HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 388 / 2012 vom 29.01.2012


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


ZWEIMETERRELAIS AACHEN MIT NEUER TECHNIK

(rps) Seit Ende Dezember wird bei DB0WA eine neue Technik auf 145 MHz eingesetzt. Obwohl nach wie vor in klassischer analoger Frequenzmodulation zu hören, setzt die Funkstelle jetzt sehr viel mehr auf digitale Technik. So wird etwa das Audiosignal der Eingabefrequenz digitalisiert, um dann zum Beispiel mit anderen Quellen gemischt zu werden – oder auch einfach nur zum Prüfen, ob das Eingabesignal den jetzt zwingend notwendigen CTCSS-Subaudioton von 94,8 Hertz mitbringt. Mit einem Rufton von 1750 Hz lässt sich das Relais seitdem nicht mehr öffnen, das ist zum Beispiel beim Bestätigungsverkehr von HamRadio 2day über DB0WA Sonntagsmittags zu bedenken. Die neue Technik hat die vor ihrer Einführung vorhandenen Störungen deutlich reduziert und den Relaisempfänger empfindlicher gemacht.

Ein mögliches anderes Signal zum Mischen auf die Ausgabe ist Echolink, das nun auch in Aachen auf Zweimeter aktiv ist. Die Nodenummer von DB0WA lautet 652436. Damit ist HamRadio 2day ab sofort auch weltweit im Echolink-Netz zu hören: Verbinden Sie sich einfach sonntags um 11:30 Ortszeit auf das Relais Aachen. Noch ein Hinweis: Wenn Sie auf der Eingabe senden, schalten Sie Ihren Sender bitte auf FM-Narrow, also auf eine Bandbreite von maximal 12,5 kHz, ansonsten werden Sie keinen Spaß mit der digitalen Aufbereitung des Relaisempfängers haben. Mehr finden Sie im Internet unter

www.db0wa.de.

Dort ist auch alles über den D-STAR-Repeater DB0WA/B auf 438,5875 MHz mit -7,6 MHz Ablage zu lesen. Unser Dank geht an die Betreiber dieser neuen Systeme, das sind die Amateurfunkgruppe der RWTH Aachen und der Ortsverband Aachen des VFDB.


ZUM 31. MAL: BERGHEIMER FUNKFLOHMARKT

(rps) Merken Sie sich bitte schon einmal das Datum Samstag, der 24. März 2012. An diesem Tag findet er wieder statt – der traditionelle Funkflohmarkt in Bergheim bei Köln. Hier die Details: Einlass ist ab 9 Uhr, das Ende um 14 Uhr. Wie seit langem findet das ganze im Bürgerhaus des Ortsteils Quadrath statt. Auf 2200 Quadratmetern ebenerdiger Fläche ist es der größte Funkflohmarkt im Raum Köln-Düsseldorf-Aachen. Mehr Informationen finden Sie wie immer im Internet, und zwar unter

www.flohmarkt.ov-g20.de.

Veranstalter ist der Ortsverband Bergheim im DARC e.V. und eine Einweisung findet auf dem Zweimeterrelais DB0XO mit der Ausgabe 145,750 MHz statt.


WELTFUNKKONFERENZ LÄUFT

(rps) Am letzten Montag ist in Genf die Weltfunkkonferenz 2012 der Internationalen Fernmeldeunion ITU gestartet. Für den Amateurfunk wichtig ist bekanntlich Tagesordnungspunkt 1.23, der eine mögliche weltweite Mittelwellenzuweisung zum Inhalt hat – wir berichteten. Am 25. Januar wurde nun erstmals über das Thema in der Arbeitsgruppe 4C3 geredet. Es gibt viele aktive Fürsprecher – unter anderem die USA, Großbritannien und Kanada, aber auch Gegner des Vorhabens: Hier tun sich vor allem Russland, der Iran, China und die arabischen Staaten hervor, die einen Schutz anderer Funkdienste nicht gewährleistet sehen – trotz vieler Studien, die in der Vergangenheit zu ganz anderen Ergebnissen gekommen sind. Wir bleiben dran.


