HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 340 / 2010 vom 28.02.2010


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


DER TREFFPUNKT IM WESTEN:
AGZ AUF DEM BERGHEIMER FLOHMARKT

(rps) Am Samstag, den 20. März findet wieder der traditionelle Amateurfunkflohmarkt in Bergheim bei Köln statt. Diesmal ist auch die AGZ e.V. mit einem bescheidenen Stand mit dabei. Wer unsere Arbeit kennenlernen möchte oder mit uns diskutieren will, ist dort willkommen. Das Programm des größten Amateurfunktreffens im Raum Düsseldorf-Köln-Aachen ist interessant: Unser Stellvertretender Vorsitzender Jörg Delvos, DG1JC, hält zum Beispiel einen Vortrag zum Thema "Aufbau und Betrieb eines Digitalfunkrelais ohne ICOM-Komponenten" und führt die selbst gebaute Hardware auch gleich vor Ort vor. Torsten, DG1HT, – er ist der Betreiber der Website xreflector.net – und Markus, DH2YBE, beantworten Fragen rund um das Xreflector-System zur Vernetzung von D-STAR-Relaisfunkstellen. Auf 2200 Quadratmetern stehen zudem jede Menge interessante Angebote und Informationen für Funkamateure bereit.

Sie finden den Bergheimer Flohmarkt am 20. März von 9 bis 14 Uhr Ortszeit im Bürgerhaus von Quadrath-Ichendorf. Das ist in unmittelbarer Nähe der Autobahn A61 und somit sehr gut zu erreichen. Nehmen Sie die Ausfahrt Bergheim-Süd. Einen detaillierten Anfahrtplan und noch mehr über den Flohmarkt finden Sie im Internet.


NETZAGENTUR: ÖFFENTLICHES INTERESSE AN STÖRUNGSFREIEM AMATEURFUNK

(rps) Wir berichteten am letzten Sonntag: Drei spektakuläre Urteile bzw. Beschlüsse zum Rufzeichenentzug und zur Verweigerung der Neuzuteilung von Amateurfunkrufzeichen sorgen zurzeit für Aufregung und Verwirrung unter den Funkamateuren, wurde doch vom Verwaltungsgericht Köln der unabdingbare Rechtsanspruch auf Zuteilung eines Rufzeichens nach bestandener Prüfung hinweg gefegt und diese Entscheidung allein in das Ermessen der Bundesnetzagentur gelegt. Aber – auch hier gibt es Positives zu berichten.

So begründete die Bundesnetzagentur im Verfahren um den Rufzeichenentzug ihre Maßnahme vor Gericht unter anderem wiefolgt: Das öffentliche Interesse an einem ungestörten Amateurfunkverkehr überwiege das individuelle Interesse des Klägers an einer weiteren Teilnahme am Funkverkehr. In Fällen von Störungen sei ein ordnungsgemäßer Amateurfunkverkehr in Not- und Katastrophenfällen nicht gewährleistet.

Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Geht es um den Genehmigungsentzug, dann ist Amateurfunk derart wichtig, dass sogar ein öffentliches Interesse besteht, Störungen zu beseitigen. Mehr noch: Ein ordnungsgemäßer Amateurfunkverkehr muss jederzeit gewährleistet sein – für den Fall, dass eine Not- oder Katastrophensituation eintritt.

Nach dieser gerichtlichen Einlassung der Behörde dürfte es künftig schwer sein, den Amateurfunk auf die Ebene eines Hobbies und einer reinen Freizeitbetätigung zu drücken. Genau dies wurde nämlich bislang von exakt derselben Behörde routinemäßig bei Verfahren vorgetragen, in denen der Funkamateur etwas von der Bundesnetzagentur wollte – etwa die Beseitigung von Empfangsstörungen durch PLC oder Plasmabildschirme. Auch in Prozessen, in denen es um die Störung nachbarlicher Elektronik durch die Hochfrequenzenergie des Funkamateurs und um eine nachfolgende Leistungsbeschränkung ging, wurde immer wieder dieses Argument vorgetragen: Das Interesse des OM müsse zurückstehen, weil es sich ja nur um ein Hobby handele.

Damit ist es nun vorbei: Amateurfunk ist wichtig. Für eine jederzeit eintreten könnende Not- oder Katastrophensituation muss unser Funkdienst auch jederzeit frei von Störungen gehalten werden, so die Bundesnetzagentur vor dem Verwaltungsgericht Köln. Das stärkt nicht nur unsere Bemühungen um den Notfunk, sondern auch das Ansehen des Amateurfunks insgesamt und seine Anerkennung als gemeinnützige Aktivität.


ECHOLINK FÜR DAS IPHONE

(rps) Seit dem 4. Februar hat das iPhone endgültig den Sprung in die Amateurfunkwelt geschafft: Neben den zahlreichen Morseübungsprogrammen, den Prüfungsvorbereitungs-Applikationen der ARRL, der APRS-Software iBCNU und verschiedenen Cluster-Anwendungen gibt es jetzt auch die Echolink-Software als so genannte App.

Diese Applikation ermöglicht es, via Echolink von irgendwo auf der Welt mit anderen Funkamateuren zu sprechen. Das ging bisher unterwegs und ohne Funkgerät nur mit dem Laptop, neu geht es jetzt auch mit dem wesentlich handlicheren iPhone. Das heißt, dass sich ein Funkamateur abends im Hotelzimmer in Australien über das hoteleigene W-LAN oder mittels GSM bzw. UMTS beispielsweise mit einem Relais in München verbinden lassen kann und so mit den OM und YLs in der Heimat in Verbindung bleiben kann.

In der Schweiz gibt es bereits eine Art Killerapplikation für diese Innovation: Das gesamte Echolinknetz ist dort aus den GSM-versorgten Alpentunnels zu erreichen, etwa aus dem Gotthardtunnel. Die Software gibt es für das iPhone und für den iPod touch kostenlos zum Download im Apple-Store.

Quelle: Echolink und USKA


ZUM SCHLUSS WIEDER: NACHHILFEUNTERRICHT

(rps) Wer oder was ist eigentlich ein Funkamateur? Nein – nicht wie Sie jetzt vielleicht spontan denken jemand, dem ein Amateurfunkrufzeichen zugeteilt wurde und der somit am Amateurfunkdienst teilnehmen darf. Die Lösung finden Sie im Amateurfunkgesetz: Es definiert unmissverständlich, dass bereits eine Person, die eine fachliche Prüfung bestanden hat bzw. jemand, der über ein Amateurfunkzeugnis verfügt, sich Funkamateur nennen darf. Ein Rufzeichen ist dazu seit 1997 nicht mehr notwendig.

Quelle: Paragraf 2 Nr. 1 AFuG


Vy 73,
Ralph, DC5JQ