HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 368 / 2011 vom 10.04.2011


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


KÜNDIGUNG

(rps) Der Geschäftsführer des britischen Amateurfunkverbands RSGB, Peter Kirby, G0TWW, musste vor einigen Tagen seinen Hut nehmen. Wie der Verein durch seinen Vorsitzenden Dave Wilson, M0OBW, verlautbaren ließ, wurden finanzielle Unregelmäßigkeiten bekannt, die Peter Kirby laut Pressemitteilung zu verantworten hat. Näheres ist bislang nicht bekannt.


MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(rps) hatte die AGZ e.V. am 26. März in Mönchengladbach. Wahlen standen diesmal nicht an, jedoch Änderungen der Satzung, die uns durch die Modifizierung von Rechtsnormen quasi aufgezwungen wurden. Zum einen musste die Bestimmung über die Verwendung des Vereinsvermögens bei dessen Auflösung konkreter gefasst werden, zum anderen gab es seit einiger Zeit Diskussionen über die öffentlich gemachte Auffassung des Bundesfinanzministeriums zu pauschalen Erstattungen an Amtsträger, was beides unter Umständen die Gemeinnützigkeit gefährden könnte. Obwohl der Vorstand der AGZ nicht den Standpunkt vertritt, dass hierunter auch Reisekostenerstattungen in Höhe der steuerfreien Sätze fallen – etwa die bekannten 30 Cent pro Kilometer für den privaten PKW, wurde dieser Themenkreis gleich mit in der Satzung präzisiert. Nach der nun bevorstehenden Eintragung in das Vereinsregister werden diese Änderungen wirksam und wir werden die modifizierte Satzung dann auch im Internet veröffentlichen.

Ein wichtiger Beschluss war zudem, dieses Jahr aus finanziellen Gründen nicht an Europas größter Amateurfunkmesse, der HAM RADIO in Friedrichshafen am Bodensee, teilzunehmen. Die anwesenden Mitglieder waren mehrheitlich der Meinung, der nicht unerhebliche finanzielle und personelle Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Zugewinn an Mitgliedern, den der Verein dadurch eventuell erzielen könne. Der Vorstand, der im übrigen einstimmig entlastet wurde, wird dieses Thema überdenken und zur nächsten Mitgliederversammlung einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Den Mitgliedern der AGZ e.V. ist das ausführliche Protokoll der Versammlung unterdessen via E-Mail zugestellt worden.


VERFÜGBARKEIT JAPANISCHER AMATEURFUNKGERÄTE

(rps) durch die multiple Katastrophe gefährdet? Ein nicht unerheblicher Teil der von uns Funkamateuren benutzten Transceiver kommt aus Japan. Nachdem dieses Land am 11. März von einem Erdbeben der Stärke 9,0, einem bis zu 23 Meter hohen Tsunami und danach von einem nuklearen Unglück heimgesucht wurde, stellt sich natürlich die Frage, welche Auswirkungen dies auf die bekannten Amateurfunkgerätefirmen des Landes gehabt hat. Die Kollegen des Dolomites Radio Club in Bruneck haben der Redaktion diese Arbeit dankenswerterweise abgenommen und eine sehr gute Zusammenstellung ins Netz gestellt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

ICOM

Die Produktionsanlagen befinden sich in Osaka und Wakayama im nicht heimgesuchten Süden von Japan. Laut einer Pressemitteilung von ICOM sind – soweit bekannt – keine Mitarbeiter betroffen. Es sind auch keine Schäden am Hauptsitz in Osaka oder an den beiden wichtigen Fabriken in Wakayama bekannt. Kleinere Schäden sind dagegen in den Niederlassungen in Tokio und Sendai entstanden. Sendai liegt ca. 80 km südlich des betroffenen Reaktors von Fukushima.

KENWOOD

Die Büroräume in Yokohama und Hachioji liegen ca. 500 km südwestlich des Epizentrums des Erdbebens. KENWOODs Produktionsstätten dagegen sind in Malaysia. Auch diese Firma hat in einer Presseverlautbarung davon berichtet, dass die Mitarbeiter und die Gebäude durch die Erdbeben nicht betroffen sind.

YAESU

Der Geschäftsführer von YAESU berichtet, dass die Produktion im VERTEX-STANDARD-Werk in Fukushima aufgrund von Erdbebenschäden vorübergehend eingestellt wurde. Wissenswert ist, dass dieses Werk nur 60 km südlich der durch das Beben mit nachfolgendem Tsunami betroffenen Kernreaktoren liegt. Soweit bekannt sind auch die Angestellten und ihre Familien von YAESU in Ordnung, das heißt nicht unmittelbar betroffen. Die Führung von YAESU sorgt sich jedoch um viele Zulieferer und Händler, welche an der unmittelbar von Erdbeben und Tsunami betroffenen Küste beheimatet sind. Der Firmensitz in Tokio ist nicht betroffen, ebenfalls nicht betroffen ist derjenige Teil der Produktion, der nach China ausgesiedelt wurde.

Soweit die Zusammenstellung des Dolomites Radio Club in Bruneck. Am meisten scheint also YAESU betroffen zu sein. Wir sind natürlich in erster Linie um das Wohlergehen der Menschen in Japan besorgt. Gerätschaften kann man ersetzen oder zeitweise auf sie verzichten, für Menschen gilt das nicht.


OPTISCHE KOMMUNIKATION: NEUER REKORD

(rps) Am 3. April hat eine Gruppe von Funkamateuren im Nordosten von England einen neuen Rekord aufgestellt: Sie überbrückten fast 90 Kilometer mit Hilfe von Licht in FM und SSB. Stuart, G8CYW, Rob, M0DTS, und Brian, G8KPD, verwendeten einen LED-Transceiver und einen Transverter, die in der Clubzeitschrift des britischen Verbandes RSGB veröffentlicht wurden. Gratulation!

Quelle: RSGB


SONDERSTATION ZU EHREN GAGARINS

(rps) Am 12. April ist es bereits 50 Jahre her, dass Yuri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum flog. Ebenfalls an einem 12. April – und zwar im Jahre 1981 – flog das erste Space Shuttle – die Columbia – mit ihrer Mission STS-1 in die Erdumlaufbahn. Aus diesem Anlass wird die Sonderstation N4S in den nächsten Tagen von Puerto Rico aus aktiv sein, und zwar auf der Kurzwelle von 10 bis 80 Meter in SSB. Mehr Informationen dazu hat WP3GW im Internet bereit gestellt unter

www.qrz.com/db/wp3gw

Am 12. April ist zudem beabsichtigt, den Satelliten Arissat-1, der sich momentan innerhalb der Internationalen Raumstation ISS befindet, zu aktivieren. Voice Messages, SSTV und Datenaussendungen im neuen PSK1000-Mode sind auf der Frequenz 145,950 MHz im Zweimeterband geplant. Hören Sie übermorgen einfach einmal rein! An diesem Tag gibt es insgesamt sechs in Deutschland hörbare Überflüge der ISS.

Quellen: RSGB und WP3GW


Vy 73,
Ralph, DC5JQ