und Anwohner in der Umgebung des Landessenders zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie waren beunruhigt über die vielen Fälle von Unwohlsein, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Besonders die Tatsache, dass in einem Weiler nahe des Senders drei Personen an Hirntumoren gestorben seien, machte ihnen Angst. Rita Boog atmet auf: 'Wir sind glücklich, seit er nicht mehr strahlt', sagt die Bäuerin in der Neuen Zürcher Zeitung. Boog wohnt eineinhalb Kilometer vom Landessender Beromünster entfernt und hat jahrelang unter dem Elektrosmog der Sendeanlagen gelitten: Nach dem Aufwachen taten ihr jeden Morgen die Glieder weh. Schon zwei Tage, nachdem der Sender Ende Dezember abgeschaltet wurde, habe sie besser geschlafen; ihren Nachbarn gehe es gleich.

Auch die Tiere scheinen sich ohne die elektromagnetische Strahlung wohler zu fühlen. Die 30 Kühe von Bauer August Lang, der das Radioprogramm sogar aus dem Dachkännel, dem Briefkasten und der Waschmaschine hören konnte, geben seither schneller Milch. 'Die Milch fließt um rund einen Liter schneller pro Minute'. Der Schweinezüchter Robert Zimmermann sagt gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, dass seine Schweine vitaler geworden seien. Jahrelang hätten diese Stoffwechselstörungen gehabt und sich darum weniger bewegt. 'Heute sind die kerngesund.'

Wissenschaftlich bestätigt ist das allerdings nicht. Laut Silvia Ivemeyer, Agrarwissenschaftlerin vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau, ist die Datenmenge noch zu gering. Ivemeyer begleitete Bauer August Lang im Rahmen einer Untersuchung zu Eutergesundheit und Antibiotika-Minimierung. Ihr zufolge handelt es sich dennoch um eine außergewöhnliche Beobachtung. Ein Zusammenhang mit dem Abschalten des Landessenders sei gut möglich."

Quelle: Berner Zeitung.


TREIBJAGD DEUTSCHLAND

(rps) lautet die Überschrift einer Story, die wirklich abenteuerlich anmutet. "Dies ist die wahre Geschichte einer Menschenjagd im 21. Jahrhundert", scheibt eine anonyme Autorin im Internet. Mehr als dass sie blond ist, früher in Berlin ansässig war und nun in Hameln wohnt, kann man dem Text nicht entnehmen. Worum geht es? Die Autorin fühlt sich von Funkamateuren verfolgt – ja genau: von Funkamateuren im Sinne des Amateurfunkgesetzes. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüche und Schlaflosigkeit aufgrund einer Elektrosmogwolke, die von einem Funkamateur im selben Haus verursacht wird und dessen gewaltige Antenne nur wenige Meter über ihr thront. Sie hat sich intensiv mit dem Amateurfunkdienst beschäftigt, kennt seine Usancen in- und auswendig, kennt EMVG und BEMFV. Sogar ein Feldstärkemessgerät hat sie sich bei einem der größten Elektronikversandhändler Deutschlands gekauft. Teilweise erkennt man in längeren Textpassagen sogar die Insidersprache der Funkamateure.

Trotz mehrfacher Umzüge quer durch Deutschland, trotz Anfragen beim Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. – der übrigens laut Autorin niemals antwortete, trotz Eingaben bei der Bundesnetzagentur – die alles in Ordnung befand, trotz Einschalten der Polizei und der Wohnungsbaugenossenschaft, die Dame fühlt sich weiter verfolgt und spricht von einer organisierten Menschenjagd, auch am neuen Wohnort Hameln.

Spannend und professionell geschrieben ist der Text, das muss man zugestehen – aber: Sind das tatsächlich erlebte Begebenheiten oder ist das eine schriftstellerisch gut gemachte Fiktion, die den Amateurfunk und seine Powermentalität auf die Schippe nimmt? Wir wissen es nicht. Bei letzterem wäre allerdings das Ziel der Autorin von Interesse.

Nun, was jeder heraus bekommen kann und was veröffentlichte Information ist, das ist die Inhaberin der Domain

www.treibjagd-deutschland.de.

Hier finden Sie nämlich den Text. Eine kurze Anfrage bei DENIC liefert Sabine Meyer in – na klar – Hameln. Nun ja, wie der Zufall es will, wohnt laut diverser Rufzeichen-CDs gleich nebenan tatsächlich ein Funkamateur... Ach ja, die Dame schreibt ansonsten übrigens Krimis. Sie finden, die letzten beiden Beiträge hätten eigentlich in einen Karnevals-Rundspruch gehört? Recht haben Sie!


GROSSBRITANNIEN VERLÄNGERT 500 KHZ

(rps) Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat die Sondergenehmigung zur Nutzung des Frequenzbereichs 501 bis 504 kHz auf der Mittelwelle bis zum 28. Februar 2010 verlängert. Ab sofort dürfen Funkamateure im Vereinigten Königreich nun 10 Watt effektive Strahlungsleistung verwenden.

Quelle: RSGB


IRLAND ÄNDERT

(rps) seine Amateurfunkbestimmungen. Am 20. April tritt eine Regelung in Kraft, die erstmals Genehmigungen auf Lebenszeit vorsieht. Für lediglich 30 Euro können bereits bestehende Lizenzen auf immer verlängert werden. Funkamateure, die erstmals ein Rufzeichen beantragen, müssen dagegen bei der irischen Regulierungsbehörde ComReg 100 Euro zahlen. Auch Irland wird zudem in Kürze Sondergenehmigungen zur Frequenznutzung bei 500 kHz Mittelwelle ausgeben.

Quelle: IRTS, der irische Amateurfunkverband, und ComReg


Vy 73,
Ralph, DC5JQ