HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 359 / 2010 vom 12.12.2010


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


DB0RKN WIEDER QRV

(rps) Sie erinnern sich: In HamRadio 2day Nr. 339 vom 21. Februar 2010 berichteten wir über die Abschaltung unseres Siebzigzentimeterrelais DB0RKN, das wegen Querelen mit einem anderen Verein seinen Top-Standort auf der Vollrather Höhe nahe Grevenbroich räumen musste. Heute freuen wir uns mitteilen zu können, dass ein neuer und sogar noch besserer Standort gefunden werden konnte. Seit dem Nachmittag des 10. Dezember arbeitet DB0RKN wieder auf seiner altbekannten Ausgabefrequenz 439,250 MHz bei -7,6 MHz Ablage. Die Antenne steht 265 Meter über dem Meeresspiegel in JO31HA. Arbeiten kann man über das Relais nur mit einem Subaudioton von 131,8 Hz, der auch auf der Ausgabe mit ausgesendet wird. Ein 1750-Hz-Rufton ist nicht erforderlich. Viel Spaß beim Ausprobieren dieses nun noch besser und weiter hörbaren Relais! Übrigens – D-STAR und Echolink sind auch bereits in Planung.


WAS MACHT EIGENTLICH – DIE NEUE AFUV?

(rps) Bereits für Ende September hatte uns das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die bislang nicht veröffentlichten neuen Zahlen für die Gebührentatbestände in der kommenden Neuausgabe der Amateurfunkverordnung versprochen. Zeit also, um vor dem Jahresende einmal nachzufragen. Und das haben wir diese Woche getan.

Nun soll im ersten Quartal 2011 ein überarbeiteter Entwurfstext vorliegen, in den etliche Eingaben der Amateurfunkverbände eingeflossen sein werden und der auch die angesprochenen Geldbeträge enthält. Die AGZ hatte vor mehr als drei Monaten ausführlich Stellung bezogen. Die Amateurfunkverbände werden dann noch einmal Gelegenheit zur Kommentierung erhalten, weil der Überarbeitungsumfang doch beträchtlich sei.

Die andere Baustelle in Sachen Amateurfunkrecht – die beabsichtigte Abschaffung des Frequenznutzungsplans in einem TKG-Änderungsgesetz – macht ebenfalls Fortschritte. Das von der AGZ angesprochene Problem der danach nicht mehr klaren Frequenzzuteilung an die Funkamateure ist verstanden worden und man sucht in unserem Sinne nach einer Lösung. Wir halten Sie in beiden Angelegenheiten auf dem Laufenden.


CB-FUNK: SSB MIT 12 WATT OUTPUT KOMMT

(rps) Die am wenigsten anspruchsvolle Amateurfunkklasse muss sich grundsätzlich hinreichend nach oben absetzen vom Erlaubnisumfang und damit von der Attraktivität des allgemein genehmigten Jedermann-Funks. Hier werden wir in absehbarer Zeit wohl ziemlich umdenken müssen. FM – Das Funkmagazin berichtete diese Woche darüber, dass eine große Mehrheit der europäischen Staaten auf einer CEPT-Sitzung im November keine Einwände gegen die neue CB-Funknorm EN 300 433 erhoben hat. Es ist nun vorgesehen, diese Norm bis Ende Mai 2011 in Kraft zu setzen. Parallel dazu wird eine CEPT-Entscheidung vorbereitet, die Inhalte auch tatsächlich anzuwenden. In denjenigen Mitgliedsstaaten der CEPT, die zugleich in der Europäischen Union sind, wird diese Entscheidung verbindlichen Charakter haben und muss in nationales Recht umgesetzt werden.

Und das besondere daran für den Amateurfunk? Nun – erstmals wird dem CB-Funk gestattet, in der Sendeart SSB 12 Watt Senderausgangsleistung zu benutzen. Das ist – zusammen mit einer einigermaßen vernünftigen Antenne – weit mehr an effektiver isotroper Strahlungsleistung, als der Einsteigerklasse im Amateurfunk bis Mitte 2006 erlaubt war. Gerade im nun bevorstehenden Sonnenfleckenmaximum wird CB-Funk bei 27 MHz damit ziemlich attraktiv sein für ein "Amateurfunk-Feeling light", und das ohne eine jede Prüfung und ohne jede Prüfungsgebühr. Die bei uns in Diskussion befindliche "Entry-Level-Licence" als dritte Amateurfunkklasse wird sich daran zwingend orientieren müssen. In Sicht der AGZ ist jetzt eine von anderen Vereinen diskutierte erneute 10-Watt-EIRP-Regelung hier endgültig nicht mehr machbar.

