HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 344 / 2010 vom 11.04.2010


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


SUPER-EME FÜR ALLE

(rps) wird es vom 16. bis zum 18. April geben. Das über 300 Meter Durchmesser aufweisende Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico wird am nächsten Wochenende im Siebzigzentimeterband für Erde-Mond-Erde-Kommunikation im Rahmen des Amateurfunks eingesetzt. Der Arecibo Observatory Amateur Radio Club sendet unter dem Rufzeichen KP4AO auf der Frequenz 432,045 MHz mit 400 Watt Output in den riesigen Parabolspiegel, der hier einen Antennengewinn von rund 60 dBi bereitstellt. Damit werden immerhin 400 Megawatt effektive isotrope Strahlungsleistung in Richtung Mond geschickt. Empfangen kann die an dessen Oberfläche reflektierten Aussendungen praktisch jeder Funkamateur, der lediglich eine kurze 5-Element-Yagiantenne auf den Erdtrabanten ausrichtet und sie an einen durchschnittlichen SSB-Empfänger anschließt. 100 Watt in eine 15-Element-Yagi werden zudem mehr als ausreichen, um selber mit KP4AO in Verbindung zu treten. Man hört in Arecibo zwischen 432,050 und 432,065 MHz und will im Pile-Up-Stil so viele Verbindungen machen wie eben möglich.

Hier sind die genauen Zeiten:

  Freitag 16. April: 16:45 bis 19:30 UTC
  Samstag 17. April: 17:40 bis 20:20 UTC
  Sonntag 18. April: 18:40 bis 21:25 UTC

Jede dieser Zeitperioden beginnt mit CQ-Rufen aus Arecibo in SSB. Diese Sendeart wird maximal eine Stunde lang benutzt. Danach wird Morsetelegrafie eingesetzt. Wenn KP4AO "CQ QRP" ruft, dann sollten nur Amateurstationen antworten, die mit maximal 100 Watt in eine einzelne Yagi senden. Man beabsichtigt schließlich, am 18. April die wesentlich effektivere digitale Betriebsart JT65B zu verwenden. Der Arecibo Observatory Amateur Radio Club schätzt sich sehr glücklich, das Radioteleskop für Amateurfunkzwecke einsetzen zu dürfen. Die Aktion steht unter der Leitung von Physiknobelpreisträger Joe Taylor, K1JT, der unter anderem auch JT65B entwickelt hat.

Quelle: RSGB und ARRL


ZWEITE WSPR-BAKE IN AFRIKA IN BETRIEB

(rps) Bleiben wir bei Joe Taylor. Er hat auch WSPR geschaffen, ein extrem effizientes digitales Verfahren, das vor allem für Bakensendungen weltweit auf Kurzwelle eingesetzt wird. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der ersten WSPR-Bake in Afrika vor sechs Monaten – das ist V53ARC in Namibia, wir berichteten am 1. November 2009 in HamRadio 2day Nr. 331 – ging nun am 2. April eine zweite Bake unter dem Rufzeichen 5X7JD in Masaka/Uganda on Air. Betreiber ist Jack Dunigan, 5X7JD, ein US-Bürger, der permanent in Uganda lebt. Jack arbeitet für die Organisation AidChild, die sich in ihren Kinderheimen, Kliniken und Akademien Waisen annimmt, die dazu verdammt sind, mit der Geißel Aids zu leben.

Wie bereits die Bake in Namibia wurde auch die neue Anlage von Gernot Frauscher, OE1IFM, entwickelt, gebaut und finanziert. Mehr über das Bakenprojekt lesen Sie im Internet unter www.oe1ifm.at. Das System hat einen Output von einem Watt und bestreicht sequenziell die Bänder 80, 40, 30, 20, 15, 12 und 10 Meter auf den bekannten WSPR-Frequenzen. Damit ist das Signal alle 16 Minuten im jeweiligen Band zu hören. Die Antenne ist eine HyGain AV18VS Multiband-Vertikal. Die Hardware der Bake basiert auf einem PIC 18F2455MCU, einem analogen AD9851-DDS-Chip und einer MOSFET-Endstufe mit selektierbaren Filtern. Zeit- und Ortsangaben bezieht die Bake von einem angeschlossenen GPS-Empfänger.

Die WSPR-Bake wird es bald als Bausatz geben – OE1IFM sucht daher interessierte Betreiber in interessanten Locations. Die neue Bake in Uganda wird rund um die Uhr QRV sein und damit immer die aktuellsten experimentellen Daten über die Ausbreitungsbedingungen von und nach Ostafrika liefern. Näheres finden Sie auch hier im Internet: www.hamradiosafari.com.

Quelle: OEVSV


Vy 73,
Ralph, DC5JQ