STUDENTEN BAUEN D-STAR-SATELLIT

(rps) Am Institut für Elektrotechnik und Computerwissenschaften der Universität Lüttich in Belgien bauen Ingenieure und Studenten zurzeit etwas völlig neues: einen Nanosatelliten namens OUFTI-1, der als Weltpremiere erstmals eine D-STAR-fähige Relaisfunkstelle an Bord haben wird. Die Abkürzung steht für "Orbital Utility For Telecommunication Innovation". Neben natürlich die Eignung von D-STAR für den Amateurfunkverkehr aus der Erdumlaufbahn zu testen verfolgen die Wissenschaftler mit dem Projekt langfristig ein weiteres Ziel: nämlich die Steuerung des Satelliten mit diesem digitalen Funkprotokoll. Zunächst aber soll dies im klassischen Packet-Radio-AX.25-Protokoll geschehen. Über Frequenzen, die OUFTI-1 verwenden wird, ist bislang nichts bekannt. Seine Lebensdauer soll mindestens ein Jahr betragen.

Ein weiteres Forschungsziel ist der Test eines innovativen Energieversorgungssystems, das in Zusammenarbeit mit Thales Alenia Space ETCA entstanden ist. Heute bereits betreibt die Universität Lüttich zwei D-STAR-Repeater – allerdings am Boden. Die Ausgabefrequenzen lauten 145,625 MHz im Zweimeterband mit -600 kHz Ablage und 439,525 MHz auf Siebzigzentimeter mit -7,6 MHz Ablage. Das Rufzeichen ist ON0ULG – das steht für Universite de Liege. Mehr finden Sie dazu in englischer Sprache im Internet – unter

www.leodium.ulg.ac.be.


DIE SCHALTSEKUNDE WIRD NICHT ABGESCHAFFT

(rps) zunächst jedenfalls. Die Erde dreht sich um sich selbst, das wissen wir alle – allerdings tut sie das nicht gleichförmig und in konstanter Art und Weise. Neben einer generellen Verlangsamung über die Jahrmillionen hinweg bedingt durch Reibungskräfte gibt es zusätzlich unregelmäßige und kurzfristige Schwankungen nach oben und unten – etwa durch kleine Veränderungen der genauen Lage der Erdachse. Damit nun der Sonnenhöchststand weiterhin Mittags genau um 12 Uhr stattfindet, jedenfalls in Greenwich und auf allen Längengraden, die ein Vielfaches von 15 Grad darstellen, fügt man so genannte Schaltsekunden ein, wenn sich die Differenz auf fast eine Sekunde aufsummiert hat. Dies geschieht seit 1972, als man die so genannte UTC einführte, die Universal Time Coordinated. Seitdem laufen UTC und TAI – die internationale Atomzeit, zu der etwa 260 Atomuhren weltweit beitragen – immer mehr auseinander.

Frankreich, Italien, Japan, Mexico und vor allem die USA wollten die Schaltsekunde nun abschaffen und damit auch die UTC zu einer entkoppelten und gleichförmig durchlaufenden Zeit machen. Die Begründung: Schaltsekunden sind hinderlich für Kommunikations- und Navigationssysteme. Der Antrag stand vorletzte Woche in Genf bei der Radiocommunication Assembly der Internationalen Fernmeldeunion ITU auf der Tagesordnung – und wurde erst einmal abgelehnt. Unter anderem Großbritannien, Deutschland und Kanada befürchteten noch größere Nachteile, wenn man auf die besagten Sekunden verzichten würde.

Es kam also keine Einigung zustande und man beschloss statt dessen, dass weitere Forschung notwendig ist. Unter anderem sollen die gesellschaftlichen Auswirkungen untersucht werden, falls 12 Uhr und Mittag immer mehr auseinanderdriften. Am 30. Juni 2012 jedenfalls gibt es die nächste Schaltsekunde – und vor dem Jahr 2015 keine Entscheidung über diese Frage.


NACHTAUSSENDUNG

(rps) Wir erinnern noch einmal an unsere Nachtaussendung: Jeden Sonntagabend um 23 Uhr Ortszeit senden wir HamRadio 2day in der Nähe von 3750 kHz im Achtzigmeterband. Standort der Sendeanlage ist Mönchengladbach.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