Die Bundesnetzagentur bekommt im Übrigen noch ein ganz besonders delikates Problem: Demnächst also werden in den Funkläden der gesamten EU völlig freizügig auf harmonisierten Frequenzen verwendbare Jedermann-Transceiver stehen, die mit ihren 12 Watt Out und ganz normalen Antennen locker die 10-Watt-EIRP-Grenze nach oben durchbrechen und die alle deshalb in Deutschland gemäß BEMFV eine individuelle Standortbescheinigung benötigen.

Hier rächt sich nun endlich der nationale Alleingang der Bundesrepublik, die als einziger Mitgliedsstaat der Europäischen Union eine derart niedrige Grenze in ihrem Umweltrecht kennt. Der Rest der EU nimmt darauf keine Rücksicht. Nun sind die zu erwartenden 20 bis 25 Watt EIRP unter Berücksichtigung der üblichen Toleranzen von einem Wert von 10 Watt EIRP durch eine Feldstärkemessung im Freien rechtssicher nicht zu unterschieden, zu gering ist der Unterschied von nur 3 dB. Und noch zwei ketzerische Dinge sind anzumerken: Es widersprechen sich die Begriffe "Allgemeinzuteilung" und "individuelle Standortbescheinigung" diametral, sie schließen sich sogar gegenseitig aus: Was bereits allgemein genehmigt ist, kann keiner weiteren Genehmigung mehr bedürfen. Schließlich – das Erfordernis einer Standortbescheinigung allein in Deutschland könnte bei allgemein zugeteilten und harmonisierten Frequenzen durchaus im Licht des Europäischen Rechts ein Handelshemmnis darstellen, das beseitigt werden muss. Die Sache wird also bestimmt spannend – auch für den Amateurfunkdienst.


NEUE FUNKAMATEURE AN BORD DER ISS

(rps) Am 17. Dezember werden drei neue Flugingenieure auf der internationalen Raumstation ISS eintreffen, zwei davon sind Funkamateure: die US-Astronautin Catherine Coleman, KC5ZTH, und der von der European Space Agency ESA geschickte Astronaut Paolo Nespoli, IZ0JPA.


EIN NEUES BUCH ÜBER ANTENNENTUNER

(rps) hat der amerikanische Amateurfunkverband ARRL heraus gebracht, natürlich in englischer Sprache. Während in den 70er und 80er Jahren noch vorwiegend die reine Lehre von der resonanten Antenne gepredigt wurde, nahm seitdem die Nutzung von Drahtantennen nachhaltig zu, deren Längen und Geometrien sich an den örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten orientieren: Immer weniger Funkamateure hatten den Platz für resonante Anordnungen – vor allem für die unteren Kurzwellenbänder. Der Einsatz von Abstimmgeräten und nicht-koaxialer Speiseleitungen wurde somit zwingend. Die Funktionalität und Bedienung dieser so genannten Tuner blieb allerdings vielen OM und YLs ein Rätsel – bis heute.

Damit soll nun Schluss sein. Das Buch

"The ARRL Guide to Antenna Tuners: A Radio Amateur’s Guide to Antenna Matching" von Joel R. Hallas, W1ZR,

will dazu beitragen, Antennentuner zu verstehen und letztlich das für den eigenen Gebrauch optimale Gerät auszusuchen. Hallas, ein ehemaliger Telekommunikations- und Radaringenieur und heute technischer Redakteur der Zeitschrift QST, erklärt nicht nur ausführlich die Abstimmung und Impedanztransformation als solche, sondern er betrachtet Antenne, Speiseleitung, Anpassung und Sender als eine untrennbare Einheit, die den Wirkungsgrad der gesamten Amateurfunkstelle bestimmt. Eine Marktübersicht kommerziell erhältlicher Modelle und Ratschläge für den Selbstbau runden das Buch schließlich ab. Zu beziehen ist dieses empfehlenswerte Werk über den US-Amateurfunkverband ARRL und natürlich auch über den deutschen Amateurfunkhandel.


Vy 73 und einen schönen dritten Advent,
Ralph, DC5JQ