HamRadio 2day
Text Audio

HamRadio 2day

Ausgabe 346 / 2010 vom 16.05.2010


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


70 MHZ: ES TUT SICH WAS

(rps) – leider nicht bei uns. In den USA ist vor wenigen Tagen eine Bake auf der Frequenz 70,005 MHz in Betrieb gegangen, die von Brian Justin, WA1ZMS, erbaut wurde. Ihr Rufzeichen ist WE9XFT. Die Sendeanlage dient zum Studium der Ausbreitungsbedingungen, unter anderem auch ausdrücklich zur Untersuchung transatlantischer Kommunikation. Der Standort ist Bedford in Virginia und man sendet zunächst bis zum 1. September rund um die Uhr mit einer effektiven Strahlungsleistung von immerhin 3 kW Richtung Europa. Die Empfangsbeobachtung lohnt sich also.

Seit dem 14. April haben rumänische Funkamateure ebenfalls Zugang zum Viermeterband. Mit Sekundärstatus, maximal 20 Watt Senderleistung und einer Bandbreite von 12,5 kHz dürfen alle OM und YLs dort die neuen Frequenzen von 70,0 bis 70,3 MHz nutzen, wenn sie dies ihrer Regulierungsbehörde vorher anzeigen. Bei der Gelegenheit ist uns aufgefallen, dass Rumänien die Position der AGZ bezüglich der Ausgestaltung von Amateurfunkklassen bereits umgesetzt hat: Dort haben alle Funkamateure Zugang zu allen Frequenzen – und die Klassen unterscheiden sich lediglich in der erlaubten Senderleistung.


5 MHZ: USA ERLEICHTERN NUTZUNGSBEDINGUNGEN

(rps) Bislang dürfen einzelne US-Funkamateure im 5-MHz-Band auf der Kurzwelle lediglich fünf diskrete Festfrequenzen oder Kanäle auf experimenteller Basis nutzen. Die dortige Regulierungsbehörde FCC will nun eine weitere Frequenz erlauben und die Senderleistung von 50 auf 100 Watt ERP anheben. Die Sendearten CW, PSK31 und PACTOR-III sollen künftig auch erlaubt werden.


KUBA BAUT AMATEURFUNKTRANSCEIVER

(rps) Kuba betritt den Gerätemarkt für Funkamateure – zumindest im eigenen Land. Auf dem 8. Treffen der Cuban Ham Radio Federation wurde kürzlich ein Prototyp eines 1,8-MHz-Transceivers mit Namen Caiguaran vorgestellt. Hersteller ist eine staatliche Fabrik, die dem kubanischen Ministerium für Informatik und Kommunikation untersteht. Das Gerät macht 20 Watt Output auf 160 Meter und es gibt Zusatzhardware für 80 und 40 Meter. Der Vorsitzende des kubanischen Amateurfunkclubs, Pedro Rodriguez, CO2RP, teilte der Presse mit, dass 600 Exemplare zur Auslieferung bereit stehen. Haupteinsatzzweck sei der Not- und Katastrophenhilfsfunk in Kuba.


EME AUS ARECIBO – DER BERICHT

(rps) Wir brachten es in HamRadio 2day Nr. 344 am 11. April: Das über 300 Meter Durchmesser aufweisende Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico wurde drei Tage lang im April im Siebzigzentimeterband für Erde-Mond-Erde-Kommunikation im Rahmen des Amateurfunks mit dem Rufzeichen KP4AO eingesetzt. Physiknobelpreisträger Joe Taylor, K1JT, der Organisator des Events, veröffentlichte nun seinen Bericht.

Die Vielzahl der rufenden Stationen glich dabei einer fast undurchdringlichen Wand, es war schier unglaublich. Joe schätzt, dass man etwa 20 Prozent aller OM und YLs habe arbeiten können, die SSB benutzten, 10 Prozent derer in CW und leider nur wenige Prozent der JT65 benutzenden Stationen, es waren einfach zuviele. Das Log enthält 240 gearbeitete Rufzeichen aus 57 DXCC-Ländern bei insgesamt acht Stunden Betriebszeit.

Man hat sich in Anbetracht dieser Situation aber etwas Besonderes ausgedacht: KP4AO hat das gesamte EME-Subband auf 432 MHz während der drei Betriebstage digital aufgezeichnet und man ist deshalb in der Lage, mit geeigneten Algorithmen nach bislang ungehörten Stationen zu suchen. Joe wird bald mit hoffentlich vielen neu detektierten Rufzeichen an die Öffentlichkeit gehen.

Joe hat schließlich eine Bitte an Funkamateure, die KP4AO im April gehört oder gar gearbeitet haben und die über eine Anlage verfügen, die deutlich unterhalb der normalerweise für EME eingesetzten Technik angesiedelt ist: Schicken Sie ihm eine Beschreibung Ihrer Antenne, Ihres Vorverstärkers, Ihrer Senderleistung und Ihres Transceivers. Joe's E-Mailadresse ist k1jt@arrl.net.


NEUES 28-MHZ-RELAIS IN PORTUGAL

(rps) Auf 29,6 MHz in FM sendet ein neuer Zehnmeter-Repeater in Portugal, der bei Sporadic-E-Bedingungen bei uns in Deutschland sehr gut zu hören sein dürfte. Sein Rufzeichen ist CQ0HAR und er empfängt 100 kHz tiefer auf 29,5 MHz. Zum Betrieb ist ein CTCSS-Subtone von 67 Hz notwendig. Betreiber ist die Ham Radio Association of Beira Alta. Mehr findet man im Internet unter www.ct1arb.com.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