HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 392 / 2012 vom 04.03.2012


Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ
Autor: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
Kontakt:
dk0agz@agz-ev.de


VORZEITIGE UMSETZUNG DER MITTELWELLENZUWEISUNG

(rps) auch für deutsche Funkamateure? Wie in HamRadio 2day Nr. 390 angekündigt, hat sich die AGZ e.V. gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für eine möglichst schnelle Vorabumsetzung des taufrischen WRC-Beschlusses hinsichtlich der neuen Mittelwellenfrequenzen eingesetzt – denn der normale Weg ist in unserem Land lang und umständlich: Viele Rechtsnormen müssen nacheinander geändert werden – erst die Frequenzverordnung, dann der Frequenzplan und schließlich am Ende die Amateurfunkverordnung. Zudem treten die Beschlüsse der am 17. Februar zu Ende gegangenen Weltfunkkonferenz der ITU erst am 1. Januar 2013 in Kraft. Somit können erfahrungsgemäß gut und gerne drei Jahre vergehen, bis die neuen Frequenzen durch die Bürokratie gesickert sind und bei uns wirklich ankommen.

Das geht auch schneller: Beste Beispiele sind im Jahre 2003 die sofortige Freigabe der Kurzwelle für die damaligen Inhaber der Amateurfunkklasse 2 und wenig später die vorzeitige Erweiterung des Vierzigmeterbandes auf eine Breite von 200 Kilohertz. Im Grunde hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auch unserem aktuellen Begehren zugestimmt. Diese Woche schon kam die schnelle Antwort, für die wir uns bedanken. Allerdings ist es diesmal etwas komplizierter, weil Andere vorher gefragt werden müssen. Lesen bzw. hören Sie das Schreiben des BMWi an die AGZ in Auszügen im Original. Hier ist es.

"Vielen Dank für Ihr Schreiben und die Anregung, die Beschlüsse der Weltfunkkonferenz 2012 hinsichtlich der Nutzung des Frequenzbereichs 472 bis 479 kHz auf sekundärer Basis durch den Amateurfunkdienst auf kurzer Zeitskala flexibel vorab freizugeben.

Wir werden eine schnelle Lösung anstoßen, jedoch ist, wie Sie selber beschrieben haben, zur Umsetzung die Anpassung der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung erforderlich. Da es sich bei dem Frequenzteilbereich 472 bis 479 kHz um einen Frequenzbereich handelt, der nach aktueller Rechtslage dem Flugnavigationsfunkdienst und dem mobilen Seefunkdienst primär zugewiesen ist, sind entsprechende Abstimmungen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vorzunehmen. Außerdem handelt es sich um einen Frequenzbereich, der zivil und militärisch genutzt wird. Das heißt, notwendige Abstimmungen sind auch mit dem Bundesministerium der Verteidigung vorzunehmen. Darüber hinaus haben im Rahmen der Novelle des Telekommunikationsgesetzes die Bundesländer bzw. der Bundesrat in vielerlei Hinsicht ein größeres Mitspracherecht erhalten.

Diesen Ausführungen mögen Sie entnehmen, dass die Hürden für eine vorzeitige Regelung hoch sind. Auch kann ich leider Ihrem Vorschlag, eine Regelung wie nach der WRC 2003 zu gestalten, nicht folgen, weil die Bedingungen, die zu einer Vorabregelung geführt hatten, völlig andere waren. Es ging damals nur darum, den bereits dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereich national zur Nutzung durch Inhaber der Amateurfunkklasse 2 freizugeben. Lassen Sie mich zum Abschluss noch einmal betonen, dass wir Verständnis für Ihr Anliegen haben und eine vorzeitige Lösung anstreben werden."

Soweit des Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Sachen Mittelwelle. Ganz so schlecht sieht es also gar nicht aus, man kann ruhig schon einmal die hier gar nicht so einfachen Antennen planen. Wir bleiben dran.

Großbritannien verlängert derweil erst einmal seine Sonderzuweisung von 501 bis 504 kHz bis zum 31. Dezember dieses Jahres und will bis dahin zusammen mit dem britischen Amateurfunkverband RSGB die Modalitäten des Umschwenkens auf den neuen Frequenzbereich beraten.


BUNDESNETZAGENTUR HAT EINEN NEUEN PRÄSIDENTEN

(rps) Wir haben bereits mehrfach berichtet: Aus politischen Gründen strebte die Bundesregierung einen Wechsel an der Spitze der deutschen Regulierungsbehörde an. Nun ist es passiert: Matthias Kurth, bisheriger Präsident der Bundesnetzagentur in Bonn, hat am Mittwoch den 29. Februar seinen letzten Arbeitstag absolviert. Wir zitieren dazu aus einer Meldung des Westdeutschen Rundfunks in Köln:

"Kurth hatte 2001 die Leitung der Regulierungsbehörde übernommen. Sie soll für mehr Wettbewerb auf den ehemaligen Monopolmärkten Telekommunikation, Post, Energie und Eisenbahnen sorgen. Der 60-jährige Jurist Kurth hatte zuvor unter anderem als Richter am Landgericht Darmstadt und als Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium gearbeitet.

Das SPD-Mitglied Kurth hätte seinen beiden Amtszeiten als Leiter der Bundesnetzagentur gerne eine dritte hinzugefügt. Das Bundeswirtschaftsministerium, zu dem die Regulierungsbehörde formal gehört, besetzte den Posten jedoch mit Jochen Homann. Bislang arbeitete Homann als beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Homann, der in den 80er Jahren als Redenschreiber für die Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann und Martin Bangemann (beide FDP) tätig war, ist parteilos, gilt jedoch als CDU-nah. Er trat sein neues Amt am 1. März an."

Soweit die Meldung des WDR über den neuen Präsidenten der Bundesnetzagentur, der nun auch für den Amateurfunkdienst zuständig ist.


NACHTAUSSENDUNG

(rps) Die Ausbreitungsbedingungen werden wieder besser. Wir erinnern noch einmal an unsere Nachtaussendung: Jeden Sonntagabend um 23 Uhr Ortszeit senden wir HamRadio 2day in der Nähe von 3750 kHz im Achtzigmeterband. Standort der Sendeanlage ist Mönchengladbach.


Vy 73,
Ralph, DC5JQ